Im Kanton Luzern können das Natur-Museum und das Historische Museum zum Luzerner Museum für Natur, Geschichte und Gesellschaft zusammengeschlossen werden.
Luzerner Flagge
Luzerner Flagge am Stadthaus in Luzern. (Symbolbild) - Keystone

Der Kantonsrat hat am Montag, 20. Juni 2022, einer entsprechenden Änderung des Kulturförderungsgesetzes nach erster Lesung mit 93 zu 0 Stimmen zugestimmt. Im Gesetz werde zwar nur ein Satz geändert, für die kantonalen Museen bedeute dies aber einen grossen Schritt, sagte Kommissionssprecherin Rahel Estermann (Grüne). Die Museen hätten bereits heute eine gemeinsame Direktion und eine erste gemeinsame Ausstellung realisiert, doch bedeute die Gesetzesanpassung nicht einfach eine Anpassung an die Realität.

Mit dem Zusammenschluss soll ein neues Museumskonzept realisiert werden. Es gebe ein motiviertes Team, welches das neue Konzept umsetzen wolle, sagte Estermann. Die Kommission heisse deswegen den Zusammenschluss der beiden Museen gut.

Ungelöst bleibt der Standort des neuen Museums. Es wird in seinen beiden angestammten Häusern beim Kasernenplatz starten. Es sei ein Wermutstropfen und ein Kompromiss, sagte Estermann.

Angelina Spörri (GLP) bedauerte es ebenfalls, dass noch kein neuer Standort für das neue Museum gefunden worden sei. Wichtiger als der Standort eines Museums seien aber dessen Inhalte, sagte sie.

Luzern kann jetzt verpasste Entwicklungen aufholen

Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) sagte, kurzfristig könne das neue Konzept in den bisherigen beiden Häusern umgesetzt werden, langfristig brauche es aber einen neuen Standort.

Der Zusammenschluss und die Schaffung eines neuen Museums für Natur, Geschichte und Gesellschaft stiess im Parlament auf keine Kritik. Gabriela Schnider-Schnider (Mitte) sprach von einer neuen Ära und einer spannenden Museumszukunft. Hervor hob sie die Idee, mit mobilen Ausstellungen aus der Stadt in die Landschaft zu gehen.

Lisa Zanolla (SVP) begrüsste, dass mit dem neuen Museum die ganze Bevölkerung angesprochen werden solle. Gaudenz Zemp (FDP) lobte, dass der Regierungsrat den Mut zu Veränderung habe. Die jetzigen Museen seine verstaubt, es brauche einen frischen Wind.

Urban Sager (SP) begrüsste, dass für den Aufbruch die Personalressourcen aufgestockt würden. Innovation sei nicht ohne Investitionen zu haben. Jonas Heeb (Grüne) sagte, Luzern habe jetzt die Chance, verpasste Entwicklungen aufzuholen. Die personelle Aufstockung sei aber ungenügend.

Regierung wird Standortfrage «fundiert und mit offenem Blick» prüfen

Der geplante Zusammenschluss der beiden Häuser am Kasernenplatz stand zu Beginn unter einem schlechten Stern, weil sie mit einer Sparmassnahme verknüpft war. Das Konzept für ein neues Museum war zudem nur vage bekannt. Der Regierungsrat stellte daher in der Folge das ausgearbeitete Museumskonzept zur Diskussion.

Kritik gab es auch am ursprünglich vom Regierungsrat vorgeschlagenen neuen Standort im alten Zeughaus auf der Musegg. Die Regierung zeigte sich schliesslich bereit, die Standortfrage nochmals «fundiert und mit offenem Blick» zu prüfen.

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