Küssnacht SZ: 19-Jährige Modedesignerin für Kulturpreis nominiert
Jewel Ulrich ist in Küssnacht SZ für den Nachwuchspreis des Küssnachter Kulturpreises nominiert. Verliehen wird die Auszeichnung am 3. September 2026.

Seit zehn Jahren ehrt der Küssnachter Kulturpreis herausragende kulturelle Leistungen mit grosser Wirkung im Bezirk. Er würdigt das langjährige Engagement von Personen oder Gruppen, die das kulturelle Leben in Küssnacht prägen und oft auch über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt sind.
Der Preis wird in drei Kategorien vergeben: Der Nachwuchspreis für Kulturschaffende bis 25 Jahre ist mit 1'000 Franken dotiert, gesponsert von der Schwyzer Kantonalbank. Einzelpersonen erhalten 3'000 Franken, Gruppen wie Vereine 4'000 Franken. Berücksichtigt werden Künstler aus allen Sparten, darunter Kunst, Musik, Tanz, Literatur, Theater, Film, Fotografie, Brauchtum und soziokulturelle Aktivitäten.
Die Verleihung des zehnten Kulturpreises findet beim Kulturapéro statt, einem wichtigen Treffpunkt für Kulturschaffende, Vereine und Kulturinteressierte. Dieses Format feiert seine 20. Ausgabe am 3. September 2026 und bietet einen würdigen Rahmen für die Auszeichnung.
Nach der Verleihung des Küssnachter Kulturpreises kommuniziert der Bezirk die Gewinnerinnen und Gewinner aller Kategorien.
Jewel Ulrich: Muster zeichnen und sie gleichzeitig durchbrechen
Kreativität begleitet die 19-jährige Jewel Ulrich schon ihr ganzes Leben. Zeichnen, Skizzieren, Singen und Nähen waren für sie früh Möglichkeiten, eigene Ideen auszudrücken. Besonders das Nähen, das sie im textilen Gestaltungsunterricht der Primarschule entdeckte, entwickelte sich über die Jahre zu einer immer grösseren Leidenschaft.
Zunächst entschied sie sich für eine Ausbildung zur Grafikdesignerin an der Fachklasse Grafik Luzern, die sie dieses Jahr erfolgreich abschloss. Parallel setzte sie eigene Nähideen und -projekte um, experimentierte mit verschiedenen Formen und Materialien und fertigte auch einzelne Stücke für Freunde an. In ihrer Abschlussarbeit «TIED!» brachte sie schliesslich Grafik und Mode zusammen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kleidung Macht ausdrücken und den Körper formen kann. Inspiriert von der Geschichte der Frauenkleidung, dem Korsett und der Symbolik klassischer Businesswear entstanden zwei Looks aus recycelter Herrenbekleidung. Korsett, Anzughose und Krawatte werden aus ihrem gewohnten Kontext gelöst und neu interpretiert.
Historische und gesellschaftliche Themen wie Geschlechterrollen, Unterdrückung und Autorität werden so in eine zeitgenössische Form übersetzt. Die beiden Looks werden in einem selbst gestalteten Editorial zusammengeführt, das die Arbeit als Magazin fotografisch und grafisch weiterführt.
Jewel Ulrich möchte auch künftig Mode mit einer eigenen Aussage gestalten: Statement Pieces mit einer Geschichte, die Fragen aufwerfen und zum Nachdenken anregen. Während sie ihr Fashion-Design-Portfolio weiterentwickelt, möchte sie erste praktische Erfahrungen in der Modewelt sammeln.










