Das Siegerprojekt für eine Mehrzweckhalle heisst «Schärenkreuzer». Es besticht durch die ortsbauliche Setzung und eine unkonventionelle Freiraumgestaltung.
Stadtverwaltung Romanshorn.
Stadtverwaltung Romanshorn. - Nau.ch / Miriam Danielsson

Das Projekt des Winterthurer Büros Graf Biscioni Architekten AG wurde von einer Jury mit Vertretern der Stadt Romanshorn, der Primarschul- und Sekundarschulgemeinde, Fachpreisrichtern sowie Experten in einem mehrstufigen Prozess aus zehn Arbeiten zum Sieger des Architekturwettbewerbs gekürt.

«Schärenkreuzer sind sportliche Segelboote. Das passt natürlich optimal zur Hafenstadt», sagte Stadtpräsident Roger Martin bei der Vorstellung. Er hob hervor, dass die Zeit für eine Dreifachhalle mit Mehrzwecknutzung nun reif sei, nachdem früher verschiedene Anläufe scheiterten und Romanshorn seit der Schliessung des Hotels Bodan über keinen städtischen Saal mehr verfügt.

«Wir sind absolut überzeugt von diesem Projekt», so Martin. Es sieht eine Dreifachturnhalle in Holzbaustruktur vor, die Versammlungen mit bis zu 1'000 Personen sowie grösseren Sport- und Festveranstaltungen Platz bietet.

Langlebige und solide Konstruktion

Der Grundriss besticht laut Jurybericht durch die ebenerdige Anordnung der Hallen mit den wichtigsten Nutzungen auf einem Niveau: «Die Mehrzweckhalle erfüllt die funktionalen Anforderungen mit Bravour und überzeugt mit einem prägnanten architektonischen Ausdruck.»

Das Konzept mit begrüntem Vordach und Photovoltaikanlage, grossflächigen Fenstern und einer mit Metall verkleideten, gut gedämmten Fassade steht für eine langlebige und solide Konstruktion. Über Treppen gelangt man zu den Garderoben im Unter- sowie auf die Zuschauergalerie im Obergeschoss.

Auch architektonisch fügt sich der am westlichen Rand des Romanshorner Bildungs- und Bewegungscampus, in dem die Kantonsschule, die Sekundarschule und Teile der Primarschule liegen, gut ein. So entsteht ein grosszügiger Freiraum zum Dorfbach in Richtung Norden mit Sitz- und Spielelementen in der Wiese östlich der Halle. Der Jurybericht attestiert dem Siegerprojekt «ein sorgfältig ausgearbeitetes landschaftliches Konzept, das unterschiedlichste Ansprüche zu einer schlüssigen Umgebungsgestaltung verwebt».

Genügend Turnraum für die Zukunft

Ebenfalls überzeugt vom geplanten Bau sind die Primar- und Sekundarschulgemeinden. So betonte Sekundarschulpräsident Walo Bohl, dass bei steigenden Schülerzahlen zusammen mit der Turnhalle der Kantonsschule auch künftig genügend Turnraum in unmittelbarer Nähe der Schulanlagen zur Verfügung stehe.

Diese Vorteile hob auch Primarschulpräsident Hanspeter Heeb hervor. Und ergänzte, dass «Schärenkreuzer» nebst dem Projektteil der Mehrzweckhalle auch eine Volumenstudie für den Neubau eines Primarschulhauses enthalte. Dieser Ideenteil sei eine wichtige Grundlage für die Entwicklung des Bildungs- und Bewegungscampus', der sich als Ort des Wissensaustauschs, der Bewegung und Begegnungen versteht.

Ausstellung in der Aula des Primarschulhauses Rebsamen

Nach der Ausstellung des Siegerprojekts wird «Schärenkreuzer» in einer Überarbeitungsphase optimiert. Konkrete Bedürfnisse der Sportvereine werden voraussichtlich im April 2022 eingeholt.

Bei der Überarbeitung werden Kritikpunkte des Juryberichts umgesetzt und es erfolgt der Abgleich von Kostenrahmen und Projektvorschlag. Mit detaillierten Angaben zur Höhe des notwendigen Baukredits ist im ersten Quartal 2023 eine Volksabstimmung geplant.

«Schärenkreuzer» ist zusammen mit den neun nachrangierten Projekten in der Aula des Primarschulhauses Rebsamen zu sehen. Die Ausstellung beginnt am Samstag, 15. Januar 2022. Sie ist von 8 bis 18 Uhr zugänglich.

Von Montag, 17. Januar 2022, bis Donnerstag, 20. Januar 2022, sind die Öffnungszeiten jeweils von 8 bis 18 Uhr durchgehend, am Freitag, 21. Januar 2022, von 8 bis 16 Uhr. Es gilt Masken- und Abstandspflicht.