Positiver Jahresabschluss 2025 – Budget 2026 mit Defizit

Gemeinde Waldkirch
Gemeinde Waldkirch

Gossau,

Die Erfolgsrechnung 2025 der Gemeinde Waldkirch schliesst besser als erwartet. Das Budget 2026 weist wiederum ein Defizit von knapp 2 Millionen Franken auf.

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Die Gemeinde Waldkirch schliesst das Jahr 2025 mit einem Gewinn von 34'920,32 Franken ab. Für 2026 rechnet das Budget wiederum mit einem Defizit von 1'963'600 Franken. (Symbolbild) - Depositphotos

Wie die Gemeinde Waldkirch mitteilt, schliesst die Erfolgsrechnung 2025 der Gemeinde Waldkirch mit einem Gewinn von 34'920,32 Franken ab.

Damit konnte gegenüber dem budgetierten Defizit von 792'900 Franken für das Jahr 2025 eine Budgetbesserstellung von 827'820,32 Franken realisiert werden.

Jahresgewinn geht in Ausgleichsreserve

Der Jahresgewinn in der Höhe von 34'920,32 Franken wird dem Konto «Ausgleichsreserve» zugewiesen. Diese beträgt neu 4'901'389,74 Franken (Vorjahr: 4'866'469,42 Franken).

Die Ausgleichsreserve dient dem kurz- und mittelfristigen Ausgleich der Erfolgsrechnung. Sie wird im Eigenkapital geführt.

Nebst diesem Konto «Ausgleichsreserve» sind per 31. Dezember 2025 noch 3'263'852,12 Franken im Konto «Kumulierte Ergebnisse der Vorjahre (Eigenkapital) vorhanden (insgesamt 8'165'241,86 Franken).

Aufwandeinsparungen und Kostensteigerungen

In den nachfolgend aufgeführten Kontogruppen konnten deutliche Aufwandeinsparungen oder ausserordentliche Erträge gegenüber dem Budget ausgewiesen werden.

Es sind dies die Kontogruppen (0) Allgemeine Verwaltung, (3) Kultur, Sport und Freizeit, (4) Gesundheit, (6) Verkehr sowie (8) Volkswirtschaft. Mehraufwände ergaben sich bei den Kontogruppen (1) Öffentliche Ordnung und Sicherheit, (2) Bildung, (5) Soziale Sicherheit sowie (7) Umweltschutz und Raumordnung.

Wiederum deutliche und seit Jahren steigende Mehraufwände sind in der Kontogruppe (2) Bildung, (3) Kultur, Sport und Freizeit, (5) Soziale Sicherheit sowie (7) Umweltschutz und Raumordnung zu verzeichnen.

Kostensteigerungen

Gegenüber der Rechnung 2024 haben vor allem Transferaufwände im Rechnungsjahr 2025 zu Buche geschlagen. Transferaufwände sind Kosten, für welche die Gemeinde aufkommen muss und dabei keinen Einfluss auf deren Höhe nehmen kann.

Es sind dies Schulgelder für Sonderschulen mit einem Mehraufwand von 85'466,60 Franken sowie Kostenanteile für die Pflegefinanzierung von Spitexorganisationen, welche gegenüber dem Vorjahr um 69'958,50 Franken angestiegen sind.

Die Beiträge an private Haushalte und für Krankenkassenprämien haben um 69'799,55 Franken zugenommen. Die Unterbringungskosten für Personen in Heimen stiegen um 81'445,22 Franken. Des Weiteren sind Mehrkosten an private Haushalte für Flüchtlinge über 133'001,95 Franken angefallen. Die Integrationsmassnahmen stiegen um 53'796,44 Franken an. Ebenso stiegen die Kosten an die Sozialen Dienste Gossau und die Berufsbeistandschaft um 36'030,15 Franken an.

