Die Kulturfabrik Kufa in Lyss steht vor finanziellen Herausforderungen. Mit einem Paket an Massnahmen strebt die Einrichtung eine Sicherung ihrer Zukunft an.
Lysser Kuf
Ein riesiges Schallplatten-Dekor schmückt den Kreisel bei der Lysser Kufa, die zukünftig mehr finanzielle Mittel benötigt. - keystone
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Die Lysser Kulturfabrik Kufa steht finanziell unter Druck. Mit einem Massnahmenpaket will die Institution ihre finanzielle Zukunft sichern. Dazu gehören etwa ein neues Sponsoringkonzept, die Vermietung von Räumen aber auch mehr Geld von den Gemeinden.

Der Lysser Gemeinderat hat eine Zusatzfinanzierung von jährlich 100'000 Franken für die Kufa beschlossen. Diesem Vorhaben muss das Gemeindeparlament am 13. Mai noch zustimmen, wie aus einer Mitteilung der Kufa vom Mittwoch hervorgeht.

Ausserdem sollen die umliegenden Gemeinden motiviert werden, einen jährlichen pro-Kopf-Beitrag an die Kufa zu leisten. Mit diesem Geld sollen vor allem Dienstleistungen für die Jugend abgegolten werden. Es handle sich um Leistungen, die die Kufa seit Jahren erbringe, die aber nicht im Leistungsvertrag eingeschlossen seien.

Gemeinsame Anstrengungen zur Rettung der kulturellen Einrichtung

Die Kufa-Leitung hat zusammen mit der Gemeinde Lyss einen Dialog mit umliegenden Gemeinden aufgenommen. Erste Reaktionen seien positiv, heisst es bei der Kufa.

«Die Kufa ist der kulturelle, regionale Begegnungsort für Jung und Alt. Dank der Kufa können die umliegenden Gemeinden ihrer Bevölkerung den Zugang zu einem vielfältigen Angebot ermöglichen, und dies praktisch vor der Haustüre», wird Manuela Kocher, Gemeindepräsidentin von Worben in der Mitteilung zitiert.

Dass die Kufa finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, führt die Institution auf mehrere Gründe zurück. Da ist zum einen die Coronapandemie. Nach deren Ende kämpfen immer noch viele Kulturinstitutionen mit einer schwächeren Nachfrage und rückläufiger Erträge. Dazu kommen Preissteigerungen im Energiebereich, aber auch beim Ticketing und bei den Künstlergagen.

Die Herausforderungen des modernen Konsumverhaltens

Und schliesslich habe sich auch das Konsumverhalten verändert. Ticketbuchungen würden immer kurzfristiger gemacht, was eine längerfristige und stabile Planung erschwere.

Im Vergleich zu anderen nicht gewinnorientierten Kulturhäusern der Schweiz, die im Durchschnitt mit 29 Prozent subventioniert würden, erhalte die Kufa bisher nur 16,3 Prozent Beiträge der öffentlichen Hand.

Die Kulturfabrik rechnet für das laufende Jahr mit einem kleinen Defizit. Für die kommenden Jahre aber könnte das Minus jeweils um die 180'000 Franken betragen. Aus diesem Grund sei ein Massnahmenpaket unumgänglich.

Sponsoring und betriebliche Verbesserungen

Nebst Geldern der öffentlichen Hand will die Kufa-Leitung auch betriebliche Verbesserungen erzielen, etwa durch die Vermietung von Räumlichkeiten.

Mit einem neuen Sponsoringkonzept hoffen die Verantwortlichen, die Einnahmen mittelfristig auf jährlich rund 200'000 Franken zu erhöhen. Notwendige Investitionen wie etwa eine neue Musikanlage sollen über Fundraising finanziert werden.

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