Der Bund soll die Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS) im Kanton Thurgau in die aktuelle Ausbauetappe des Nationalstrassennetzes aufnehmen.
Petition
Petition (Symbolbild). - Keystone

«Der Thurgau braucht die Entlastungsstrasse BTS», teilte das überparteiliche Komitee «BTS umsetzen – jetzt» mit. Die Thurgauer Bevölkerung habe der geplanten Strasse bereits 2012 an der Urne deutlich zugestimmt. Seit 2019 liege das Projekt zur Umsetzung beim Bund. Die Petition sei ein «klares Signal an Bundesrat und Parlament».

Mit der Bodensee-Thurtal-Strasse sieht der Kanton Thurgau eine vollständige Neutrassierung der Nationalstrasse N23 auf einer Länge von rund 33 Kilometern vor. Die BTS soll von Arbon über Amriswil und Weinfelden bis zum A7-Zubringer östlich von Frauenfeld führen und die Ortsdurchfahrten vom Durchgangsverkehr entlasten.

«Probleme bei der Verträglichkeit und der Funktionalität»

Verantwortlich für das Projekt ist der Bund. Dieser will die 1,7 Milliarden Franken teure Strasse aber vorerst nicht realisieren, sondern noch einmal überprüfen. Laut der Vorlage sieht der Bundesrat «Probleme bei der Verträglichkeit und der Funktionalität» der BTS.

Das Vorhaben ziehe einen hohen Flächenbedarf nach sich, bedinge beträchtliche Eingriffe in die Landschaft und verursache im Vergleich zum Nutzen sehr hohe Kosten, hiess es im Bericht. In der Summe bestünden «Zweifel an der Kompatibilität des Vorhabens mit den verkehrs- und umweltpolitischen Vorgaben des Bundes».

Die Zurückstellung der BTS durch den Bund löste im Thurgau zum Teil harsche Kritik aus. Von einem «Affront gegenüber dem Thurgau» war die Rede. Der Thurgau dürfe nicht abgehängt werden. Mitte März 2022 hiess der Thurgauer Grosse Rat eine Standesinitiative gut. Die BTS gehöre in den nächsten Schritt des Nationalstrassen-Ausbaus.

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