Beat Feuz und Stefan Rogentin sind auch im ersten von zwei Super-G in Bormio die bestklassierten Schweizer. Der Berner und der Bündner werden in dem vom Norweger Aleksander Kilde dominierten Rennen Fünfter und Siebenter. Marco Odermatt fährt auf Platz 8.
Alpine Skiing World Cup in Bormio
Beat Feuz während dem Super-G in Bormio. - keystone

Der Nidwaldner hat die Bürde des Lieferanten für Spitzenplätze zuletzt alleine getragen, weil Mauro Caviezel nach wie vor pausieren muss. Der Bündner, der andere Erfolgsgarant aus dem Männer-Team von Swiss-Ski, sieht sich weiterhin ausserstande, nach seiner im Januar bei einem Trainingssturz in Garmisch erlittenen schweren Hirnerschütterung in den Rennbetrieb zurückzukehren.

Spitzenränge sind für Odermatt gleichbedeutend mit Podestplätzen - die Erwartungshaltung hat seit dem vergangenen Winter noch einmal an Höhe zugelegt. Der Blondschopf zeigt sich davon unbeeindruckt. In dieser Saison hat er bisher im Takt eines Fliessbandarbeiters geliefert. In elf Weltcup-Rennen ist er viermal Erster und dreimal Zweiter geworden. Ein 8. Rang wie am Mittwoch wird deshalb zur Kenntnis genommen, ruft aber nach Erklärungen.

Es waren zwei zeitraubende Fehler, die diesmal eine bessere Klassierung verhinderten, der erste vor einem Flachstück, der zweite kurz vor dem Ziel, als Odermatt das Ausscheiden nur mit Mühe verhindern konnte. Es war das zweite Mal in Folge, dass sich beim Blondschopf im Super-G die Normalität verschoben hatte, allerdings nicht mehr in dem Masse wie eine gute Woche zuvor in Val Gardena. Auf der Saslong war er mit den Bedingungen überhaupt nicht zurecht gekommen und hatte sich mit dem 24. Platz zufrieden geben müssen.

Umso besser, dass sich erneut Feuz und Rogentin aus dem Schatten Odermatts lösen konnten. Feuz, im Super-G in Val Gardena im 4. Rang schon der bestklassierte Schweizer, zeigte in Bormio eine starke Reaktion auf seinen Sturz in der Abfahrt am Tag zuvor und bestätigte umgehend den Aufwärtstrend in seiner zweiten Disziplin.

Feuz ist im Super-G noch nicht wieder im Zenit seiner Möglichkeiten angelangt. Er ortet weiteres Verbesserungspotenzial. Einzelne Schwünge sind nach wie vor nicht perfekt, auf jeden Fall gelingen sie ihm noch nicht so, wie er sich das selber vorstellt. Aber die Steigerung im Vergleich ist gleichwohl augenfällig. Feuz hat sich eine Grundlage erarbeitet, um auch im Super-G wieder an der Spitze mitzumischen.

Feuz staunte ein weiteres Mal über sich selber. Die Messlatte legte er deshalb wieder höher als zuletzt. «Der Sieg war heute weit entfernt. Dass ich aber um die nächsten Plätze wieder mitkämpfen kann, zeigt, dass meine Form auch im Super-G grundsätzlich vorhanden wäre.» Letztmals auf dem Podest nach einem Weltcup-Super-G war Feuz vor mehr als zweieinhalb Jahren gestanden. Damals hatte er in Kvitfjell in Norwegen den 3. Platz belegt.

Ein Podestplatz im Weltcup fehlt Rogentin noch. Der Bündner unterstrich seine Fortschritte aber ein weiteres Mal. Mit dem 7. Platz bestätigte er den 5. Rang im Super-G in Val Gardena, sein bis dahin bestes Ergebnis, umgehend. In Bormio fehlte für einen weiteren Fahrer aus dem Kanton Graubünden wenig zu einer Klassierung unter den ersten zehn. Mit dem 11. Rang verpasste Gino Caviezel seine Bestmarke im Super-G um zwei Plätze.

Ganz vorne in der Rangliste sorgte Kilde für klare Verhältnisse. Der Norweger errang seinen dritten Sieg hintereinander im Super-G, den zehnten im Weltcup insgesamt, mit 72 Hundertsteln Vorsprung vor dem überraschenden Österreicher Raphael Haaser und dessen Teamkollegen, Weltmeister Vincent Kriechmayr.

Kilde ist nunmehr auch in der Disziplinenwertung die Nummer 1 und logischerweise auch Favorit im zweiten Super-G auf der «Stelvio» am Donnerstag. Für Odermatt ändert sich auch als Herausforderer nichts. Er bleibt der grösste Schweizer Hoffnungsträger.

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