Die grosse Schau zu Jean-Jacques Lüscher im Kunst Raum Riehen rückt vom 3. September bis 31. Oktober 2021 ein Lebenswerk ins Licht.
Ein Besucher im Kunsthaus Zürich macht ein Foto.
Bildende Kunst (Symbolbild) - Keystone

Die Ausstellung mit dem Titel «Ins Licht gerückt. Der Maler Jean-Jacques Lüscher (1884 -1955)» versammelt unbekannte Gemälde aus dem weit verstreuten privaten Nachlass und Werke aus öffentlichen Sammlungen.

Gastkuratorin Dina Epelbaum hat diese in aufwendiger Recherche zusammengestellt. Diverse Dokumente, Fotos und Objekte aus Familienbesitz geben zudem Einblick in das Leben und Wirken des bedeutenden Riehener Künstlers. Die Auswahl wird ergänzt mit erstmals in der Öffentlichkeit präsentierten Gemälden von Lüschers Ehefrau Adèle Lüscher-Simonius (1886-1960).

Hell-Dunkel-Malerei von Jean-Jacques Lüscher

Der Titel der Ausstellung bezieht sich zum einen auf die ausgeprägte Hell-Dunkel-Malerei von Jean-Jacques Lüscher. Zum anderen beleuchtet die dichte Auswahl von rund 70 Gemälden das vielseitige Werk des zu Lebzeiten über die Region hinaus bekannten Künstlers. Dank des Nachlasses konnten weitere Quellen, die für ein künftiges Verständnis von Lüschers Schaffen wichtig sind, gesichert und erschlossen werden.

Über den Maler Jean-Jacques Lüscher

Aufgewachsen in einem von Kunst und Musik geprägten Milieu, kehrt Lüscher nach seinen Ausbildungsjahren, zunächst in München, danach an der renommierten Académie Julian in Paris, um 1909 in die Schweiz zurück. In dieser Zeit entstehen grossformatige Kompositionen mit mehreren Figuren sowie stimmungsvolle Intérieurs, die zu Lüschers Hauptwerken gehören.

Sein Elternhaus, das noch heute existente «Lüscherhaus» an der Baselstrasse 30 in Riehen, ist ab 1926 sein Lebensmittelpunkt und ein Treffpunkt der Basler Kunst- und Kulturszene. Weltbekannte Musiker wie Rudolf Serkin und Adolf Busch sind häufig zu Gast. Zahlreiche Gemälde Lüschers zeigen das Lüscherhaus aus unterschiedlichen Perspektiven.

Die Innenräume dienen als Rahmen für lebendige, alltägliche Figurenszenen oder als Schauplätze für zahlreiche Hauskonzerte. Auch der Aussenraum mit dem weitläufigen Garten und Lüschers Atelier im Wechsel der Jahreszeiten sind wiederkehrende Bildsujets.

Hauptvertreter der Künstlergruppe der dunkeltonigen Maler

Lüscher ist in der Basler Kunstszene gut vernetzt. Zusammen mit seinen langjährigen Weggefährten, namentlich Numa Donzé, Karl Dick und Paul Basilius Barth, gehört er zu den Hauptvertretern der Künstlergruppe der dunkeltonigen Maler.

Diese Basler Malergeneration der 1880er Jahre wendet sich alltäglichen, unspektakulären Motiven und einer Malweise zu, die vom französischen Realismus geprägt ist. Zugleich entfernt sie sich vom Erbe des in der Stadt allgegenwärtigen Arnold Böcklin. 1930 entsteht eines der bekanntesten Gemälde Lüschers Die Sitzung der Kunstkreditkommission.

Werk Lüschers bezeugt sein ausgeprägtes Interesse für Menschen und Räume

Diese vielfigurige Komposition mit ihrer ausgeprägten Hell-Dunkel-Atmosphäre bildet nicht nur einen künstlerischen Höhepunkt im Schaffen des Malers, sondern ist zugleich ein einzigartiges Bildzeugnis zur Geschichte des 1919 gegründeten Basler Kunstkredits. Das Werk Lüschers bezeugt sein ausgeprägtes Interesse für Menschen und Räume.

Im Spätwerk wendet sich Lüscher stärker der Landschaft zu. Ab den 1930er-Jahren bis zu seinem Tod 1955 hält er sich regelmässig in Frankreich, besonders in der Nähe von Avignon auf. Hier entstehen vornehmlich lichte, impressionistische Landschaftsgemälde mit grosszügig zusammengefassten Farbflächen.

Termine von der Vernissage bis hin zur Finissage

Die Vernissage findet am Freitag, 3. September 2021 statt, jedoch nur bei schönem Wetter im Innenhof.

Am Sonntag, 5. September 2021, 11.30 Uhr und Mittwoch, 22. September, 18 Uhr gibt es Führungen mit der Kuratorin Dina Epelbaum.

Am Sonntag, 26. September 2021 um 11 Uhr unter dem Motto «Ein Platz auf der Arche», gibt es Einblicke in Arbeit und Konzept des Archivs Regionaler Künstlerinnen und Künstler-Nachlässe ARK Basel mit den Referentinnen Ricarda Gerosa und Nadja Müller, Co-Präsidentinnen ARK Basel.

Am Donnerstag, 21. Oktober 2021, 18 Uhr finden unter dem Motto «Max Kämpf auf der Arche» Besichtigung des Archivs Regionaler Künstlerinnen und Künstler-Nachlässe ARK Basel in Pratteln und Kuratoren-Führung durch die Ausstellung «Max Kämpf. Kontexte und Subtexte» statt.

Am Sonntag, 31. Oktober 2021, 16 Uhr findet schliesslich die Finissage «Jean-Jacques Lüscher als Mensch und Maler» statt. Zu sehen gibt es lebendige Erinnerungen von seinen Enkeln Nicolas und Christoph Lüscher.

Mehr zum Thema:

Musiker Wetter Kunst Tod