Die seit 2001 bestehende Verkehrsbetriebe Luzern AG (VBL) hat 2020 erstmals einen Verlust eingefahren. Wegen Corona transportierten die blauen Busse 30 Prozent weniger Passagiere. Es resultierte ein Verlust von 7,2 Millionen Franken, dies gegenüber einem Gewinn von 6,7 Millionen Franken 2019.
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Busse der Verkehrsbetriebe Luzern VBL. - Keystone

Wie die städtische AG am Freitag mitteilte, ging der Betriebsertrag 2020 im Vergleich zum Jahr zuvor um 15 Prozent von 100,2 Millionen Franken auf 85,5 Millionen Franken zurück. Der Betriebsaufwand konnte im Gegenzug nur um 3 Prozent von 93,2 Millionen Franken auf 90,7 Millionen Franken reduziert werden.

Schuld am Ertragsrückgang ist der Verkehrsertrag, der um 23 Prozent von 48,3 Millionen Franken auf 37,1 Millionen Franken zurückging. Wegen der Coronapandemie transportierten die rund 150 VBL-Busse auf den rund 30 Linien nur noch 36,7 Millionen Passagiere. 2019 waren es noch 51,0 Millionen Fahrgäste gewesen. Bei den Nachtbussen («Nachtstern») betrug der Rückgang 60 Prozent; diese waren im Zuge der Pandemie während sechs Monaten gar nicht mehr gefahren.

Die Beiträge der öffentlichen Hand nahmen leicht von 29,1 Millionen Franken auf 30,2 Millionen Franken zu. Die weiteren Erträge fielen um 20 Prozent von 22,9 Millionen Franken auf 18,3 Millionen Franken.

Die Geschäftsleitung der VBL bezieht neben dem Salär auch eine erfolgsabhängige Prämie. Auf die Entschädigung für das Jahr 2020 verzichte die gesamte Geschäftsleitung freiwillig, teilte das Unternehmen mit.

Neben der Coronakrise erschütterte 2020 auch die Subventionsaffäre die VBL AG. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, während mehreren Jahren zu hohe Subventionen bezogen zu haben. Im letzten Jahr trat wegen der Vorwürfe der gesamte Verwaltungsrat zurück. Der Streit um die total 16 Millionen Franken zwischen der VBL und dem Verkehrsverbund Luzern (VVL) wird nun von einem Gericht entschieden.

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