Im Ressort Raumplanung stiegen die Kosten im Zuge der Revision der Schutzverordnungen um 82'307,35 Franken, ebenso die Betriebskosten der ARA Niederbüren um 73'003,67 Franken. Im Bereich Verkehr haben deutliche Mehraufwände von 51'668,15 Franken gegenüber dem Rechnungsjahr 2024 im Strassenunterhalt der 3.-Klasse-Strassen den Ausschlag gegeben. Die planmässigen Abschreibungen der Investitionen stiegen gegenüber dem Rechnungsjahr 2024 um 137'300 Franken an.

Verminderte Erträge

Im Rechnungsjahr 2024 resultierte ein Einmaleffekt durch den Verkauf der Liegenschaft «Steig» über 1,4 Millionen Franken. Im Rechnungsjahr 2025 konnten keine derartigen Einmaleffekte mehr vereinnahmt werden. Die Steuereinnahmen der Einkommens- und Vermögenssteuern natürlicher Personen früherer Jahre sank gegenüber dem Rechnungsjahr 2024 um satte 554'126,80 Franken und auch die Grundsteuern sanken um 364'166,45 Franken.

Aus dem Finanzausgleich, im Speziellen aus dem Sonderlastenausgleichsbeitrag Volksschule, fällt der Gemeinde 216'400 Franken weniger zu. Auch der soziodemographische Sonderlastenausgleichsbeitrag reduziert sich um 83'100 Franken.

Kosteneinsparungen

Die Aufwandeinsparungen in den verschiedenen Kontogruppen haben mehrere Gründe. So konnten durch einen haushälterischen Umgang mit den Finanzmitteln Einsparungen gegenüber dem Rechnungsjahr 2024 erzielt werden.

Erfreulich sind die Einsparungen in den Kontogruppen (0) Allgemeine Verwaltung, (4) Gesundheit, (6) Verkehr und (8) Volkswirtschaft.

Der Kostenanteil Pflegefinanzierung im Jahr 2025 ist gegenüber dem Rechnungsjahr 2024 um 153'777,16 Franken gesunken. Der Kostenanteil der Pflegefinanzierung gehört zu den Kontengruppen der nicht beeinflussbaren Transferkosten. Diese sind sehr volatil und ausgeprägten Schwankungen unterworfen.

Der bauliche Strassenunterhalt der Gemeindestrassen I./II. Klasse sank ebenfalls gegenüber der Rechnung 2024 um 144'197,65 Franken.

Erhöhte Erträge

Beim Finanzausgleich stieg einzig der Ressourcenausgleichsbeitrag gegenüber dem Vorjahr um 101'000 Franken. Die Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer Personen stiegen gegenüber dem Rechnungsjahr 2024 um 294'508,70 Franken.

Die Ertragssteigerung bei den Einkommens- und Vermögenssteuern natürlicher Personen im Rechnungsjahr 2025 über 498'452,19 Franken ist auf einen Einmaleffekt zurückzuführen. Dieser Ausreisser kann für die Budgetierung 2026 nicht miteingerechnet werden.

Entwicklung Finanzausgleich

Fasst man die Gesamtsituation des Finanzausgleichs zusammen, sieht man folgende Situation: Seit dem Rechnungsjahr 2023 ist der Finanzausgleich um insgesamt satte 716'800 Franken gesunken.

Blickt man in die Zukunft wird sich diese Tendenz aufgrund der Berechnungsmethode fortsetzen.

Investitionsrechnung 2025 und Investitionsbudget 2026 der Politischen Gemeinde Waldkirch

Die Investitionsrechnung 2025 des Gemeindehaushaltes schliesst mit Ausgaben von 1'539'098,61 (Budget: 2'345'000 Franken) und Einnahmen von 380'555,49 Franken (Budget: 323'300 Franken) ab.

Für das Jahr 2026 sind gemäss Investitionsbudget total netto 1'810'600 Franken (Vorjahr: 2'021'700 Franken) budgetiert. Die Ausgaben betragen 2'233'900 Franken (Vorjahr: 2'345'000 Franken), die Einnahmen betragen 423'300 Franken (Vorjahr: 323'300 Franken).

