Das Spital Zweisimmen kann weiterhin ambulante Kaiserschnitte durchführen, obwohl es keine Geburtenabteilung hat. Das hat der Kanton Bern entschieden. Er zieht damit die Schlüsse aus einer Projektevaluation der Berner Fachhochschule.
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Die Notfallstationen der Spitäler waren trotz Coronavirus und Skiunfällen über die Festtage nicht überlastet. - Keystone

Alle betroffenen Institutionen stünden hinter dem Modell, erklärte der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg in einem Communiqué vom Mittwoch. Die Sicherheit von Mutter und Kind sei bei dem schweizweit einzigartigen Angebot gewährleistet.

Die Geburtenabteilung des Spitals Zweisimmen wurde 2015 geschlossen. Schwangere Frauen aus dem Simmental und dem Saanenland mussten danach den Weg ins Spital nach Thun oder Frutigen auf sich nehmen. 2017 wurde die Versorgungslücke teilweise geschlossen, indem das Geburtshaus Maternité Alpine gegründet wurde.

Im Geburtshaus konnten seither 289 Frauen mit unkomplizierten Schwangerschaften ihr Kind auf die Welt bringen. 160 Frauen verbrachten dort das Wochenbett.

Weil das Geburtshaus nur 800 Meter vom Spital Zweisimmen entfernt ist, kamen die Genossenschaft Maternité Alpine und eine ortsansässige Gynäkologin auf die Idee, auch ein Angebot für Frauen mit einem geplanten Kaiserschnitt zu schaffen. Die Betreiberin des Spitals, die Spital STS AG, arbeitete die Rahmenbedingungen aus.

2019 bewilligte der Kanton ein zweijähriges Pilotprojekt. Dabei werden die Frauen sechs bis acht Stunden nach der Operation ins Geburtshaus Maternité Alpine verlegt, wo sie ihr Wochenbett verbringen. Bislang haben 19 Frauen von diesem Angebot Gebrauch gemacht.

Laut Gesundheitsdirektor Schnegg zeigt das Modell auch die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. In einem nächsten Schritt wird die Berner Fachhochschule nun das Rahmenkonzept modifizieren, wobei sie auf die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt zurückgreift.

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