Wie die Gemeinde Herrliberg mitteilt, werden die Waldbesitzer bei der Wiederbewaldung nach den grossen Borkenkäferschäden finanziell unterstützt.
Borkenkäfer
Ein Borkenkäfer krabbelt über die Unterseite einer Fichtenrinde. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/DPA/ROLAND WEIHRAUCH

Die Wälder in der Gemeinde Herrliberg hatten in den letzten Jahren stark gelitten. Im Januar 2018 hat sie der Sturm Burglind heimgesucht; damals gab es auf dem gesamten Gemeindegebiet viele Bäume, die der Wind umgeworfen hatte.

Die Aufräumarbeiten im Wald dauerten fast das ganze Frühjahr bis in den Sommer hinein. Anschliessend sorgte der Hitzesommer 2018 für eine starke Trockenperiode, die dem schon sehr strapazierten Wald nochmals zusetzte.

Die Folgen aus diesen zwei Naturereignissen war, dass sich der Borkenkäfer explosionsartig vermehren und sehr stark ausbreiten konnte. Ideal für Borkenkäfer ist es, wenn es sehr trocken und warm ist und die Bäume geschwächt sind. Die Fichten können die in grosser Zahl eindringenden Borkenkäfer nicht mit Harz bekämpfen.

Seit Sommer 2018 herrschen ideale Bedingungen für den Borkenkäfer

Es herrschten also seit Sommer 2018 ideale Bedingungen für den Borkenkäfer. Insgesamt frassen die kleinen Käfer in den letzten drei Jahren in der Gemeinde Herrliberg über 22 Hektaren Fichtenwald.

Bei einer gesamten Fläche von 193 Hektaren sind das mehr als 10 Prozent. Die privaten Waldeigentümer (Einzelparzellen oder Korporationen) stehen nun vor grossen Herausforderungen.

Einerseits haben die Waldbesitzer durch den Verlust des Holzwerts einen teils hohen finanziellen Schaden erlitten. Andererseits haben viele auch emotional gelitten. Es ist nicht einfach zu erleben, wie der Wald, der über Generationen gepflegt wurde, in kürzester Zeit abstirbt.

Waldbesitzer werden mit Beiträgen für die Wiederbewaldung entschädigt

Der Kanton Zürich und die Gemeinde Herrliberg haben sich entschlossen, die Waldbesitzer mit Beiträgen für die Wiederbewaldung auf diesen Schadflächen zu entschädigen.

Diese Gelder sollen helfen, den Wald so auszurichten, dass er künftigen Herausforderungen begegnen und die Waldfunktionen langfristig und auch unter veränderten klimatischen Bedingungen erfüllen kann.

Ideal wäre es, wenn zukunftsfähige, standortgerechte, vielfältige und ökologisch wertvolle Bestockungen aus Naturverjüngungen entstehen, oder standortgerechte, trockenheitstolerante Baumarten gepflanzt werden.

Ökologisches Gedeihen vieler Baumarten

Dank den neuen Lichtverhältnissen können Baumarten wie Eiche, Kirsche oder Nussbaum, aber auch ökologisch wertvolle Weichlaubhölzer, wie Apsen oder Weiden, gedeihen.

Ein negativer Effekt des vielen Lichtes auf den Waldboden ist das oft starke Wachstum von Konkurrenzvegetation (z. B. Brombeere). Diese verunmöglichen konkurrenzschwächeren Baumarten ein Überleben.

Alle Schadflächen wurden kartiert

Ebenfalls möchte man auf den Kahlflächen die allfällig aufkommenden invasiven Neophyten bekämpfen und dezimieren. Aus diesem Grund hat der Forstdienst alle Schadflächen, die in den letzten drei Jahren in der Gemeinde Herrliberg entstanden sind, kartiert. Nun werden alle Waldbesitzer informiert und waldbaulich beraten.

Damit auch unsere nachfolgende Generation in Herrliberg einen schönen, vitalen und ökologisch wertvollen Wald geniessen kann und die Wälder für zukünftige Störungen gewappnet sind.

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