Lindt & Sprüngli

    Lindt & Sprüngli: Viele Kinder aus Projekt fehlen im Klassenzimmer

    Simon Ulrich
    Simon Ulrich

    Ghana,

    Lindt & Sprüngli will Kinderarbeit stoppen – doch vor Ort in Ghana zeigt sich ein anderes Bild. Jetzt will der Konzern mit seinem Lieferanten reden.

    Ghana Kinderarbeit Lindt & Sprüngli
    Kinder arbeiten in Ghana auf der Kakao-Plantage. Die Aufnahme stammt aus einem «Rundschau»-Beitrag vom Januar 2024. - Screenshot SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Ghana fehlen Kinder im Unterricht, die nicht mehr arbeiten sollten.
    • Lindt & Sprüngli will Kinderarbeit bekämpfen, doch Kontrollen zeigen Lücken.
    • Der Konzern prüft nun den Fall und kündigt Gespräche mit dem Lieferanten an.

    In einer Schule in Bisakrom (Ghana) überprüft der Schulleiter eine Liste mit zehn Kindern. Diese sollten laut dem Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli nicht mehr auf Kakaoplantagen arbeiten, sondern zur Schule gehen.

    Bloss: Nur drei dieser Kinder sind tatsächlich dort gemeldet, wie die Tamedia-Zeitungen berichten.

    Ein Filmemacher fand in Bisakrom nur drei von zehn Kindern auf der Schul-Liste.

    Diese Szene wurde vom Schweizer Dokumentarfilmer Philippe Stalder aufgenommen. Die restlichen sieben Kinder fehlen – ein Hinweis auf mögliche Missstände beim Kampf gegen Kinderarbeit.

    Lindt & Sprüngli nennt Kinderarbeit «strukturelles, systemisches Problem»

    Lindt & Sprüngli bezieht Kakao aus Ghana und betont, Kinderarbeit verhindern zu wollen. Das Unternehmen nennt Kinderarbeit im Kakaoanbau ein «strukturelles, systemisches Problem».

    Mit dem sogenannten CLMRS-System will Lindt & Sprüngli Kinderarbeit erkennen und beheben. Dabei sollen Kinder registriert und Alternativen wie Schulbesuch organisiert werden. Lieferanten müssen diese Massnahmen dokumentieren.

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    Stalder erhielt eine Liste mit 700 Kindern, die laut Lindt-Lieferant Touton von Kinderarbeit befreit wurden. Doch seine Nachforschungen in Bisakrom zeigen: Viele dieser Kinder fehlen weiterhin im Unterricht.

    «Die helfen den Kindern nicht»

    Der Schulleiter sagt laut Tamedia: «Wenn eine Firma behauptet, sie helfe den Kindern hier, dann stimmt das nicht.» Während der Kakaoernte fehlen viele Kinder, wie das Absenzenheft beweist.

    Lindt & Sprüngli sagt, dass sie aus Datenschutzgründen die Listen der Kinder nicht selbst kontrollieren können. Trotzdem will die Firma den Verdachtsfällen nachgehen und kündigt Gespräche mit dem Lieferanten Touton an.

    Touton selbst gibt keine Stellungnahme ab.

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    Kommentare

    User #1395 (nicht angemeldet)

    Grosskonzerne interessieren sich nur begrenzt für die Umwelt, die Menschen. und die Gesungheit. Hauptsächlich gilt das Interesse dem Geld. Ich kaufe seit Jahren keine Produkte mehr von Néstle, Lindt, etc. War am Anfang sehr schwierig, aber es ist machbar.

    User #3908 (nicht angemeldet)

    Der Staat in Afrika ist zuständig, wir dürfen uns nicht einmischen!!

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