Nach einem LSD-Trip lernt das Gehirn Bewegungen besser
Eine einmalige Dosis LSD kann das Lernen von Bewegungsabläufen noch Stunden nach dem psychedelischen Trip beeinflussen. Das zeigt eine Studie der Universität Freiburg.

Dieses Ergebnis könnten womöglich für die Rehabilitation von Bedeutung sein, teilte die Universität Freiburg (Unifr) am Donnerstag mit. So spiele das Lernen von Bewegungsabläufen etwa nach einem Schlaganfall oder einer anderen Schädigung des Gehirns eine wichtige Rolle. Noch sei es aber viel zu früh, um zu wissen, ob LSD eines Tages so eingesetzt werden könne.
Für die Untersuchung liessen die Forschenden der Unifr und der Universität Basel 43 gesunde Personen eine neunstellige Zahlenfolge so schnell und genau wie möglich auf einer Tastatur tippen. Die Teilnehmenden absolvierten den Versuch zweimal: einmal am Tag nach der Einnahme von 100 Mikrogramm LSD und einmal am Tag nach der Einnahme eines Placebos.
LSD verbessert Offline-Lernen
Beim eigentlichen Üben zeigte sich zunächst kein Unterschied zwischen den beiden Bedingungen, wie die Forschenden im Fachjournal «Neuropsychopharmacology» berichten. Anders sah es nach einer Pause aus. 80 Minuten nach dem Training konnten die Teilnehmenden die eingeübte Abfolge nach der LSD-Einnahme schneller ausführen, ohne dabei mehr Fehler zu machen.
Dieses sogenannte Offline-Lernen, bei dem Gelerntes ohne aktives Üben gefestigt wird, wurde durch LSD also besser. Welche Mechanismen dahinterstecken, ist noch unklar.
Denkbar sei, dass das Gehirn nach der Einnahme für eine gewisse Zeit besonders formbar bleibe. Aber auch Veränderungen von Aufmerksamkeit, Motivation oder Wachheit könnten eine Rolle spielen, heiss es von der Universität.










