Bräusi-Vögel Gugge übernehmen fasnächtlich die Macht
Am Schmutzigen Donnerstag übernahm die Bräusi-Vögel Gugge in Spreitenbach die Regierung, setzte den Gemeinderat auf die Anklagebank und feierte mit Konfetti.

Wie die Gemeinde Spreitenbach mitteilt, hat die Bräusi-Vögel Gugge Spreitenbach am Schmutzigen Donnerstag, 12. Februar 2026, offiziell die Regierungstätigkeit für die nächsten Tage übernommen. Unter dem staatsmännisch geprüften Motto Love, Peace and Konfetti wurde der Gemeinderat kurzerhand abgesetzt – demokratisch legitimiert durch Lautstärke, Kostümqualität und viel Applaus.
Im Rahmen der feierlichen Machtübernahme wurde der Gemeinderat auf die fasnächtliche Anklagebank gesetzt. Dort wurde von den Fasnächtlern über die «Schandtaten» des vergangenen Jahres gerichtet.
Der Gemeinderat liess dies mit bewundernswerter Leidensfähigkeit über sich ergehen – vermutlich in der Hoffnung auf mildernde Umstände oder zumindest bessere Musik.
Schlüsselsuche und Licht am Ende des Tunnels
Die symbolische Übergabe des Schlüssels zum Gemeindehaus musste jedoch aus organisatorischen Gründen entfallen: Der Gemeinderat konnte den Schlüssel – analog zu diversen Vereinen nach dem Wechsel des Schliesssystems – leider nicht mehr finden. Man arbeitet aber intensiv daran, den Schlüssel entweder wiederzufinden oder politisch neu zu erfinden.
Zur Kritik am permanent brennenden Licht im Gemeindehaus stellt der Gemeinderat klar: Dieses dient ausschliesslich dazu, dass der Gemeinderat gelegentlich selbst erleuchtet wird und in seiner politischen Führung weiterhin Licht am Ende des Tunnels sieht. Auch das Projekt Boostocksteg wurde thematisiert.
Der Gemeinderat räumt ein, dass Planung und Bau eine längere Geschichte sind. Aktuell prüft man, ob für den Durchgang ein Tor mit modernem Schliesssystem installiert werden soll – damit dieser möglichst lange bestehen bleibt und vor Vandalismus geschützt werden kann. Ob passende Schlüssel dann verfügbar sind, wird zu gegebener Zeit kommuniziert oder zumindest diskutiert.
Neue Anklagebank dank Gugge-Unterstützung
Als Zeichen der engen, wenn auch leicht satirischen Zusammenarbeit durfte der Gemeinderat eine neue Anklagebank entgegennehmen. Diese ersetzt beim alten Schulhaus beim Probelokal der Gugge das bisherige modrige Bänkli.
Der Gemeinderat bedankt sich herzlich für diese grosszügige Unterstützung, da ein Ersatz aus Gemeindefinanzen – auch wenn das nicht alle so sehen – aktuell nicht realistisch gewesen wäre.
Der Gemeinderat wünscht der Bräusi-Vögel Gugge eine Fasnachtszeit voller Love, Peace und natürlich sehr viel Konfetti. Gleichzeitig freut er sich darauf, die Regierungsgeschäfte in zehn Tagen wieder zu übernehmen – nach einer kurzen, wohlverdienten Phase von Ferien, Fasnacht und vermutlich intensiver Schlüsselsuche.
Und als kleiner Mahnfinger Richtung temporäre Fasnachtsregierung: Sollte das Gemeindehaus nach den Tagen wider Erwarten effizienter, strukturierter oder gar pünktlicher funktionieren, sieht sich der Gemeinderat gezwungen, diese neue Arbeitsweise selbstverständlich sofort wieder einzustellen.










