Wie die Gemeinde Amriswil informiert, wurde der neue Lieblingsort der Kinder vom Kinderhaus Floh am 16. September 2021 offiziell eingeweiht.
Spielplatz (Symbolbild)
Spielplatz (Symbolbild) - Keystone

Der Spielplatz beim Kinderhaus Floh ist fertig und wird fleissig genutzt. Vergangenen Donnerstag wurde der neue Lieblingsort der Floh-Kinder offiziell eingeweiht. Das Kletterhaus wurde erobert, die Strasse befahren und das Wasserspiel schon mehr als einmal geflutet – der neue Spielplatz beim Kinderhaus Floh wurde schon vielfach eingeweiht.

Und trotzdem wollte der Verein nicht auf eine offizielle Einweihung verzichten. Speziell deshalb nicht, weil das Ergebnis vollumfänglich den Gönnern, Spendern und vielen freiwilligen Helfern zu verdanken ist. «Ohne zu übertreiben kann ich jetzt sagen, wir haben mit vereinten Kräften nicht einen der schönsten, sondern den schönsten Spielplatz weit und breit gebaut», sagt Richard Hungerbühler, Stadtrat und Präsident des Vereins Kinderhaus Floh.

Einst ein Parkplatz, jetzt ein Spielplatz

Der Anstoss für das Projekt liegt schon einige Jahre zurück. Die Realisation des Migros Provisoriums, das auf dem Radolfzellerpark gestanden hat, bedurfte zusätzlicher Parkmöglichkeiten. Diese wurden auf der von der Stadt erworbenen Wiese realisiert, wo heute die Kinder toben. Parkplätze und ein Wendeplatz für grosse Lastwagen sind entstanden. Nicht zur Freude aller. Die LKW und vielen Autos, die direkt neben den kleinen Kindern verkehren, sorgten für Gesprächsstoff.

Das Kinderhaus erhält eine Spende

Durch viel gegenseitige Rücksichtnahme hat sich die Situation aber entspannt und Kinderhaus, Parkplatz und Anlieferung haben gut nebeneinander funktioniert. Und es hat sich gelohnt. So erhielt das Kinderhaus als «Leidtragender» vom Kulturförderprogramm Migros Kulturprozent eine Spende. Schon bei der Übergabe meinte Richard Hungerbühler, der Check werde für neue Spielgeräte eingesetzt.

Einige Zeit später ist die Migros in den Neubau umgezogen und das Provisorium konnte aufgehoben werden. So kam auch der Rückbau des Parkplatzes. Für das Kinderhaus Floh Anlass, sich Gedanken zu machen, wie der Platz künftig genutzt werden könnte.

Mögliche Spielmöglichkeiten wurden diskutiert

Schnell hat sich ein Team aus Floh-Mitarbeitenden zusammengetan und Ideen gesammelt. Entstanden ist eine Ansammlung mit Vorschlägen für mögliche Spielmöglichkeiten. «Anhand der vielen Ideen hätten locker zehn Spielplätze gebaut werden können», so Hungerbühler. Etwas Ernüchterung kam auf, als die Ideen mit zugehörigen Zahlen versehen wurden und schnell klar war, dass dies für ein Kinderhaus nicht zu stemmen ist.

So fanden erste Gespräche mit dem Lions Club Luxburg Bodensee und dem Lions Club Oberthurgau statt. Dabei kam heraus, dass deren Mitglieder schon beim Bau einiger Spielplätze mitgewirkt haben. Also waren die idealen Helfer gefunden, die über die geforderte Muskelkraft und die Erfahrung verfügen. Der Vereinsvorstand Luxburg Bodensee, welcher dann auch die weitere Planung koordinierte, sagte ja zum Projekt, noch bevor man wusste, wie viel Zeit die Bauarbeiten beanspruchen werden.

Das Kinderhaus suchte nach Sponsoren

Nach Klärung der Details und der definitiven Kosten machte sich das Kinderhaus Floh auf die Suche nach Sponsoren. Kein leichtes Unterfangen mitten in der Coronakrise. «Mit grosser Freude kann ich aber sagen, dass der ganze Spielplatz, so wie er heute hier steht, mit Spenden finanziert werden konnte», so Hungerbühler. Denn wie andere Kinderhäuser auch, ist auch das Floh nicht auf Rosen gebettet und hätte die Finanzierung aus eigener Kraft nicht stemmen können.

Jeder Franken und jede Arbeitsstunde zählt

Unterstützt wurde der Bau des Spielplatzes neben der Spende von Migros Kulturprozent von der Stadt Amriswil, der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri, vom Gemeinnützigen Frauenverein Amriswil, von der katholischen Kirchgemeinde, der Jubiläumsstiftung der Thurgauer Kantonalbank, von der Stiftung Helvetia Patria Jeunesse, der Raiffeisenbank Amriswil, Stutz AG Bauunternehmung, Hess Immobilien AG und der Buglo GmbH Spielgeräte. Zusätzlich haben auch die Lions innerhalb ihres Vereins noch nach Geldspenden gesucht.

Alle Spenden werden auf dem Spielplatz verdankt

«Ohne die beiden Lions Clubs wäre hier überhaupt nichts gegangen», so Hungerbühler. Denn die Vereine haben das Kinderhaus nicht nur mit einer sehr grossen Geldspende unterstützt, sondern auch während fünf Tagen von morgens früh bis abends spät mit unzähligen Fronstunden geholfen. Dabei kam aber auch bei den freiwilligen Helfern der Spass nicht zu kurz.

Hungerbühler erzählt von Baggerträumen, die für einige Lions in Erfüllung gingen, von Schaufel- und Schraubprofis und von rekordverdächtigen «Gerätezusammenschraubern» und geborenen Planlesern. «Allen, die in irgendeiner Weise dazu beigetragen haben, dass wir heute vor diesem wunderschönen Spielplatz stehen, möchte ich noch einmal herzlich danken», sagt Hungerbühler. Alle Spender werden auf dem Spendenbaum, der auf dem Spielplatz steht, mit einer Plakette verdankt.

Spielen ist wichtig für die Entfaltung der Kinder

Auf viele lustige und abenteuerliche Stunden blickt auch Kathrin Strasser, Leiterin des Kinderhauses Floh, zurück. «Spielen bedeutet, irgendetwas aus reiner Freude zu tun», sagt sie. Spielen, ein Verhalten, das frei gewählt wird immer auch bedeutet, sich zu bewegen. Selbst wenn das Bewegen nur in den Gedanken stattfindet. «Spielen ist im Kinderhaus Floh eine der erfolgreichsten Tätigkeiten unserer kleinen und grossen Kinder», so Strasser.

Es sei wichtig für Kinder, in dem funktionierenden sozialen Gebilde im Kinderhaus eingebunden zu sein und sich entfalten zu können. Um dies über die Jahre hinweg gewährleisten zu können, brauche es Menschen und Unternehmungen die viel Herzblut und Unterstützung einbringen. «Wir können uns gar nicht genug bei allen bedanken, die sich aktiv am Bau des multi-abenteuerlichen Spielplatzes beteiligt haben», sagt Strasser abschliessend.

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