In Uznach findet ein Infoanlass zum Projekt Altersversorgung statt

Gemeinde Uznach
Gemeinde Uznach

Rapperswil-Jona,

Am 9. November 2021 findet eine Informationsveranstaltung zum Pilotprojekt Altersversorgung in der Gemeinde Uznach statt.

Rathaus in Uznach im Kanton St. Gallen.
Rathaus in Uznach im Kanton St. Gallen. - Nau.ch / Simone Imhof

Die Gemeinde Uznach informierte am Dienstag, 9. November 2021 über den Stand des Pilotprojekts Altersversorgung. Der Gemeindepräsident Diego Forrer begrüsste eingangs, die interessierte Bevölkerung sowie Vertretungen der umliegenden Gemeinden und des Kantons.

Anschliessend präsentierte Martina Gebhardt, Projektleiterin des Pilotprojekts Altersversorgung, den rund 80 Anwesenden die zukünftige Ausgestaltung der Altersversorgung in Uznach.

Im Vordergrund der Altersversorgung steht der Wunsch der Mehrheit der älteren Bevölkerung, möglichst lange Zuhause wohnen und sterben zu können. Heute leben in Uznach jedoch gleich viele Personen, die hauswirtschaftliche und, oder pflegerische Leistungen in Anspruch nehmen in Alters- und Pflegeheimen wie Zuhause.

Damit denjenigen Personen, die zuhause bleiben möchten, dies weiterhin und gezielter ermöglicht werden kann, müssen einerseits gewisse Unterstützungsangebote für Zuhause ausgebaut und weiterentwickelt werden. Dazu gehört zum Beispiel eine Nacht-Spitex, damit man sich auch Zuhause sicher fühlen kann.

Uznach plant eine unabhängige Altersberatung aufzubauen

Andererseits möchte die Gemeinde Uznach eine unabhängige Altersberatung aufbauen, die, bei gesundheitlichen Problemstellungen informieren, beraten und Unterstützung organisieren kann, sofern dies gewünscht wird.

Es hat sich nämlich gezeigt, dass es schwierig ist, im Dschungel der verschiedenen Angebote die richtige Unterstützung zum richtigen Zeitpunkt zu erhalten. Die Altersberatung soll ähnlich wie die Anlaufstelle Alter der Stadt Luzern aufgebaut werden.

Wenn der Kanton mitspielt, ist sogar geplant, dass die Gemeinde für Personen mit einer tiefen AHV-Rente gewisse Unterstützungsleistungen mitfinanzieren kann, mit sogenannten Gutschriften.

Mit diesen Massnahmen soll erreicht werden, dass auch in Uznach ein Verbleib in den eigenen vier Wänden vermehrt ermöglicht werden kann. Die unabhängige Altersberatung sowie der Ausbau der ambulanten Dienstleistungen sind natürlich nicht gratis zu haben.

Die künftige Altersversorgung soll eine Balance aus stationären und privaten Angeboten sein

Diese Zusatzkosten sind aber gerechtfertigt, wenn man berücksichtigt, dass für gleich viele Personen zuhause wie im Heim heute die Gemeinde 16 Prozent für Unterstützungsangebote Zuhause, für die Betreuung in Alters- und Pflegeheimen jedoch 84 Prozent ausgibt.

Ziel der zukünftigen Altersversorgung ist deshalb eine Balance in den Ausgaben von stationären Angeboten und Unterstützungsleistungen Zuhause zu erreichen. Damit Unterstützungsangebote auch für Personen mit tieferer AHV-Rente oder für pflegende Angehörige finanzierbar sind, ist die Gemeinde in Verhandlungen mit dem Kanton.

Ziel ist, dass sich auch der Kanton an den Gutschriften beteiligt und dafür einsetzt, dass «ambulant und stationär» für alle Personen ermöglicht werden kann. Mit der Schliessung des Pflegezentrums Linthgebiet auf Ende März 2022 wurde offensichtlich, dass die Langzeitpflege (mit wenigen Ausnahmen) keine regionale Aufgabe mehr ist.

Uznach will weiterhin altersdurchmischte «Alterswohnungen» anbieten

Ziel der Altersversorgung Uznach ist es, neben dem klassischen Altersheim Städtli weitere altersdurchmischte «Alterswohnungen» anzubieten. Diese können in einem Quartier, in einem Generationenhaus, als Tages- und Nachtstruktur oder in anderen Wohnformen erstellt werden. Dazu wurden 20'000 Franken für eine Machbarkeitsstudie zur Umsetzung von möglichen Wohnformen budgetiert.

Mit den verschiedenen Massnahmen möchte Uznach der älteren Bevölkerung eine umfassende, auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Altersversorgung anbieten, die sich auch in Zukunft bewähren wird.

Nach den Ausführungen von Frau Martina Gebhardt, stellte die Leiterin der Anlaufstelle Alter der Stadt Luzern, Frau Evelyne Schrag die Beratungsstelle mit Gutscheinen für ein selbstbestimmtes Wohnen vor.

Die Anlaufstelle Alter verschickt einen kurzen Fragebogen nach Jahrgang an die ältere Bevölkerung. Die Personen können aufgrund der Fragen selber einschätzen, ob eine Beratung für sie sinnvoll ist.

Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos. Wenn es gewünscht wird, informiert, berät und vermittelt die Anlaufstelle bei Bedarf zielgerichtet die verschiedenen Angebote.

Die Schliessung des Pflegezentrum Linthgebiets rief Besorgnis hervor

Mit den Gutscheinen kann die Anlaufstelle neben der eigentlichen Beratung Unterstützungsangebote wie hauswirtschaftliche Leistungen, Taxifahrten, Entlastungsangebote usw. finanzieren.

Die Beratungen der Anlaufstelle Alter werden von den Betroffenen, aber auch von den Angehörigen sehr geschätzt. Anschliessend an die beiden Präsentationen konnten die Anwesenden Fragen stellen.

Von Interesse war dabei, wie die Anlaufstelle Luzern genau funktioniert sowie auch mögliche Wohnformen, die in Uznach noch fehlen. Spürbar war auch die Besorgnis, welche die Schliessung des Pflegezentrum Linthgebiets bei einigen Anwesenden ausgelöst hat.

Gemeinderätin Isabelle Kuster schloss die Fragerunde mit einer Geschichte. Der Marktplatz wurde eröffnet und die Anwesenden konnten sich über die Angebote der elf anwesenden Leistungserbringenden informieren.

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