Wie die Gemeinde Schöftland angibt, bleiben die Strompreise der EV-Schöftland marktgerecht und die Kunden werden weiterhin mit Schweizer Wasserstrom beliefert.
Dorfstrasse in der Gemeinde Schöftland.
Dorfstrasse in der Gemeinde Schöftland. - Nau.ch / Simone Imhof

Der Trend zu schweizweiten Strompreiserhöhungen 2022 betrifft auch das Versorgungsgebiet der Elektrizitätsversorgung Schöftland (EV-Schöftland). Die Herkunftsnachweise (HKN) Wasser Schweiz konnten für das Jahr 2022 zu sehr attraktiven Konditionen am offenen Markt eingekauft werden.

Durch die infolge der Coronapandemie und der steigenden Preise für die CO2-Zertifikate erneut um knapp fünf Prozent gestiegenen Beschaffungskosten für die elektrische Energie auf dem weltweiten Energiemarkt muss auch die EV-Schöftland die Preise für das Jahr 2022 leicht erhöhen.

Aufgrund der erneut massiven Preiserhöhungen der Vorleger (Swissgrid AG, AEW Energie AG und so weiter) um 13,04 bis 18,75 Prozent auf den Netznutzungspreisen, die der EV-Schöftland weiterverrechnet werden, und der in den nächsten Jahren sehr hohen Investitionskosten in die gesetzlich vorgeschriebene intelligente Messtechnik Smart-Meter-Technologie müssen die Tarife der EV-Schöftland entsprechend angepasst werden.

Der gesamte Kilowattstunde-Preis ist relativ stark angestiegen

Zusätzlich sind in den nächsten Jahren hohe Investitionskosten in den Ausbau der Netzinfrastruktur notwendig, damit die Anforderungen an die Energiestrategie 2050 des Bundesamtes für Energie (BFE) mit der dezentralen Energieproduktion, Elektromobilität, Zubau von Wärmepumpen und so weiter erfüllt werden können. Die Grundpreise konnten auf dem Niveau des Vorjahres belassen werden.

Insgesamt wird der gesamte Kilowattstunde-Preis auf der Energierechnung der einzelnen Kunden mit einer Erhöhung zwischen 2,69 und 6,56 Prozent relativ stark ansteigen. Bei den beiden grössten Kundengruppen, den Haushalts- und den Gewerbekunden, wird der Preis insgesamt um 6,56 beziehungsweise um 3,69 Prozent angehoben, was im Vergleich zu anderen Energieversorgungsunternehmen (EVU) eher an der unteren Grenze sein wird.

Von den Finanzanalysten der Branche wird eine allgemeine Tariferhöhung in der Grössenordnung zwischen sechs und neun Prozent erwartet. Gemäss Tarif-Vergleichsplattform der ElCom liegen die Tarife der EVS bei den grossen Kundengruppen immer noch in einem sehr attraktiven Bereich.

Wasserstrom und Photovoltaikanlagen

Mittels Zukauf von sogenannten Herkunftsnachweisen (HKN) Wasser Schweiz und Wasserstrom vom eigenen Kleinwasserkraftwerk Obere Mühle wird der Anteil von erneuerbaren Energien mit 100 Prozent Wasserstrom Schweiz angestrebt. Somit liefert die EV-Schöftland allen Kunden im Jahre 2022 erneut annähernd 100 Prozent Wasserstrom, der in der Schweiz produziert wurde.

Der Tarif für die Rücklieferung von erneuerbarer Energie aus Photovoltaikanlage wurde auf zehn Rappen pro Kilowattstunde inklusive Abgeltung für den HKN Herkunftsnachweis belassen. Dadurch soll der Anreiz für den Zubau von Photovoltaikanlagen im Netz der EV-Schöftland erhöht und die Energiestrategie 2050 umgesetzt werden.

Die Tarife der EV-Schöftland sind damit im kantonalen Vergleich weiterhin äusserst attraktiv.

Die durch die Neuerungen im Energierecht per 1. Januar 2018 eingeführte gesetzliche Abgabe für den Netzzuschlag wurde auf 2,3 Rappen pro Kilowattstunde und die Abgabe für die Systemdienstleistung (SDL) der Swissgrid AG auf 0,16 Rappen pro Kilowattstunde belassen.

Mehr zum Thema:

Swissgrid Energie Wasser Smart Schöftland