Grüsel schlafen in Berner Park und pinkeln auf Rasen
Aare-Idylle? Von wegen! Beim Berner Park Dalmazi sorgt eine pöbelnde Männergruppe auf der Wiese für Frust bei einer Nau.ch-Leserin.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Nau.ch-Leserin ist schockiert über eine pöbelnde Männergruppe beim Dalmazi-Park in Bern.
- Sie grölen, pinkeln und rülpsen.
- Das Übernachten in Parks ist in Bern verboten.
Der Sommer in Bern könnte kaum schöner sein.
Die Wiese im Dalmazi-Park direkt neben dem berühmten Freibad Marzili lädt zum Verweilen ein: Ein Sprung in die Aare, Yoga am Morgen mit Blick aufs Wasser oder eine kühle Erfrischung im Pop-up-Restaurant nebenan.
Klingt herrlich, oder?
Wäre da nicht eine Gruppe, die der Idylle im Dalmazi den Garaus macht.
Nau.ch-Leserin Lucy B.* ist schockiert.
Die Matte-Bewohnerin liebt ihr morgendliches Ritual: Um 7 Uhr liegt sie bereits auf der Wiese beim Dalmazi. Bereit für einen Sprung in die Aare. Danach folgt das wohlverdiente Zmorge.
Doch in letzter Zeit wird ihr die Ruhe am Morgen regelmässig verdorben. Rund um die Statue versammelt sich frühmorgens eine Männergruppe. Mit dabei: Zahlreiche Alkoholflaschen.
Und es wirkt, als hätten die Männer die Wiese längst zu ihrem Nachtlager gemacht: Schlafsäcke gehören offenbar zur festen Ausstattung der Gruppe – wie Lucy berichtet.
Mit verheerenden Folgen: Die Wiese stinkt, Die Stimmung kippt.
Urinieren auf den Rasen
Die Männer grölen herum und pöbeln. Einer zieht sich laut Lucy sogar komplett aus und steigt rülpsend in die Aare. Ein anderer uriniert auf den Rasen.
Für Lucy ist das zu viel. Sie spricht die Gruppe an und verweist auf ein nahegelegenes öffentliches WC.
Dieses wird vom Pop-up-Restaurant «Park am Wasser» betrieben. Das Team erklärt auf Anfrage von Nau.ch, dass konkrete Vorfälle dem Pop-up nicht bekannt seien.
Was die Verantwortlichen jedoch deutlich machen: Beim Dalmazi könne es «zu Stosszeiten» auch mal eng werden. «Das kennen wir seit Jahren und ist für uns nichts Neues», so das Team.

Das Problem: «Wo viele Leute verkehren, gibt es auch immer solche, die nicht wissen, wie sich verhalten.» Deshalb hat das Pop-up reagiert. Unter anderem mit einem «zusätzlich errichteten Toiletten-Wagen».
Auch bei der Reinigung werde grosser Aufwand betrieben: «Zudem reinigt unser Personal am Abend wie auch am Morgen früh den ganzen Perimeter rund ums Park am Wasser.»
Zusätzliches Personal
Für die Sicherheit in der Nacht sorgt zusätzlich bezahltes Personal: «Das Projekt Park am Wasser finanziert zusätzlich ab 23 Uhr Sicherheitspersonal auf dem Platz.»
Dass konkrete Beschwerden zu dem geschilderten Fall ausbleiben, könnte auch daran liegen, dass das Bistro unter der Woche erst um 11.30 Uhr öffnet – am Wochenende um 10 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt dürfte sich die Männergruppe bereits aufgelöst haben.

Der Stadt Bern sind die Vorfälle bislang nicht bekannt.
Übernachten im Park nicht erlaubt
Auch die Kantonspolizei Bern hat keine konkreten Meldungen erhalten. Aber Mediensprecherin Cindy Schneider erklärt: «Uns ist bekannt, dass sich an dieser Örtlichkeit insbesondere an Sommertagen sowie an Wochenenden zahlreiche Personen aufhalten.»
Interventionen seien aus polizeilicher Sicht jedoch selten erforderlich.
Klar ist hingegen: Übernachten im Park ist nicht erlaubt. Die Mediensprecherin stellt fest: «Das Übernachten auf öffentlichem Grund, insbesondere in Parks» ist «untersagt».
Denn: «In der Stadt Bern ist das Verbot ausdrücklich weiter gefasst als ein reines Zeltverbot.»
«Ausdrücklich verboten»
Massgebend seien die Bestimmungen der städtischen Campingverordnung, «die diese Nutzungen ausserhalb der dafür vorgesehenen Bereiche ausdrücklich verbieten».
Ob die nächtlichen Treffen lediglich den warmen Julinächten geschuldet waren, bleibt unklar. Lucy hofft derweil, dass ihr friedliches Plätzchen beim Dalmazi seinen Charme nicht verliert.
*Name der Redaktion bekannt













