Wie die OST – Ostschweizer Fachhochschule mitteilt, war die Politprominenz am 11. März 2024 vor Ort, um mit 50 Studierenden über die Wohnungsnot zu diskutieren.
Studenten der OST
Mit einem Studium an der Ostschweizer Fachhochschule OST legen Studenten den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Karriere. - OST
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Die Initiative für den einzigartigen Austausch ging von Benjamin Klaus aus. Er studiert Stadt-, Verkehrs- und Raumplanung (SVR) an der OST in Rapperswil-Jona.

Er war zwischen 2020 und 2022 Co-Präsident der Jugendsession und hat in dieser Zeit regelmässig Jugendanliegen in Bundesbern vertreten.

Seine Kontakte zu politischen Grössen aller Parteien wollte er nutzen, um seinen Studienkollegen einen einmaligen Einblick in den Berner Politikbetrieb zu ermöglichen.

Politik entscheidet letztlich

«Nach unserem Studium ist politisches Bewusstsein für uns sehr wichtig», so Klaus.

«Denn Stadt-, Verkehrs- und Raumplanerinnen und -planer liefern oft die fachlichen Argumente und Grundlagen für die Siedlungsentwicklung in Kantonen, Städten und Gemeinden.

Aber am Schluss entscheidet immer die Politik.

Deshalb ist es gerade für die zukünftigen Planungsfachleute wichtig, das Verständnis für die Rahmenbedingungen, Gepflogenheiten und Bedürfnisse in der Politik zu schärfen», führt er aus.

Politgrössen investieren Zeit in die Diskussion mit den Studierenden

«Ich bin wirklich glücklich, dass ich so viele bekannte Politgrössen engagieren konnte und dass sich so viele Studierende für die Reise nach Bern begeistern konnten», so Klaus weiter.

Grosse Namen fehlten in der Gruppe von Nationalräten nicht.

Marcel Dobler und Oliver Feller (beide FDP), Martin Candinas (Mitte), Ursula Schneider Schüttel und Jaqueline Badran (beide SP) sowie Balthasar Glättli (Grüne) und Monika Rüegger (SVP) engagierten sich in «angeregten und hitzigen Diskussionen» mit den Studierenden, so Klaus.

Parteien im Ringen um Lösungen für Wohnungsknappheit

Sein Resümee zeigt, dass für echte Lösungen eine gute Zusammenarbeit zwischen Fachwelt und Politik eine Grundvoraussetzung ist.

«Bei der Diskussion über die Wohnungsknappheit merkte man, dass bei allen Parteien das Problembewusstsein vorhanden ist, aber es fehlt an einer Lösung, welche mehrheitsfähig wäre».

Von linker Seite wurde beispielsweise kritisiert, dass mit der Immobilienwirtschaft Gewinn auf dem Buckel der Mieter erzielt werde.

Während die rechte Seite weniger Regulatorien möchte und sich weniger statt mehr Auflagen wünscht.

Studierende nehmen viel aus Bern mit

Aus ihrer Sicht müsse die Wohnungsknappheit vor allem auch in den Gemeinden selbst gelöst werden.

Die Studierenden waren beeindruckt vom Bundeshaus und wie nahe man an die Politiker in der persönlichen Diskussion herankommen kann.

Zudem waren sowohl Vertreter aus Tourismusregionen wie auch aus Grossstädten vertreten.

Pia Leiser, SVR-Studentin aus dem fünften Semester, meinte nach der Diskussion: «Es war beeindruckend, sich mit bekannten Persönlichkeiten zur Wohnungsnot auszutauschen.»

Vielfältige Perspektiven

Auch Saskia Kaufmann, eine weitere Studierende, fand den Austausch hochinteressant.

«Je nachdem, ob man die Wohnungsnot auf dem Land oder in der Stadt betrachtet, sind die Probleme und Bedürfnisse ganz unterschiedlich.

Das hat man bei dieser Diskussion stark gemerkt», Joel Trummer, SVR-Student, welcher selbst aus der Tourismusregion Gstaad-Saanenland kommt, sagte pointiert.

«Es ist gar nicht so einfach, gute Lösungen zu finden»

«Bei uns Raumplanungsstudierenden ist das Problembewusstsein für die Situation im ländlichen Raum weniger vorhanden.

Heute wurde uns aufgezeigt, dass sich die Tourismusgemeinden im Dilemma befinden. Zweitwohnungen sind gleichzeitig Wirtschaftsmotor und Verdrängungsmaschinerie.

Es ist gar nicht so einfach, gute Lösungen zu finden.»

Gute Investition in die Zukunft nach dem Studium

Benjamin Klaus ist sehr zufrieden: «Ich glaube, es ist ziemlich gut gelungen aufzuzeigen, wie die politische Realität aussieht.

Häufig reden die Politiker und Politikerinnen mehr über die Probleme als über die konkreten Lösungen.

Deshalb ist es zentral, dass Fachleute einen guten Austausch mit der Politik suchen und durchdachte Lösungswege in aktuelle politische Diskussionen einbringen.»

Brücke zwischen Studium und Praxis

Für die Raumplanungsstudierenden werde es im Arbeitsalltag sehr wichtig sein, mit der Politik zusammenzuarbeiten, so Klaus.

Der offene Austausch im Bundeshaus hat eine gute Grundlage dafür geschaffen, damit die nächste Generation von Planungsfachleuten den richtigen Riecher dafür entwickeln kann.

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