Irre Schlussphase: Skorps schlagen Chur und holen Matchball

Mit einem furiosen Schlussdrittel dreht UHV Skorpion Emmental Spiel fünf gegen Chur United und sichert sich mit dem 6:4 die 3:2-Serienführung.

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Spiel 5 der attraktiven Viertelfinalaffiche zwischen den Skorps und Chur United fand wieder in der Fortunahalle statt, berichtet UHV Skorpion Emmental. Mittlerweile ein beliebtes Pflaster für die Emmentalerinnen, konnte doch das letzte Auswärtsspiel gleich mit 8:4 gewonnen werden.

Dass dieses Mal noch grün-schwarzer Anhang mit Transparenten, Fahnen und Kuhglocken in einem extra Fancar mitgereist ist, stachelte die Skorpioninnen zusätzlich an. So starteten sie dann auch, etwas atypisch, ziemlich rasant und gut ins Spiel.

Die ersten beiden Formationen machten in den Startminuten Dampf und tauchten bereits gefährlich vor Juon auf. Das Highlight der Startminuten gehörte aber definitiv den Churerinnen: Eine Augenweide einer Auslösung mit Quer- und Direktpässen entstellte die Zollbrücker Defense dermassen, dass Tronjankova schlussendlich trotz aufopfernd rettender Töndury keine Mühe hatte, einzuschieben.

Schlagabtausch in der Startphase

Die Reaktion der Gäste erfolgte aber postwendend: Die überragende, und spätere Dreifachtorschützin, Siegenthaler bugsierte den Ball nach einem Freistoss Richtung Juon und in Manier eines Flipperkastens fand die Kugel den Weg ins Tor.

Weniger herrlich herausgespielt als der Führungstreffer, aber auf der Anzeigetafel allemal gleich viel wert. Manta Likki, beim 1:0 für Chur «nur» Assistgeberin, feierte nun auch einen persönlichen Torerfolg.

Ihrer Intervention nach einem Fehler im Skorpser Aufbauspiel und dem anschliessenden geradlinigen Lauf inklusive präzisem Abschluss in die Maschen mochte die Emmentaler Hinterfrauschaft wieder nur nachzuschauen.

Starke Kombination führt zum nächsten Treffer

Eine knappe Führung, die aufgrund der Spielanteile und Chancen in dieser Höhe in Ordnung geht. Drittel 2 bedeutete auch Akt 2 im Siegenthaler‘schen Toreschiessen.

Dieses Mal ging dem Treffer ein fantastisches Zusammenspiel mit zwei Querpässen voraus, und so war auch die Churer Verteidigung mal schwindlig gespielt, der Volleyabschluss von Siegenthaler veredelte die Kombination von Hanimann und Marti.

In der Folge vermochten die Skorps das Momentum etwas auf ihre Seite zu ziehen und zahlreiche (noch ungenutzte) Chancen herauszuspielen. Dabei liess auch der Schreckmoment nach dem Kopf-zu-Kopf-Zusammenstoss zwischen Weis und Buri (der glücklicherweise beidseitig nur zu kurzen Auswechslungen mit schneller Genesung führte) die Skorps zumindest auf dem Feld unbeeindruckt.

Chur erhöht – Skorps reagieren sofort

Das 3:2 durch Wyss deshalb wohl etwas gegen den Spielverlauf, andererseits begegneten sich die Teams auch heute wieder ziemlich auf Augenhöhe. Eine Ein-Tore-Hypothek schien den Skorps fürs Schlussdrittel nicht zu reichen, und sie beschenkten die Churerinnen nach drei Minuten gütig mit der Verdopplung dieses Vorsprungs.

Wiederum Wyss zeigte dabei ein gewitztes, koordinatives Stock-Hand-Tricklein und setzte Moser in Szene, die nur noch einzuschieben brauchte. Doch nun brach das Zollbrücker Schlussfurioso los und es sollte ziemlich speziell werden.

Special-Teams Nummer 1 (und erst das zweite Skorpser Powerplay in dieser Serie…) dauerte gerade mal 26 Sekunden, als Mary Thomi sich ein Herz fasste und mit einem Weitschuss die Maschen hinter Juon strapazierte.

Doppelschlag bringt die Wende

Die wegen Stockschlages auf die Strafbank befohlene Likki hatte dort kaum Platz genommen … Wiederum färbte sich das Momentum grün-schwarz und als Hanimann in der 54. Spielminute einen Fehler in der Churer Auslösung dankend annahm und in den rechten Winkel des Tores traf, leuchtete das Momentum geradezu in diesen Farben auf.

Denn jetzt wird’s verrückt: Mary Thomi (die übrigens bei einem sehr harten Einsteigen gegen Koch Minuten zuvor ungescholten davonkam) musste nun nach einem Bodenspiel ebenfalls die Strafbank hüten.

Special-Teams Nummer 2 für die Skorps vier Minuten vor dem Ende. Das Unterzahlspiel begann mit einem Eckfreistoss, den Naja Ritter bogenballartig nach vorne spedierte, wo sie Alyssa Buri perfekt lancierte und diese den rekordverdächtig schnellsten Shorthander realisierte.

Skorps sichern sich den Matchball

Auch Thomi hatte wohl kaum auf der Strafbank Platz genommen. Chur wechselte das Powerplay und erspielte sich einige Chancen, bevor Hanimann loszog und wiederum eine freie Siegenthaler (Hattrick wie angeteasert) zum 2. Shorthander bediente.

An dieser Zwei-Tore-Führung änderte auch eine baldige weitere Strafe gegen die Skorps wegen eines Wechselfehlers nichts mehr. Eine kuriose Schlussphase, unglaublich ärgerlich aus Sicht der Churerinnen, die 3,5 Minuten vor Spielende das erste Mal im Hintertreffen lagen, unglaublich kaltschnäuzig und heldinnenhaft von den Skorpioninnen.

In der Serie steht es nun 3:2 für die Fünftplatzierten Emmentalerinnen. Das nächste Spiel findet am kommenden Donnerstag um 20 Uhr in der BOE statt. Kommt alle singend in grün- schwarz vorbei, wenn diese attraktive Affiche in die 6. Runde geht und sich die Skorps den vierten Sieg in der Serie holen wollen.

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