Kanton Luzern: Bauern sollen Lachgas um 20 Prozent senken
Im Kanton Luzern startet das freiwillige Ressourcenprojekt «Lachgas» mit ersten Betriebsberatungen. Lachgas wirkt rund 300-mal stärker als CO₂.

Lachgas ist ein stark klimaschädliches Treibhausgas, das rund 300-mal stärker als CO₂ wirkt. Mit dem neuen, freiwilligen Ressourcenprojekt «Lachgas» sollen die Lachgasemissionen auf Landwirtschaftsbetrieben um 20 Prozent reduziert werden. Dafür stehen den Betrieben verschiedene Massnahmen zur Auswahl, die im Rahmen des Projekts auf ihre Wirksamkeit untersucht werden.
Im Fokus stehen die Förderung einer erhöhten Stickstoffeffizienz sowie die Verminderung von Bodenverdichtungen, welche die Bildung von Lachgas zusätzlich fördern. Interessierten Betrieben steht die Anmeldung zum Projekt weiterhin offen.
Die langen Hitze- und Trockenperioden zeigen in diesem Sommer deutlich, dass sich die Bedingungen für die Landwirtschaft verändern. Umso wichtiger ist es, dass sich die Landwirtschaft an diese Veränderungen anpasst und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Während Klimaanpassungen – wie beispielsweise Verbesserungen im Wassermanagement – helfen, mit den veränderten Bedingungen umzugehen, setzt das freiwillige Ressourcenprojekt «Lachgas» beim Klimaschutz an.
Es handelt sich dabei um eine Massnahme aus dem Planungsbericht Klima und Energie 2021.
In der Landwirtschaft entsteht Lachgas vor allem nach der Stickstoffdüngung im Boden. Bei Bodenverdichtungen sind die Bedingungen für die Entstehung von Lachgas besonders günstig. Ein effizienter Einsatz von Stickstoff und ein möglichst schonender Umgang mit dem Boden sind deshalb wichtige Ansatzpunkte, um Lachgasemissionen zu reduzieren.
Genau hier setzt das neue Ressourcenprojekt «Lachgas» an: Ziel ist, dass die teilnehmenden Landwirtschaftsbetriebe ihre Lachgasemissionen um 20 Prozent reduzieren und gleichzeitig ihr Produktionsniveau und die Bodenfruchtbarkeit aufrechterhalten können. Dafür stehen den Betrieben verschiedene Massnahmen aus den Bereichen Düngung, Fütterung und Boden zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise der Einsatz von Pflanzenkohle, das Ausbringen von Hofdünger mittels Verschlauchung zur Minimierung von Bodenverdichtungen oder das Ausbringen von Untersaaten per Drohnenflug.
Ab 2027 setzen die teilnehmenden Landwirtschaftsbetriebe die gewählten Massnahmen während insgesamt acht Jahren um. Dabei wird untersucht, welche Massnahmen sich in der Praxis bewähren und wie sich Lachgasemissionen wirksam reduzieren lassen. Das im Juli 2026 gestartete Projekt umfasst die Wahlkreise Sursee sowie neu auch Hochdorf und wird von der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope wissenschaftlich begleitet.
Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und der Kanton Luzern unterstützen das Projekt finanziell.
Informationen und Beratung für interessierte Betriebe
Für interessierte Landwirtinnen und Landwirte aus dem Projektperimeter (Wahlkreise Sursee und Hochdorf) findet am 15. Oktober 2026 im BBZN Hohenrain ein Informationsanlass zum Ressourcenprojekt «Lachgas» statt. Weitere Informationen zum Projekt und die Anmeldung zum Anlass sind auf der Projektwebseite verfügbar.
Landwirtschaftsbetriebe aus dem Projektperimeter können sich bis Ende Oktober 2026 für eine individuelle, unverbindliche Beratung direkt auf dem jeweiligen Landwirtschaftsbetrieb anmelden. Dabei wird gemeinsam mit der Betriebsleitung die Ausgangslage angeschaut und es werden mögliche Massnahmen besprochen. Zudem können offene Fragen geklärt und die möglichen finanziellen Beiträge des Projekts besprochen werden.
Auf dieser Grundlage können die Landwirtinnen und Landwirte entscheiden, ob sie am Projekt teilnehmen möchten.












