Gebiet «Schmidbreiten»: Ergebnisse der Testplanung liegen vor
Das Entwicklungsareal Schmidbreiten steht im Fokus der Siedlungsentwicklung der Gemeinde Rümlang. Die Testplanung ist gemacht, nächste Schritte folgen.

Wie die Gemeinde Rümlang schreibt, verfolgt sie seit Jahren eine vorausschauende Siedlungsentwicklung. Für das rund sechs Hektaren grosse Gebiet Schmidbreiten hat das Geschäftsfeld Bau & Entwicklung die Planung an die Hand genommen.
Das als zentrales Entwicklungsareal festgelegte Gebiet ist grösstenteils unbebaut, hat viele Eigentümer und liegt vollständig innerhalb der sogenannten Flughafen-Abgrenzungslinie, was bedeutet, dass das Gebiet stark von Lärmvorgaben betroffen ist. Aufgrund der besonderen Ausgangslage und den Rahmenbedingungen gelten aktuell eine Planungszone und eine Gestaltungsplanpflicht.
Im Jahr 2024 beschloss der Gemeinderat zwecks Klärung komplexer städtebaulicher, funktionaler und lärmrechtlicher Zusammenhänge die Durchführung einer Testplanung.
Testplanungen sind kooperative und diskursive Verfahren zur Lösungsfindung einer Aufgabe. Ziel war es, Antworten auf Fragen insbesondere zur Dichte, Nutzungsverteilung, Umgang mit dem Lärm sowie Etappierung im Gebiet Schmidbreiten zu erhalten.
«Testplanung Schmidbreiten» als kooperatives Verfahren durchgeführt
Die «Testplanung Schmidbreiten» wurde in diesem Sinn 2025 als kooperatives Dialogverfahren mit drei Planungsteams und einem Begleitgremium durchgeführt.
Neben Vertretern der Gemeinde und Fachleuten, begleitete eine Echogruppe – bestehend aus Vertretern der Grundeigentümer, Bewohnerschaft und weiteren Interessensgruppen – das Verfahren. Im Rahmen einer Startveranstaltung, zwei Dialogrunden und einer Abschlussbesprechung wurden Schritt für Schritt die erarbeiteten Szenarien diskutiert und fortlaufend weiterentwickelt.
Alle Beiträge, Erkenntnisse und Empfehlungen sowie kritische Einschätzungen wurden umfassend diskutiert und in einem Bericht schriftlich festgehalten.
Dank des grossen Einsatzes und Engagement aller Beteiligten liegen nun zielführende Ergebnisse vor.
Planerteams betonen unterschiedliche Aspekte
Die drei Planerteams betonen unterschiedliche Aspekte der städtebaulichen Entwicklung.
Das Team Brühlmann Loetscher Architektur + Stadtplanung entwickelte eine klare Gliederung des Gebiets in vier Quartiere, die sich aus dem bestehenden Weg- und Strassennetz ableitet.
Das Team Atelier CORSO erarbeitete eine auf den Ort abgestimmte städtebauliche Struktur, welche durch das gute Zusammenspiel von Freiräumen, Nutzungsverteilung und Erschliessung überzeugte.
Das Team BHSF Architektur & Städtebau entwickelte flexibel dimensionierte Baufelder mit vielfältigen Nutzungsstrukturen, so dass verschiedene Entwicklungs- und Etappierungen möglich sind.
Feingliedrige, städtebauliche Struktur eher geeignet
Die Testplanung zeigte auf, dass für das Gebiet Schmidbreiten eine feingliedrige, städtebauliche Struktur eher geeignet ist als grosse Baukörper. Die Entwicklung orientiert sich somit am Ortsbild von Rümlang.
Ergänzend ist die Gestaltung des zusammenhängenden Freiraumnetzes von grosser Bedeutung. Eine zentrale Ost-West-Grünachse spielt dabei eine wesentliche Rolle.
In Bezug auf die Nutzungen zeichnet sich eine Gliederung in einen nördlichen Gewerbebereich, einen gemischten Mittelbereich und einen stärker wohnorientierten Süden ab.
Um die Mischung von Arbeit und Wohnen zu ermöglichen, wird der Erschliessung besonders Sorge getragen. Entsprechend ist eine enge Abstimmung von Alltags- und Logistikverkehr mit Stärkung des Fuss- und Veloverkehrs massgeblich.
Wohnanteil von rund 40 Prozent sinnvoll
Eine weitere Erkenntnis der Testplanung ist, dass trotz Lärmbelastung ein Wohnanteil von rund 40 Prozent sinnvoll ist.
Das setzt voraus, dass die Anordnung der Gebäude und die Gestaltung der Freiräume gut abgestimmt sind. Ein klar strukturierter Bahnhof unterstützt die Identität des Gebiets.
Abschliessend wird von den Beteiligten bestätigt, dass ein gemeinsam getragenes Gesamtbild und eine koordinierte Umsetzung über die Parzellengrenze hinweg das Gebiet Schmidbreiten zu einem lebenswerten neuen Quartier entwickelt werden kann.
Grundzüge Masterplan bis Ende 2026
Der Bericht zur Testplanung dient als fachliche Grundlage für die weitere Bearbeitung und wurde vom Gemeinderat am 20. Januar 2026 positiv zur Kenntnis genommen.
Um die Umsetzung der Ergebnisse zu prüfen, werden als Nächstes vertiefte Gespräche mit Kanton und Region geführt. Bis Ende 2026 werden Grundzüge eines Masterplans erarbeitet und die weiteren Planungsschritte bestimmt.
Ziel ist es, ab 2027 die erforderlichen Planungsinstrumente anzupassen und in die konkrete Projektplanungen zu starten.
Der detaillierte Bericht kann über einen Link, der auf der Webseite der Gemeinde hinterlegt ist, heruntergeladen werden.