Für die OZ-Bünt-Dachsanierung (Planungskredit) werden für das Jahr 2026 75'000 Franken und für Expertisen im Zusammenhang mit der Sanierung der Mehrzweckhalle Bünt 50'000 Franken eingeplant. Für die Gesamtsanierung des Schulhaus Bernhardzell sind im Jahr 2026 950'000 Franken budgetiert.

Für die Gesamtsanierung des Mehrzweckgebäudes Bernhardzell werden 300'000 Franken eingeplant. In der Turnhalle Bünt müssen die Turnhallentrennvorhänge ersetzt werden. Für dieses Projekt sind 81'900 Franken im Budget 2026 eingestellt.

Strassen, Pumpwerk und Aktivdarlehen Wiborada

Die grössten Investitionen bei den Strassen sind im Jahr 2026 folgende: Ronwilerstrasse 80'000 Franken sowie Hasenbergstrasse und Toreggstrasse mit je 28'000 Franken. Für die Umsetzung des Konzepts öffentliche Beleuchtung sind im Jahr 2026 20'000 Franken eingeplant.

Für die Erneuerung des Pumpwerks Bernhardzell (Ersatz Steuerung und Pumpen) sind 211'000 Franken veranschlagt. Für die Umsetzung des Konzepts «Unterflurbehälter» sind für das Jahr 2026 80'000 Franken budgetiert. Der Budgetbetrag der 2. Etappe für die Bachsanierung Tintentobelbach beträgt 180'000 Franken und für die Sanierung des Friedhofs Waldkirch plant man mit Kosten von 150'000 Franken.

Für das Aktivdarlehen an das Wohn- und Pflegezentrum Wiborada erhält die Gemeinde die jährliche Amortisation von 173'300 Franken. Bei den Anschlussbeiträgen von privaten Haushalten wird für das Jahr 2026 mit 250'000 Franken gerechnet.

Besserer Rechnungsabschluss bei den Technischen Betrieben

Das Budget 2025 der TBW wurde mit einem Ertragsüberschuss von 3100 Franken vorgelegt. Die Technischen Betriebe haben schlussendlich in der Jahresrechnung 2025 einen Ertragsüberschuss von 211'787,50 Franken erzielt. Somit ergibt sich eine Budgetbesserstellung von 208'687,50 Franken.

Das Eigenkapital beläuft sich per 31. Dezember 2025 auf 2'484'041,87 Franken. Die Verbindlichkeiten der Technischen Betriebe gegenüber der Politischen Gemeinde Waldkirch sind von 7'861'625,87 Franken auf stattliche 8'866'618,79 Franken angewachsen.

Der Gewinn wurde durch Aufwandeinsparungen sowie auch durch Personaleinsparungen erreicht. Verzögerungen in den Projekten und im Unterhalt aufgrund von Ressourcenengpässen haben zudem dazu geführt, dass Projekte nicht wie gewünscht ausgeführt oder Aufwände nicht im Jahr 2025 verbucht werden konnten.

Budget 2026 – Gemeinde mit hohem Defizit

Das beantragte Budget 2026 der Gemeinde Waldkirch weist ein Defizit von 1'963'600 Franken auf. Der Gesamtaufwand beträgt brutto 24'409'000 Franken (Budget 2025 brutto: 23'006'900 Franken).

Der Entwicklung und der Höhe des Verwaltungsaufwandes wurde wieder besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die Aufgaben sind nach dem Grundsatz einer wirtschaftlichen Aufgabenerfüllung budgetiert. Seit der ersten Budgetlesung wurden im Budget 2026 der Erfolgsrechnung umfangreiche Anpassungen und Sparmassnahmen im Umfang von über einer Million Franken vorgenommen.

