LSD

    Freiburg: LSD verbessert Lernen von Bewegungen noch am Folgetag

    Universität Freiburg
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    Fribourg,

    Eine Studie der Universität Freiburg zeigt, dass eine einzelne Dosis LSD das Erlernen von Bewegungsabläufen noch am nächsten Tag um rund einen Drittel verbessert.

    Freiburg
    LSD verbessert Lernen von Bewegungen noch am Folgetag. - www.unifr.ch

    Die psychedelische Erfahrung – der sogenannte Trip – ist vorbei, doch im Gehirn wirkt LSD offenbar weiter. Eine Studie des Molecular Psychiatry Lab der Universität Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Gregor Hasler zeigt erstmals, dass eine einzelne Dosis LSD das Erlernen von Bewegungsabläufen noch am nächsten Tag verbessern kann.

    Eine Melodie auf dem Klavier, ein neuer Griff beim Tennis oder wieder selbstständig eine Tasse zum Mund führen: Damit wir Bewegungen lernen, müssen wir sie üben. Doch ein Teil des Lernens geschieht erst danach. Während wir pausieren, verarbeitet und festigt unser Gehirn das zuvor Geübte.

    Genau hier scheint LSD einen überraschenden Effekt zu haben. Forschende der Universität Freiburg liessen 43 gesunde Personen eine Abfolge von Tastendrücken lernen, vergleichbar mit einem kurzen Klavierlauf. Die Teilnehmenden absolvierten den Versuch einmal nach der Einnahme von LSD (100 µg) und einmal nach einem Placebo.

    Ein Drittel mehr Fortschritt

    Beim eigentlichen Üben brachte LSD keinen Vorteil. Der Unterschied zeigte sich erst danach: Nach einer Pause konnten die Teilnehmenden die eingeübte Abfolge schneller tippen, ohne mehr Fehler zu machen. 80 Minuten nach dem Training war dieser Lernfortschritt nach LSD rund einen Drittel (32,8%) grösser als nach dem Placebo.

    «Das ist unseres Wissens die erste kontrollierte Studie, die eine Verbesserung des motorischen Lernens nach einem Psychedelikum zeigt», sagt Studienleiterin Dr. Abigail Calder vom Molecular Psychiatry Lab der Universität Freiburg.

    Warum LSD diesen Effekt hat, können die Forschenden noch nicht sagen. Denkbar ist, dass das Gehirn nach der Einnahme für eine gewisse Zeit besonders formbar bleibt. Es könnten aber auch Veränderungen von Aufmerksamkeit, Motivation oder Wachheit eine Rolle spielen.

    Die Entdeckung könnte weit über das Erlernen eines Klavierstücks hinaus interessant sein. Motorisches Lernen ist zentral, wenn Menschen nach einem Schlaganfall oder einer anderen Schädigung des Gehirns Bewegungen neu einüben müssen.

    Könnte LSD also eines Tages eine Rehabilitation unterstützen? Noch ist es viel zu früh, diese Frage mit einem klaren Ja zu beantworten. Die aktuelle Studie wurde ausschliesslich mit gesunden Personen durchgeführt.

    «Unsere Ergebnisse sind keine Empfehlung für eine klinische Anwendung», betont Calder. «Jetzt müssen wir zunächst herausfinden, ob sich der Effekt in weiteren Studien bestätigen lässt und ob er beispielsweise für die Neurorehabilitation oder Ergotherapie von Nutzen sein könnte.»

    Weniger Stress eine Woche später

    Die Forschenden stiessen noch auf einen weiteren Effekt: Eine Woche nach der LSD-Einnahme berichteten die Teilnehmenden über weniger Stress und teilweise über eine grössere geistige Flexibilität.

    Gerade diese Ergebnisse sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen: Alle Teilnehmenden merkten, wann sie die psychedelische Substanz erhalten hatten. Ihre Erwartungen könnten deshalb beeinflusst haben, wie sie ihren Stress und ihre geistige Flexibilität einschätzten.

    Was passiert nach dem Trip?

    Für Calder und ihr Team ist deshalb vor allem eine Frage spannend: Was macht LSD mit unserem Gehirn, wenn die unmittelbar spürbare Wirkung längst vorbei ist?

    Bisher konzentrierte sich die Forschung stark darauf, was während eines psychedelischen Erlebnisses geschieht. Die neue Studie deutet darauf hin, dass gerade die Zeit danach interessant sein könnte. Ob der beobachtete Lerneffekt länger als einen Tag anhält, ob er sich bei anderen Fähigkeiten wiederholt und ob er irgendwann therapeutisch genutzt werden kann, müssen weitere Studien zeigen.

    Studie

    Abigail E. Calder et al.: «Acute and post-acute neurobehavioral responses to lysergic acid diethylamide in healthy subjects: a randomized controlled study», Neuropsychopharmacology 51 (2026), 1577–1587.

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    Kommentare

    User #5893 (nicht angemeldet)

    Hört bloss mit solchen Drogen auf! Hehehe. LOL.

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