Die Oberstufe zieht die Zügel bei Handynutzung an
Auf dem Schulhof der Oberstufe Degersheim bleiben private smarte Geräte künftig ausgeschaltet. So erhalten Lernen und Gemeinschaft mehr Aufmerksamkeit.

Zum kommenden Schulanfang verschärft die Oberstufe Degersheim die Regeln zur Nutzung von Smartphones, Smartwatches und anderen mobilen Geräten.
Wie die Gemeinde Degersheim schreibt, erfolgt diese Anpassung nach einer sorgfältigen Analyse der bisherigen Situation.
Die Medienbildung der Jugendlichen bleibt weiterhin eine wichtige Aufgabe der Schule. Sie setzt auch künftig auf die Zusammenarbeit mit den Eltern und Erziehungsberechtigten in dieser Sache.
Auf dem Schulareal bleiben Geräte künftig ausgeschaltet
Bisher genossen es viele Schüler der Oberstufe, das Handy in der Dienstags- und Donnerstagspause zu benutzen. Ab dem Schuljahr 2026/27 gelten an der Oberstufe Degersheim jedoch strengere Regeln für Smartphones, Smartwatches und weitere Smart Devices.
Künftig bleiben auf dem Schulareal sowie bei Unterrichtsanlässen unterwegs die Geräte ausgeschaltet oder wechseln in den Flugmodus. Smartphones dürfen nicht sichtbar sein und müssen im Rucksack oder in einer vergleichbaren Tasche versorgt werden. Ausnahmen können die Lehrpersonen bewilligen.
Damit führt die Oberstufe eine Praxis ein, die an der Primarschule in ähnlicher Art bereits länger gelebt wird. Mit dieser Angleichung entsteht für die Schüler ein klarer und einheitlicher Rahmen.
Ein sorgfältig abgewogener Entscheid
Eine Arbeitsgruppe aus Lehrpersonen, die im Rahmen der Erarbeitung des neuen Präventionskonzepts eingesetzt wurde, hat aktuelle Studien, Erfahrungen aus dem Schulalltag und pädagogische Überlegungen geprüft.
Sie kam zum Schluss, dass private Geräte im Schulalltag mehr Risiken als Chancen mit sich bringen. Die Gefahr von Ablenkung und mangelnder Konzentration gehört zu den meistgenannten Herausforderungen eines liberalen Umgangs mit smarten Endgeräten.
Doch es geht nicht nur um Aufmerksamkeit im Unterricht: Auch sozialer Druck, das unbedachte Teilen von Bildern, problematische Gruppenchats oder Formen von Cybermobbing können den Schulalltag belasten.
Mit der neuen Regelung will die Schule solche Risiken während der Schulzeit reduzieren und einen geschützteren Rahmen für Lernen und Zusammenleben schaffen.
Medienbildung bleibt Kernauftrag der Schule
Die strengere Regelung ist kein Entscheid gegen digitale Medien. Sie ist ein Entscheid für ein besseres Lern- und Arbeitsumfeld. Jugendliche sollen in der Schule lernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und auf diese Weise Lernprozesse zu beschreiten und Konflikte direkt zu lösen. Das gelingt besser, wenn private Geräte nicht ständig präsent sind.
Gleichzeitig bleibt Medienbildung eine wichtige Aufgabe der Schule. Die Schulleitung und die medienpädagogischen Fachpersonen haben sich lange gegen ein vollständiges Verbot ausgesprochen, weil Jugendliche den Umgang mit digitalen Medien nicht einfach durch deren Abwesenheit lernen.
Heute Heranwachsende müssen üben, Informationen kritisch zu prüfen und ihre digitalen Werkzeuge sinnvoll einzusetzen. Das bedeutet auch, die eigene Privatsphäre zu schützen und sich online respektvoll zu verhalten.
Dank der eingeführten 1:1-Ausstattung mit Notebooks kann die Schule diese Verantwortung weiterhin wahrnehmen. Digitale Geräte werden dort eingesetzt, wo sie dem Lernen dienen – begleitet durch Lehrpersonen und eingebettet in den Unterricht.
Zentrale Rolle des Elternhauses
Medienerziehung endet nicht an der Schulhaustür. Auch im Familienalltag stellen sich Fragen zum Umgang mit digitalen Medien. Dabei geht es nicht nur darum, wie lange ein Gerät genutzt wird, sondern auch wofür, mit wem und mit welchen Auswirkungen.
Hilfreich kann zudem der Austausch unter Eltern sein: Wer ähnliche Fragen und Herausforderungen teilt, findet eher gemeinsame Haltungen und tragfähige Lösungen.
Die Oberstufe Degersheim versteht die neue Regelung als Teil eines gemeinsamen Auftrags. Schule und Elternhaus arbeiten dabei auf ein gleiches Ziel hin. So können Jugendliche digitale Kompetenzen in Begleitung entwickeln und lernen, selbstständig und verantwortungsvoll zu handeln.










