Wie die Stadt Frauenfeld mitteilt, wurden aufgrund der erlassenen Weisung des Kantons Thurgau die ursprünglichen Energiesparziele der Stadt verunmöglicht.
Das Rathaus Frauenfeld.
Das Rathaus Frauenfeld. - Nau.ch / Miriam Danielsson
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Am vergangenen Montagnachmittag, 19. September 2022, informierte die Stadt über diverse Energiesparmassnahmen. Geplant war auch, die öffentliche Strassenbeleuchtung zwischen 1 und 5 Uhr auf dem gesamten Stadtgebiet ausser dem Bereich des Bahnhofs abzuschalten. Eine gestern vom Kanton Thurgau erlassene Weisung verunmöglicht die ursprünglichen Ziele, weil gemäss dieser auf allen Kantonsstrassen die Fussgängerstreifen mit ihren Annäherungsbereichen die ganze Nacht zu beleuchten sind. Dadurch sind bei der Strassenbeleuchtung nur rund 35 Prozent der ursprünglich geplanten Einsparungen möglich.

Das erwartete Einsparpotenzial wurde stark reduziert

Ein grosser Energieverbraucher in der Stadt Frauenfeld ist die öffentliche Beleuchtung. Der Gesamtverbrauch beträgt rund 1'700’000 Kilowattstunden und verursacht Energiekosten von rund 303'500 Franken pro Jahr. Aufgrund der kantonalen Weisung müssen Fussgängerquerungen auf den Kantonsstrassen die ganze Nacht beleuchtet werden.

Bei der Schaltung ist eine Unterscheidung einzelner Strassenlampen nicht möglich, es können nur komplette Trafokreise geschaltet werden. Das Einsparpotenzial mit der Abschaltung, die zwischen 23 und 5 Uhr liegt, beträgt mit diesen Vorgaben nicht rund 600'000 Kilowattstunden pro Jahr, sondern nur noch 200'000 Kilowattstunden pro Jahr, weil alle Kantonsstrassen während der ganzen Nacht beleuchtet bleiben müssen.

Fussgängerstreifen und Trafostationen

Auf dem Stadtgebiet der Stadt Frauenfeld gibt es rund 30 Fussgängerquerungen, die über Kantonsstrassen führen. Diese und deren Annäherungsbereiche gilt es, neu während der ganzen Nacht zu beleuchten, damit querende Fussgänger erkennbar sind. Somit bleibt über die Hälfte des Stadtgebietes während der ganzen Nacht beleuchtet.

Weiterhin stehen auf dem Stadtgebiet rund 100 Trafostationen, die auch die öffentliche Strassenbeleuchtung mit elektrischer Energie speisen. Dabei gibt es anschlusstechnisch keinen Unterschied zwischen Quartier- und Kantonsstrassen, so wie in anderen Städten auch.

Dies bedeutet, dass die Beleuchtung der Strassen nicht entsprechend dem Eigentum abgestellt werden kann. Durch die kantonale Weisung können in Frauenfeld nur noch rund 30 Trafostationen in den Quartieren abgeschaltet werden. Alle anderen Trafostationen bedienen auch die Strassenbeleuchtungen entlang der Kantonsstrassen, die beleuchtet bleiben müssen.

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