Die Mammographie ist die bevorzugte Methode zur Früherkennung von Brustkrebs.
Symbolbild
Das internationale Zeichen für Brustkrebs (Symbolbild). - Pixabay

Die Methode der Mammographie ist zwar effizient, stösst aber an Grenzen – nicht zuletzt, weil sie von der «Sichtbarkeit» des Krebstumors im Bildverfahren abhängt. Ein Forscherteam der Universität Freiburg konnte aufzeigen, dass Brustkrebs selbst in einem frühen Stadium eine Immunreaktion auslöst, die mit einer Blutprobe nachgewiesen werden kann. Diese wichtigen Forschungsergebnisse eröffnen neue diagnostische Perspektiven.

Brustkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in der Schweiz. In den letzten Jahren wurden enorme Fortschritte in der Krebsbehandlung erzielt, was die Überlebenschancen der Patientinnen erhöht hat. Auch die Mammographie hat zu diesem Fortschritt beigetragen, denn ein Krebs im Frühstadium lässt sich wirksamer behandeln. Diese Methode hat allerdings ihre Grenzen, denn sie basiert auf einer visuellen Erkennung des Krebstumors. Die an der Universität Freiburg gemachten Forschungsergebnisse eröffnen neue Perspektiven für die Entwicklung eines Bluttests zur Krebsdiagnose.

Natürliche Reaktion des Organismus

Um besser zu verstehen, wie der Organismus auf Krebs reagiert, hat das Team von Professor Curzio Rüegg in Zusammenarbeit mit Forschenden und Onkologinnen und Onkologen des HFR Freiburg - Kantonsspital, des Neuenburger Spitalnetzwerks (RHNe) und der Clinica Luganese die weissen Blutkörperchen von Brustkrebspatientinnen anhand eines durchflusszytometrischen Verfahrens und einer algorithmischen Analyse untersucht. Die Hauptautorin der Studie, Sarah Cattin, hat festgestellt, dass sich die entsprechenden Zellen von Brustkrebspatientinnen hinsichtlich ihrer Frequenz und ihrer Eigenschaften signifikant von denjenigen von Frauen ohne Brustkrebs unterscheiden. Es handelt sich hierbei vor allem um die sogenannten myeloischen Zellen, die bei der Infektionsabwehr des Körpers eine Rolle spielen. Die Forschenden haben aufgezeigt, dass diese Unterschiede nach der operativen Entfernung des Tumors verschwinden. Sie haben ausserdem festgestellt, dass die zusätzlich zur Chirurgie eingesetzte Strahlentherapie das Wachstum der T-Lymphozyten, einer anderen Art von weissen Blutkörperchen, stimuliert. Diese Beobachtung ist von besonderer Bedeutung, denn die T?Lymphozyten haben eine Antitumorwirkung.

Lösungsansätze für einen neuen Diagnosetest

Diese wichtigen Originalarbeiten nähren die Hoffnung, dass mit diesem Ansatz die Erkennung und Überwachung von Brustkrebs durch die blosse Laboranalyse einer Blutprobe möglich wird – lange bevor der Krebs in der Mammographie sichtbar wird.

Sarah Cattin und das Forscherteam von Professor Rüegg führen derzeit in Zusammenarbeit mit dem Brustzentrum Freiburg, dem RHNe, dem Universitätsspital Lausanne (CHUV), dem Centre de chimiothérapie und dem Centre d’imagerie du Flon in Lausanne eine neue Studie durch, in der verschiedene Technologien kombiniert werden, um die Sensitivität und Spezifität der Methodik zu verbessern. Die Ergebnisse zeigen Lösungsansätze auf, die den Weg zur Entwicklung eines neuen Tests zur Diagnose von Brustkrebs ebnen könnten. Ein solcher Test könnte ergänzend zur Mammographie eingesetzt werden und zudem Informationen über die Wirksamkeit der Behandlung liefern.

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