Die Universität Luzern hat am Montag, 19. September 2022, vom Kantonsrat grünes Licht für die Schaffung von zwei neuen Fakultäten erhalten.
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Die Universität Luzern. - Keystone

Der Uni-Ausbau aber war nicht unbestritten. SP und Grüne störten sich daran, dass die neue Psychologie-Fakultät privat finanziert werden soll. Die SVP lehnte die neuen Fakultäten grundsätzlich ab. Der Rat stimmte nach der ersten Lesung einer entsprechenden Änderung des Universitätsgesetzes mit 88 zu 21 Stimmen zu.

Die Universität Luzern will eine neue Fakultät für Verhaltenswissenschaften und Psychologie schaffen und das Departement für Gesundheitswissenschaften und Medizin in eine Fakultät umwandeln. Bislang verfügte die Universität über die vier Fakultäten Theologie, Kultur- und Sozialwissenschaften, Rechtswissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften.

Die Universität Luzern gibt es erst seit 2000, und sie ist mit 3155 Studentinnen und Studenten die kleinste der Schweiz. Sie versteht sich nicht als Volluniversität, sondern als humanwissenschaftliche Fakultät. Mit den beiden neuen Fakultäten will die Universität ihr Angebot abrunden.

Die geplante Fakultät für Verhaltenswissenschaften und Psychologie soll privat finanziert werden. Die Umwandlung des Departement für Gesundheitswissenschaften und Medizin in eine Fakultät soll kostenneutral sein, aber auch dieses Departement war, genauso wie die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, privat finanziert worden.

Das Anliegen der Universität ist nicht unbestritten

Damit die Universität zwei neue Fakultäten gründen kann, muss der Kantonsrat das Universitätsgesetz anpassen. Die Eintretensdebatte zeigte, dass das Anliegen der Universität nicht unbestritten ist – vor allem wegen der neuen Psychologie-Fakultät.

Kritiker aus den Reihen der FDP und SVP bemängelten, dass mit der Psychologie Studentinnen und Studenten am Arbeitsmarkt vorbei ausgebildet würden. SP und Grüne störten sich daran, dass die Fakultäten privat von Donatoren finanziert werden.

Karin Stadelmann (Mitte) unterstützte die Pläne der Universität. Allerdings werde mit dem Aufbau der zwei weiteren Fakultäten der Ausbau der Universität abgeschlossen sein.

Bernhard Steiner (SVP) lehnte dagegen die beiden neuen Fakultäten ab. Mit diesen werde der Fachkräftemangel im Gesundheitswegen nicht angegangen. Sein entsprechender Antrag blieb aber mit 19 zu 89 Stimmen chancenlos.

Fakultäten sollen Abhängigkeit von Donatoren geplant werden

Gaudenz Zemp (FDP) forderte, dass trotz aller humanistischer Ideale die Universität auch auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet werde, denn der Fachkräftemangel sei das zentrale Thema der nächsten Jahre. Trotzdem stimme die FDP-Fraktion der Schaffung der beiden neuen Fakultäten zu. Die GLP-Fraktion sehe in diesem Ausbauschritt «eine grosse Chance», dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, wie Angelina Spörri sagte. Sie stellte sich hinter den Ausbau.

Der geplante Uni-Ausbau überzeuge die SP, sagte Gisela Widmer Reichlin. Dies sei ein logischer Schritt. Die SP-Fraktion fordere aber eine eine staatliche Finanzierung. Die Fakultäten sollen langfristig geplant werden und zwar ohne die Abhängigkeit von Donatoren.

Auch Jonas Heeb (Grüne) bezeichnete die Finanzierung als «kritischen Teil» der Vorlage. Seine Fraktion sei nicht einverstanden mit der vorgesehenen Drittfinanzierung. «Ein echtes Bekenntnis der Regierung zum Universitätsstandort sähe anders aus», sagte er. Die Grünen forderten, dass der Aufbau und der Betrieb durch den Kanton getragen werden. Wenn dieser Antrag nicht durchkomme, würde ein Mehrheit der Fraktion aber «über den eigenen Schatten springen», denn sie wollten neue Fakultäten nicht ablehnen.

Und diesen Sprung mussten dann einige tatsächlich machen: Denn der Antrag von links, die neue Fakultät für Verhaltenswissenschaften und Psychologie, nicht wie von der Regierung vorgesehen durch private Donatoren sondern staatlich zu finanzieren, scheiterte im Rat mit 29 zu 75 Stimmen.

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