In der Zuger Gemeinde Cham regt sich Widerstand gegen die Pläne des Kantons, in der dortigen Klinik künftig keine Notfallabteilung mehr zu betreiben.
Cham
Dorfzentrum Cham. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel
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Eine solche soll es nur noch im Kantonsspital in Baar geben. Gegen den Abbau hat ein Komitee eine Petition lanciert. Im Juni hatte die Zuger Gesundheitsdirektion einen Entwurf der neuen Spitalliste in die Vernehmlassung geschickt. Diese hat es in sich: Die Grundversorgung soll nur noch im Kantonsspital angeboten werden, der Andreasklinik der Hirslandengruppe in Cham würden Wahleingriffe verbleiben. Zwei komplett ausgebaute Notfallstationen seien im kleinräumigen Kanton Zug nicht angebracht, hiess es zur Begründung.

Die IG Wahlfreiheit Kanton Zug fordert die Regierung auf, diesen Entscheid rückgängig zu machen, und hat dazu am Freitag, 23. September 2022, eine Petition lanciert. Der Abbau würde nicht nur der Klinik sondern der Gesundheitsversorgung im Kanton schaden, teilten sie mit.

Der IG gehören unter anderem Politikerinnen und Politiker von Mitte, FDP und SVP an. Das geplante Vorgehen der Zuger Regierung sei nicht nur «unverständlich und gefährlich, sondern auch schweizweit einmalig», halten sie fest.

Die Geburtenabteilung sei bedroht

Der Bevölkerung drohe der Verlust ihrer Wahlfreiheit. Von den Ennetsee-Gemeinden sei die Klinik besser erreichbar als das Kantonsspital in Baar. Bedroht sei auch die Geburtenabteilung, zudem würden Arbeitsplätze, Arztpraxen und Steuereinnahmen verloren gehen sowie Patientinnen und Patienten nach Luzern und Zürich abwandern.

Die Spitalliste soll voraussichtlich Ende 2022/Anfang 2023 definitiv verabschiedet werden.

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