Der Schweizer Meistertitel im Frauen-Volleyball geht zum 3. Mal in Folge an Neuchâtel UC. Die «Baumeisterin des Erfolgs» ist die Trainerin Lauren Bertolacci.
NUC Lauren Bertolacci Volley
Trainerin Lauren Bertolacci hatte mit Neuchâtel UC am Montag allen Grund zu jubeln. - Dsengstag.SmugMug.com

Die Neuenburgerinnen entscheiden das vierte Spiel und die Finalserie gegen Sm’Aesch-Pfeffingen mit 3:1 für sich und küren sich nach 2019 und 2021 erneut zum Schweizer Meister.

Trainerin Lauren Bertolacci und NUC – eine echte Erfolgskombination. Seit die Australierin in Neuenburg das Zepter schwingt, ging es bergauf:

In der ersten Saison gelang Bertolacci mit dem Meistertitel, Cupsieg und Supercup das «Triple».

Insgesamt gewann sie mit Neuenburg sieben Titel (3x Meister, 1x Cup, 3x Supercup).

Nach diesen Erfolgen wurde «Titelhamster» Bertolacci von Swiss Volley als Nationaltrainerin verpflichtet.

NUC-Führungsspielerin Sarah Trösch sagte zu Nau: «Sie ist eine Trainerin, die enorm hohe Ansprüche an sich selbst stellt. Sie regt uns stets an, aus der Komfortzone herauszutreten und neue Sachen zu probieren. Auch die zwischenmenschliche Komponente ist ihr ein sehr zentrales Anliegen. Wenn sich eine Spielerin mal nicht gut fühlt, findet man bei ihr stets ein offenes Ohr und sie nimmt darauf Rücksicht.»

Was macht Lauren Bertolacci so erfolgreich?

Der Erfolg von Lauren Bertolacci hat zweifellos mehrere Gründe - Nau nennt die drei grössten Stärken, welche die Erfolgstrainerin auszeichnen:

Kompetenz: Sie hat ein enormes Wissen über Volleyball und schafft es immer wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Mit Tia Scambray und Kyra Holt holte sie zwei überragende Spielerinnen nach Neuenburg, die mitunter für die erfolgreichste Phase der Klub-Geschichte standen.

Auch die Transfers von Fabiana Mottis, Samira Sulser und Olivia Wassner waren absolute Glücksgriffe. Derweil andere Trainer gerne um den heissen Brei reden, dass man junge Spielerinnen an das Niveau langsam herantasten und körperlich vorbereiten müsse, setzte Bertolacci von Beginn weg auf Mottis, die sich in ihrer ersten NLA-Saison gleich als beste Libera der Liga auszeichnen konnte.

NUC Lauren Bertolacci Volleyball
Zum dritten Meistertitel in Serie gab es für Erfolgstrainerin Bertolacci eine «kalte Dusche». - Dsengstag.SmugMug.com

Leidenschaft für den Sport statt Starallüren

Leidenschaft: Vor fünf Jahren führte Bertolacci die Herren-Mannschaft von Volley Luzern ohne ausländische Verstärkungsspieler sensationell in die NLA und in der Folgesaison auf den fünften Rang.

Daneben war sie auch regelmässig als Zuschauerin in der nahezu leeren «Doppelturnhalle Säli» bei den NLB-Heimspielen von Volley Luzern zugegen. Notabene ohne Funktion, sondern aus reinem Interesse und Leidenschaft am Sport. Später als gefeierte Meistertrainerin von NUC verzichtete sie auf Sommerferien und nahm stattdessen einen Assistenz-Trainerjob von Kanada an.

Gute Kommunikation und klare Strategie

Kommunikation: Sie verfügt über hervorragende kommunikative Fähigkeiten, die seitens ihrer Vorgesetzten, ihrer Spielerinnen, als auch bei Medienschaffenden enorm geschätzt werden und ihr ein enormes «Standing» geben. Und trotz einer klaren Erfolgsstrategie ist sie weder abgehoben noch beratungsresistent, sondern tauscht sich immer wieder mit engen Vertrauten über verschiedene Spielerinnen aus.

Auch schafft sie es charakterlich anspruchsvollere Spielerinnen zu führen und im Team zu integrieren. Wenn man mit Eltern von aktuellen und ehemaligen Spielerinnen über Bertolacci spricht, hört man überall regelrechte Lobeshymnen und beste Referenzen.

Auch nächste Saison steht sie bei NUC an der Seitenlinie und steht dabei vor der Herausforderung nach dem Rücktritt von Tia Scambray und dem Abgang von Kyra Holt einen Umbruch einleiten zu müssen. Zusätzlich steht für die erfolgreichste Volleyball-Trainerin der letzten Jahre hierzulande mit der Schweizer Nationalmannschaft die EM-Qualifikation auf dem Programm.

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