Der Gemeinderat hat die interessierte Bevölkerung eingeladen, das Siegerprojekt für den Ersatzneubau des Lido-Hallenbads zu besichtigen.
Hallenbad
Das 50-jährige Hallenbad in der Gemeinde Weggis im Kanton Luzern soll umgebaut werden. - Keystone

Wie die Gemeinde Weggis berichtet, lud am vergangenen Wochenende der Gemeinderat die interessierte Bevölkerung in die Mehrzweckhalle Sigristhofstatt ein, das aus dem Wettbewerb zur Erlangung eines Projektes für den Ersatzneubau Lido-Hallenbad hervorgegangene Siegerprojekt zu besichtigen.

Ebenfalls wurden die Ideen der weiteren sechs für einen Studienauftrag gewählten Architekturbüros ausgestellt. Anhand von Modellen, Visualisierungen und Plänen konnten sich die Besucher in die verschiedenen Möglichkeiten vertiefen, was anstelle des mittlerweile 52-jährigen Hallenbades entstehen könnte.

Filigrane Holzarchitektur

Gebannt lauschte ein grosses Publikum am Samstagvormittag den Worten von Architekt Daniele Marques, dessen Studienauftrag von der Jury den ersten Preis erhielt. Sein Konzept: Die historische Lido-Architektur wird durch ein neues Hallenbad in filigraner Holzarchitektur ergänzt.

Das Gesamtvolumen ist in vier zusammengefügte Teile gegliedert, die durch ihre Verknüpfung auf verschiedene Art Licht ins Innere bringen: Ein Kopfbau bildet am Anschluss an den historischen Kabinentrakt den Eingangsbereich, es gibt ein Nebenbauvolumen für die Küche, ein Hauptvolumen für das Restaurant und die Garderoben sowie ein Sockelvolumen für den Badebereich mit Schwimmbecken, Whirlpool, Planschbecken und Nichtschwimmerbereich.

Neubau wird geschickt mit der Lidoanlage verknüpft

Speziell interessant, dies wurde auch vom Preisgericht gewürdigt, sind die Zugänge in die verschiedenen Bereiche konzipiert. So schreibt die Jury: «Die verschiedenen Wege vom Eingang ins Hallenbad, ins Lido und ins Restaurant inszenieren auf unterschiedliche Weise den Blick auf den See. Der Weg ins Lido – über die Terrasse, um die Platane herum und über eine breite Rampe hinunter auf die oberste Lidoebene – bietet ein besonders dramaturgisches Erlebnis und verknüpft den Neubau geschickt mit der Lidoanlage.»

So geht es weiter

Gemeindepräsident Roger Dähler orientierte die Besucher, darunter auch Behördemitglieder der Nachbargemeinden, am Samstagvormittag über die weiteren Meilensteine auf dem Weg hin zum Ersatzneubau Lido-Hallenbad:

2021/22: Ausarbeitung Bauprojekt

2023: Urnenabstimmung Baukredit

2025: Baustart (Herbst)

2027: Fertigstellung

Dabei wies er darauf hin, dass nun auch der Zeitpunkt da sei, bezüglich Beteiligung an den Investitions- wie auch Betriebskosten in konkrete Verhandlung zu treten mit den Nachbargemeinden, welche sowohl für die Bedürfnisse ihrer Bevölkerung und der Schulen Interesse hätten.

Ebenfalls zählt er auf die weitere Unterstützung der Weggiser Stimmberechtigten, die von der Mitwirkung beim Zwischenbericht und der Vernehmlassung der Machbarkeitsstudie bis zur Krediterteilung für die Durchführung des Wettbewerbs und den Projektierungskredit jeweils sehr gross war.

Neue Parkierungsmöglichkeiten für das LidoI

m Jahr 2015 hat der Gemeinderat Weggis aufgrund des prekären Zustandes des Hallenbades beim Lido Handlungsbedarf erkannt. In der Folge wurde eine externe Analyse mit Empfehlung zum weiteren Vorgehen in Auftrag gegeben.

Das Ergebnis zeigte auf, dass eine Sanierung der bestehenden Anlage eine schlechte Preis- / Leistungsbilanz aufwies und, dass folglich bei weiterem Bedarf nach einem Hallenbad ein Ersatzneubau mittel- und langfristig die zielführende Lösung darstellt.

Zuerst war die Machbarkeitsstudie

Das Vorhaben wurde in den folgenden Jahren konkretisiert, der Gemeinderat wurde dabei seit 2017 von einer breit abgestützten Lidokommission begleitet. Eine Marktanalyse und eine Machbarkeitsstudie mit mehreren Varianten bildeten die Basis für das Raumprogramm und den Kostenrahmen. Der Gemeinderat entschied sich, für die Realisierung dieses Vorhabens einen selektiven Studienauftrag auszuschreiben.

Dann kam die Urnenabstimmung über den Wettbewerb

Die Stimmberechtigten von Weggis beschlossen am 21. Juni 2020 an der Urne einen Kredit für ein Wettbewerbsverfahren für den Ersatzneubau des Lido-Hallenbads mit 783 Ja gegen 289 Nein.

Nach der Genehmigung des Programms und der Zusammensetzung des Beurteilungsgremiums durch den Gemeinderat erfolgte im Oktober 2020 die Ausschreibung zur Bewerbung für die Teilnahme am Studienauftrag. Bis am 17.12.2020 sind fristgerecht 54 Dossiers eingegangen.

Ein- oder zweigeschossige Schwimmhalle

Es zeigte sich, dass sich ein Grundsatzentscheid betreffend ein- oder zweigeschossiger Schwimmhalle als richtungsweisend herausstellte: so begrüssenswert eine grössere Raumhöhe für die Halle auch sein mag, erwies sich die Kehrseite als problematisch:

Die dadurch fehlenden Geschossflächen in den übrigen Ebenen führten meist zu engen Platzverhältnissen mit Auswirkungen auf die Betriebsabläufe.

Ausstellung auch im Hallenbad

Wer keine Gelegenheit hatte, sich am vergangenen Wochenende in der Halle Sigristhofstatt über das Siegerprojekt Ersatzneubau Lido-Hallenbad zu informieren, kann die Pläne und Visualisierungen auch im Hallenbad betrachten. Die entsprechenden Dokumente sind im Eingangsbereich ausgestellt.

Im Weiteren gab Roger Dähler bekannt, dass sich für eine Erweiterung des Parkplatzangebotes eine konkrete Lösung abzeichne. Der Gemeinderat hat mit der Familie Hasler vom Hotel Alexander eine Absichtserklärung unterzeichnet, welche beinhaltet, eine unterirdische Parkplatzebene mit insgesamt 80 Plätzen zu mieten und für die Besucher des Lidos entsprechend zu bewirtschaften.

Die Eigentümerschaft des Hotels Alexander plant, das Parkplatzgrundstück nördlich des Lidos zu bebauen.

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