Der Richtplan der Gemeinde Wattwil sieht vor, den Fokus auf die Entwicklung des Ortszentrums zu legen. Dabei soll auch die Bevölkerung miteinbezogen werden.
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Die öffentliche Mitwirkung bildet einen wichtigen Meilenstein in der Überarbeitung der kommunalen Richtplanung. Die Überarbeitung bestätigt: Die Strategie, den Fokus auf die Entwicklung im Ortszentrum zu legen, war und ist richtig – es gilt, das Potenzial, das in den hier vorhandenen Reserven liegt, konsequent zu nutzen.

Seit der Teilrevision des Raumplanungsgesetzes, die im März 2013 schweizweit, im Kanton St. Gallen und auch in Wattwil mit einer hohen Zustimmung von rund zwei Dritteln angenommen wurde, sind landesweit alle Raumplanungsinstrumente auf einen dreifachen Gesetzesauftrag auszurichten:

Die Zersiedelung ist zu stoppen, brachliegendes Bauland ist effizienter zu nutzen, und es gilt, eine kompakte Siedlungsentwicklung zu fördern. Im Kanton St.Gallen erfolgte die Implementierung auf kantonaler Ebene mit dem Richtplan 2017.

Entsprechend bildet die Entwicklung nach innen auch in der laufenden Überarbeitung der kommunalen Richtplanung in Wattwil einen wichtigen Schwerpunkt.

Der Gemeinderat verfolgt die Strategie «Siedlungsentwicklung nach innen»

Mit Blick auf die Funktion von Wattwil als Regional- und Arbeitsplatzzentrum sowie auf die grossen Nutzungsreserven im Ortszentrum hatte der Gemeinderat diese allgemeine Stossrichtung bereits 2012 im geltenden kommunalen Richtplan festgehalten.

Konsequent verfolgte er in den letzten Jahren den strategischen Schwerpunkt, das Ortszentrum weiterzuentwickeln. «Trotzdem haben wir im Ortszentrum nach wie vor grosse Nutzungsreserven», erklärt Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner. «Raumplanerisch gesprochen, ist das Zentrum ‹unternutzt›.

Mit anderen Worten: Hier liegt Potenzial, das wir nutzen müssen, um weiter an Dynamik zuzulegen.» Deshalb arbeiteten Gemeinderat, Raumplanungskommission und das beauftragte Raumplanungsbüro im Rahmen der Richtplan-Überarbeitung eine Strategie «Siedlungsentwicklung nach innen» aus.

Die Innenentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Diese konsolidierte Strategie zeigt mit Potenzial- und Fokusgebieten, wo sich die Gemeinde entwickeln will, wo innere Reserven bestehen und wo Innenentwicklung möglich und verträglich ist.

Sie berücksichtigt diverse Auswertungen über die ganze Gemeinde hinweg wie auch bestehende Planungen: das Leitbild Zentrum und das Hochhauskonzept, das der Gemeinderat in den letzten Jahren entwickeln liess. «Ohne Grundeigentümerinnen und Umsetzer findet allerdings auch mit der besten Planung keine Innenentwicklung statt», betont Alois Gunzenreiner.

«Deshalb flossen und fliessen auch die Ergebnisse von Quartierbegehungen und -diskussionen sowie Grundeigentümerbefragungen mit ein – und deshalb ist auch die öffentliche Mitwirkung für weitere Kreise geöffnet.»

Der Richtplanentwurf sieht ein gesundes Wachstum und realistische Ziele vor

Der Richtplanentwurf sieht langfristig ein gesundes Bevölkerungswachstum vor: Die Gemeinde Wattwil soll bis 2045 im bestehenden Baugebiet bei hoher Qualität der Aussenräume auf eine Einwohnerzahl von 10'000 wachsen.

Mit Blick auf die Vorgaben zur Beschränkung der Zersiedelung ist Wattwil insgesamt auf Kurs: Auszonungen sind aktuell keine nötig. Der Kapazitätsindex gemäss kantonalem Gesetz zeigt: Im Siedlungsgebiet von Wattwil kommen heute auf eine Hektare Land 52 Einwohner/innen.

Angestrebt werden 57 – das entspricht dem avisierten gesunden Wachstum im Siedlungsgebiet. Zugleich hat die Gemeinde Wattwil als Regionalzentrum die Aufgabe, den Arbeitsstandort mit regionaler, teilweise überregionaler und grenzüberschreitender Bedeutung zu sichern und nach Möglichkeit auszubauen.

Ebenso sind die wichtigsten Einrichtungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Kultur, Verwaltung, Einkauf und Verkehr bereitzustellen.

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