Motorenlärm im Fokus: Plakataktionen werden gestoppt

Gemeinde Bauma
Gemeinde Bauma

Pfäffikon,

In Bauma zeigt eine Umfrage: Frühere Kampagnen gegen Motorradlärm wirkten kaum. Der Gemeinderat setzt künftig auf Kontrolle, Dialog und Begegnungsformate.

Zerstörter Plakatständer
Vandalenakt gegen Plakatständer der Lärmkampagne «Leise ist weise». - Gemeinde Bauma

Wie die Gemeinde Bauma informiert, haben seit 2021 die Gemeinden Bauma, Turbenthal, Wila und Fischenthal jeweils im Frühling gemeinsame Plakataktionen gegen Motorenlärm durchgeführt, zuletzt mit der Kampagne «Leise ist Weise».

Ziel war es, insbesondere Motorradfahrende und Lenkerinnen und Lenker getunter Fahrzeuge für die Lärmproblematik zu sensibilisieren und zu einem rücksichtsvolleren Fahrverhalten zu bewegen.

Die Gemeinde Bauma informiert über den aktuellen Stand ihrer Massnahmen gegen Motorenlärm und über die künftige Ausrichtung des Engagements für mehr Ruhe in der Region.

Plakataktionen «Leise ist Weise» werden beendet

Seit 2021 hat die Gemeinde Bauma, später auch mit den Gemeinden Turbenthal, Wila und Fischenthal, jeweils im Frühling gemeinsame Plakataktionen gegen Motorenlärm durchgeführt, zuletzt mit der Kampagne «Leise ist Weise».

Ziel war es, insbesondere Motorradfahrende und Lenkerinnen und Lenker getunter Fahrzeuge für die Lärmproblematik zu sensibilisieren und zu einem rücksichtsvolleren Fahrverhalten zu bewegen.

Eine im Herbst 2025 bei rund 900 Haushaltungen entlang der Durchgangsstrassen durchgeführte Umfrage mit 257 Teilnehmenden zeigt ein klares Bild: Zwar wurden die Plakate von rund 90 Prozent der Befragten wahrgenommen, doch nur 7 Prozent stellten eine tatsächliche Lärmreduktion fest.

Plakate zeigen kaum Wirkung – neue Ansätze nötig

Etwa 72 Prozent nahmen keine Veränderung wahr, und rund 31 Prozent fanden, die Plakate hätten teilweise sogar provoziert – insbesondere junge Motorradfahrer. Entsprechend sprachen sich knapp 35 Prozent für eine Fortführung der Kampagne aus, während rund 60 Prozent sie als nicht sinnvoll oder nicht zielführend beurteilten.

Aufgrund dieser Resultate hat der Gemeinderat Bauma beschlossen, die Plakataktionen in der bisherigen Form nicht weiterzuführen. Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage und eine ausführliche Zusammenfassung sind auf der Website der Gemeinde Bauma abrufbar.

Wahrgenommene Probleme und Erwartungen

Die Umfrage bestätigt, dass Motorradlärm für über 60 Prozent der Befragten die grösste Belastung darstellt – insbesondere an Wochenenden, in den Abendstunden und im Bereich der Agrola-Tankstelle.

Weitere Störquellen sind getunte Autos, Traktoren, Lastwagen und Baustellen; als besonders störend gelten absichtlich verursachte Geräusche wie Aufheulen und Knallen der Motoren.

Die Teilnehmenden unterscheiden deutlich zwischen unvermeidbarem Verkehrslärm und mutwilligem Krach und fordern konkrete Taten statt bloss appellativer Kampagnen.

Forderungen nach Sanktionen

Häufig genannte Anliegen sind mehr Kontrollen und Sanktionen, Temporeduktionen und Verkehrsberuhigungsmassnahmen im Dorfkern sowie gesetzliche und technische Verschärfungen etwa bei manipulierten Auspuffanlagen.

Gleichzeitig werden ein respektvoller Dialog, Prävention, Begegnungsformate mit Polizei und Motorradclubs sowie kreativere, positiv formulierte Kommunikationsformen gewünscht.

Bemühungen um Temporeduktionen ausserorts

Parallel zu den Plakataktionen haben die Gemeinden Bauma, Turbenthal, Wila und Fischenthal sich beim Kanton im Hinblick auf weitere Schritte zur Lärmminderung eingebracht.

In einem gemeinsamen Gesuch an die Sicherheitsdirektion, unterzeichnet von den vier Gemeindepräsidien, wurden für insgesamt 17 Strassenabschnitte ausserorts Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Tempo 60 ausserorts verlangt.

Dieses Gesuch führte zu einem Austausch mit der Kantonspolizei Zürich und weiteren Beteiligten, an dem insgesamt zwölf Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinden und Kanton teilnahmen.

Lärmschutz stösst auf rechtliche Grenzen

Die Anträge wurden jedoch mit der Begründung abgelehnt, die gesetzlichen Grundlagen für zusätzliche Geschwindigkeitsreduktionen seien derzeit nicht gegeben.

Auch der Vergleich von Unfallzahlen mit anderen stark frequentierten Ausflugsstrecken wie etwa im Gebiet Albis/Buchenegg vermochte daran nichts zu ändern. Aus Sicht der beteiligten Gemeinden zeigt dies, dass es auf kantonaler und bundesrechtlicher Ebene weitergehende rechtliche und politische Anpassungen braucht, damit bestehende Lärmschutzvorgaben wirksam durchgesetzt werden können.

Weniger Mahnung, mehr Begegnung

Die Auswertung der Umfrage macht deutlich, dass kreative Kampagnen ohne flankierende Massnahmen nur begrenzt Wirkung entfalten. Dazu setzt der Gemeinderat Bauma weiterhin auf die enge Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Zürich und den zuständigen kantonalen Stellen.

Ziel ist die konsequente Durchsetzung der bestehenden Regeln, fallweise aber auch das Prüfen von lokalen Begegnungsformaten wie Informationsständen oder themenspezifischen Veranstaltungen. Das Ziel bleibt unverändert: mehr Ruhe und Lebensqualität für die Anwohnenden entlang der stark befahrenen Strecken im Tösstal.

Daniel Bühler zieht sich als Lärmbeauftragter zurück

Seit 2023 hat Daniel Bühler als Lärmbeauftragter der Gemeinde Bauma wesentlich dazu beigetragen, das Thema Motorenlärm sichtbarer zu machen, Anregungen aus der Bevölkerung aufzunehmen und Projekte wie die Plakatkampagne «Leise ist Weise» in mehreren Gemeinden zu koordinieren.

Er wirkte als Anlaufstelle für Betroffene, brachte seine grosse Erfahrung im Bereich Lärmthemen ein und baute Brücken zwischen Bevölkerung, Verwaltung, Politik und Interessengruppen.

Weil die gewünschten, teilweise auch notwendigen gesetzlichen und strukturellen Änderungen auf höherer Ebene derzeit nur schwer erreichbar erscheinen, hat sich Daniel Bühler entschieden, seine Funktion als Lärmbeauftragter der Gemeinde Bauma per 31. März 2026 zu beenden.

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