Mit dem Kurzfilm «Bauen für den und mit dem Mauersegler» soll die Bevölkerung in Cham aufgeklärt und sensibilisiert werden.
Mauersegler müssen geschützt werden. - Michael Gerber

In der Einwohnergemeinde Cham haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Mauersegler angesiedelt. Damit die Population der bedrohten Vogelart möglichst erhalten wird, motiviert ein neuer Kurzfilm, auch dank bereits umgesetzter Vorzeigeobjekte, bauwillige Chamer dazu, den Luftakrobaten unter die Flügel zu greifen – und damit «für den bzw. mit dem Mauersegler zu bauen».

Luftakrobaten sind auf Unterstützung angewiesen

Der Sommer ist vorbei und die Mauersegler sind bereits in ihren Überwinterungsgebieten in Afrika. Damit diese faszinierenden Vögel nächstes Jahr ihre angestammten Brutplätze wieder beziehen können und auch die jungen Mauersegler neue Brutplätze finden, sind die Luftakrobaten auf Unterstützung angewiesen.

Als aktive Energiestadt mit Goldlabel fördert und unterstützt die Einwohnergemeinde Cham den sparsamen Einsatz von nicht erneuerbarer Energie. In diesem Rahmen werden auch Gebäude saniert und modernisiert. «Solche Sanierungen bergen jedoch die Gefahr, dass bestehende Nester oder Unterschlüpfe meist aus Unwissenheit verschlossen oder zerstört werden», erklärt Manuela Hotz, Projektleiterin Umwelt der Gemeinde. «Um dem entgegenzuwirken, unternimmt der Bereich Umwelt bereits seit vielen Jahren verschiedene Anstrengungen.»

Gebäudebrüterinventar als Grundlage

Um die bestehenden Brutplätze zu schützen, hat die Einwohnergemeinde bereits im Jahr 2012 ein Gebäudebrüterinventar erstellen lassen, um eine möglichst vollständige Übersicht über die Brutstandorte zu erhalten. Mit diesem Wissen können gezielt Schutz- und Fördermassnahmen lanciert werden.

Bei der Nachführung des Inventars wird die Gemeinde von der Segler-Detektivin in Cham, Sonja Weber, unterstützt. Denn Mauersegler agieren äusserst heimlich und Einflüge in Brutplätze können nur mit viel Glück beobachtet werden.

Bauherrschaft wird mit einer Fachberatung unterstützt

Die wirkungsvollsten Schutzmassnahmen sind meist sehr individuell auf das einzelne Gebäude angepasst. Darum bietet die Gemeinde seit einigen Jahren eine kostenlose Bauherrenberatung an, die von den Bauherren sehr geschätzt wird. Eine von der Gemeinde mandatierte Biologin entwirft für das betroffene Gebäude individuelle Schutzmassnahmen und unterstützt die Bauherrschaft bei der Umsetzung.

Dank dieser fachlichen Unterstützung konnten bereits einige Kolonien trotz Bautätigkeit erhalten werden. «Wir wissen, dass an rund 90 Gebäuden in Cham Mauersegler nisten. Nochmals so viele Gebäude sind als Verdachtsgebäude erfasst. Wir nehmen an, dass es dort Brutplätze hat, wir aber noch keine Vögel beim Brüten beobachten konnten», erklärt Manuela Hotz.

Tue Gutes und sprich darüber

Der von der Einwohnergemeinde produzierte Kurzfilm «Bauen für und mit dem Mauersegler» zeigt einige erfolgreich umgesetzte Beispiele und soll Bauherren sowie Liegenschaftsbesitzer dazu motivieren, die Bauherrenberatung zum Schutz der Mauersegler in Anspruch zu nehmen.

«Ziel des Kurzfilmes ist es, aufzuzeigen, dass man gerade im Rahmen von Bauvorhaben mit einer frühzeitigen Planung meist ohne viel Aufwand gute Lösungen für Mensch und Tier finden kann», sagt Manuela Hotz und resümiert: «Viele Bauherrinnen und Bauherren bauen mit der entsprechenden Beratung meist freiwillig sogar noch zusätzliche Nistmöglichkeiten. Das freut uns natürlich sehr.»

Jedes Bauvorhaben an Dach und Gebäudehülle bietet somit auch die Chance, um neue Brutplätze zu schaffen. Die Einwohnergemeinde hofft, dass sich noch weitere Bauherren von den im Kurzfilm gezeigten guten Beispielen in Cham inspirieren lassen, damit sich die Bevölkerung in Cham noch viele Sommer an den faszinierenden Mauerseglern erfreuen kann.

Mehr zum Thema:

Energie Umwelt