Bei einem Aufwand von 98,3 Millionen Franken erwartet Cham im Jahr 2022 einen Überschuss von rund 103'000 Franken.
Gemeindehaus Cham.
Gemeindehaus Cham. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Bei einem Aufwand von 98,3 Millionen Franken erwartet die Einwohnergemeinde Cham im nächsten Jahr einen Überschuss von rund 103'000 Franken. Dies trotz tieferen Erträgen aus dem kantonalen Finanzausgleich und höheren Ausgaben, die aufgrund das Wachstums der Gemeinde notwendig werden.

Trotz schwieriger Ausgangslage sieht das Budget 2022 einen Überschuss von 102'835 Franken vor. Mit 98'434'496 Franken liegt der erwartete Gesamtertrag nur unwesentlich höher als im Vorjahr.

Das ist bemerkenswert, weil im nächsten Jahr der Chamer Anteil am kantonalen Finanzausgleich um 4,2 Millionen Franken tiefer ausfallen wird. Voraussichtlich kann dies jedoch durch höhere Steuererträge ausgeglichen werden. Bei den natürlichen Personen sind 1,9 Millionen, bei den juristischen Personen 2,9 Millionen Franken Mehrreinnahmen zu erwarten.

Die Ausfälle aus AHV- und Steuerreform

Die Ausfälle aus AHV- und Steuerreform, wie etwa höhere Abzüge, werden somit durch die laufende Entwicklung kompensiert. Rund 300'000 Franken Mehreinnahmen ergeben sich zudem durch voraussichtlich höhere Kantonsbeiträge an die gemeindlichen Schulen.

«Dass Cham auch im Jahr 2022 mit schwarzen Zahlen rechnen kann, ist äusserst erfreulich», sagt Gemeindepräsident Georges Helfenstein. «Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass sich die Chamer Wirtschaft positiv entwickelt und wir unsere essenziellen gemeindlichen Aufgaben weiterhin und angepasst an die vorhandenen Bedürfnisse und die laufende Entwicklung wahrnehmen können.»

Wachstum der Gemeinde bedingt grösseren Aufwand

Der Aufwand von insgesamt 98'331'661 Franken ist 0,4 Prozent, also rund 400'000 Franken höher als im Budget 2021. Bei den Personalkosten wird mit einer Steigerung von 1 Million Franken gerechnet.

Einerseits sind aufgrund des baulichen Wachstums zusätzliche Stellenprozente für Raumplanung und Liegenschaften erforderlich. Andererseits wirkt sich die wachsende Zahl der Schulklassen auf die Lohnsumme der Lehrkräfte aus.

Der übrige Sach- und Betriebsaufwand der Gemeindeverwaltung steigt um 730'000 Franken − insbesondere, weil für planerische Aufgaben externe Beraterinnen und Berater beigezogen werden müssen. Geringer fällt dagegen die Einlage in die finanzpolitische Reserve und der Aufwand beim baulichen und betrieblichen Unterhalt aus.

«Das Wachstum unserer Gemeinde ist sehr erfreulich, erfordert aber trotz zurückhaltender Budgetierung auch die entsprechenden Aufwendungen für die notwendigen Dienstleistungen und Infrastrukturen, beispielsweise für die Schulraumplanung», führt Georges Helfenstein aus. «Obwohl sich die Steuereinnahmen voraussichtlich sehr erfreulich entwickeln, bestehen in diesem Bereich nach wie vor viele Unsicherheiten.»

Grosser Investitionsbedarf

Dank dem vorsichtigen finanzpolitischen Vorgehen des Gemeinderates stehen im Moment für die anstehenden Investitionen genügend Mittel zur Verfügung. Für die Jahre 2022 bis 2026 sieht der Investitionsplan Ausgaben in der Höhe von 61,1 Millionen Franken vor.

Rund zehn Prozent davon entfallen auf bereits bewilligte Projekte. 29,7 Millionen Franken sind für geplante Schulhausbauten vorgesehen. Daneben sollen Projekte in den Bereichen Verkehr, Sportanlagen und Feuerwehr wie auch beim Werkhof in Angriff genommen werden.

Der Selbstfinanzierungsgrad dürfte rund 88,1 Prozent betragen. Die nach wie vor hohe Liquidität der Einwohnergemeinde wird es jedoch ermöglichen, die Investitionen ohne Aufnahme von langfristigen Darlehen zu finanzieren.

«Insgesamt sind die Finanzen der Einwohnergemeinde gesund und die Aussichten positiv», freut sich Georges Helfenstein. «Damit haben wir das nötige Fundament, auch in Zukunft die hohe Lebensqualität in Cham zu sichern und weiterzuentwickeln.»

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