Im Wesentlichen darf auch hier erwähnt werden, dass der Anstieg der Aufwände in den Bereichen Bildung, Soziale Sicherheit und Verkehr, der generelle Anstieg der nicht beeinflussbaren Aufwände und die tieferen Einnahmen beim Finanzausgleich massive Auswirkungen auf unsere Erfolgsrechnung respektive das Budget 2026 haben werden.

Die Aufwände in den Kontogruppen Bildung und Soziale Sicherheit werden in den nächsten Jahren ebenfalls steigen. Die Abschreibungen für die Liegenschaften der Gemeinde, unter anderem für das neue Schulhaus Breite, den Sportplatz Breiten, sowie die Sanierungsprojekte bei den Mehrzweckhallen werden uns in den nächsten Jahren noch zusätzlich bei den Abschreibungen belasten.

Budget 2026 der Technischen Betriebe

Die Herausforderungen bei der Verstärkung und dem Ausbau des Netzes der Technischen Betriebe sind und bleiben nach wie vor sehr gross. Nebst den Energiepreisen, welche auf den Ein- und Verkauf der Energie einen bedeutenden Einfluss haben, sind auch die Investitionen in den Netzausbau und die Infrastrukturen nach wie vor massiv.

Die Energiestrategie 2050 und die damit verbundenen Klimaziele sowie die Investitionen der Bürgerinnen und Bürger in Energieproduktionsanlagen und Installationen von Geräten und Infrastrukturen zur Nutzung elektrischer Energie (Autoladestationen und so weiter) erfordern auch im Jahr 2026 einen erhöhten Ausbau unserer Netze und der dazugehörenden Infrastrukturen (Trafostationen und so weiter).

Das Budget 2026 weist bei der Erfolgsrechnung einen Ertragsüberschuss von 361'900 Franken aus. Dies bei einem Gesamtaufwand von neu 5'232'100 Franken (gegenüber dem Jahr 2025 mit 5'410'600 Franken) und einem budgetierten Ertrag von 5'594'000 Franken (Vorjahr: 5'413'700 Franken). Die Abschreibungsquote 2026 beträgt 490'000 Franken (Vorjahr: 405'000 Franken).

In der Investitionsrechnung 2026 wird aufgrund etlicher Projekte und damit verbundener Investitionen mit Brutto-Ausgaben von 4'710'000 Franken (Vorjahr: 3'090'000 Franken) und Brutto-Einnahmen von 180'000 Franken (Vorjahr: 180'000) gerechnet.

Der Gemeinderat beantragt einen Steuerfuss 2026 von 127 Prozentpunkten

Der Steuerplan 2026 sieht einen um plus fünf Prozentpunkte erhöhten Steuerfuss auf 127 Prozent vor. Seit dem Jahr 2007 konnte der Steuerfuss von 162  Prozent (seit einigen Jahren Maximalsteuerfuss im Kanton St. Gallen) bis 2025 kontinuierlich gesenkt werden, und zwar um insgesamt 40 Steuerfuss-Prozent-Punkte (von 162  Prozent im 2005 auf 122  Prozent im 2025).

Zu beachten ist aber, dass unter anderen die Transferaufwände in den letzten Jahren stark angestiegen sind und die Gemeinde Waldkirch auch bedingt durch die Steuersenkungen in ein strukturelles Defizit gerutscht ist. Für das Jahr 2026 wird nun ein leicht angehobener Steuersatz von 127  Prozent beantragt.

Der Grundsteuersatz soll weiterhin beim Maximalsatz von 0,8 Promille gemäss Artikel 240 Absats 1 lit. a Steuergesetz belassen werden. Eine Anpassung nach unten soll nicht erfolgen, da davon nur ein Teil der Bevölkerung profitieren würde.

Im Finanzplan 2027 – 2029 wurde ein Wachstum von plus 3 Prozent der Grundsteuern angenommen. Die höheren Schätzungen sind darin abgebildet und auch die erwarteten Mehrerträge durch Bezüge der Neubauprojekte in Waldkirch und Bernhardzell sind bereits eingepreist.

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