Staatsarchiv baut Präsenz im Oberwallis deutlich aus
Das Oberwallis erhält eine Zweigstelle für Kultur und Archivwesen. Das Projekt in Brig setzt auf Forschung, Kulturerbe und enge Zusammenarbeit mit Schulen.

Wie die Stadt Brig-Glis berichtet, eröffnet der Kanton Wallis im Oberwallis eine Zweigstelle der Dienststelle für Kultur in den ehemaligen Räumlichkeiten des Forschungsinstituts zur Geschichte des Alpenraums (FGA).
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Brig-Glis und der Schweizerischen Stiftung für das Stockalperschloss umgesetzt. Diese Initiative bezeugt den gemeinsamen Willen, die kantonale Präsenz im Oberwallis zu verstärken und die in Brig aufgebauten Aktivitäten in den Bereichen Wissenschaft, Kulturerbe und Kulturvermittlung weiterzuführen.
Gemeinsames Engagement für die Region
Seit Ende 2024 führen die Dienststelle für Kultur des Kantons Wallis, die Stadtgemeinde Brig-Glis und die Schweizerische Stiftung für das Stockalperschloss Gespräche über eine Erweiterung des Angebots der Dienststelle im Oberwallis.
Dieses Vorhaben setzt das Engagement des Kantons in der Region fort, das insbesondere durch die über fünfzigjährige Präsenz der Mediathek Wallis in Brig geprägt ist.
Die Zusammenarbeit wird mit einem Abkommen für die kommenden vier Jahre geregelt, mit der Perspektive, die Tätigkeit des Forschungsinstituts zur Geschichte des Alpenraums (FGA) vollständig in die Kantonsverwaltung zu integrieren.
Bedeutung für Geschichte und Kulturerbe
Das 1990 gegründete FGA spielte eine zentrale Rolle in der Erforschung und Aufwertung der Geschichte des Alpenraums. Es beteiligte sich an der Publikation vorrangiger historischer Quellen, leitete Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit anerkannten Hochschulen und vermittelte sein Wissen an ein breites Publikum.
Neben seiner Forschungstätigkeit war das FGA für die Verwaltung des Museums im Stockalperschloss sowie für die Konservierung der historischen Mobiliar- und Dokumentensammlungen und für die Kulturvermittlung zuständig.
Seine wissenschaftlichen Datenbanken gelten als anerkannte Referenzinstrumente und zeichnen sich durch ihren innovativen Charakter aus. Das «Klima- und Naturgefahreninventar des Wallis» veranschaulicht insbesondere das Potenzial der Digital Humanities: Es macht historische Umweltdaten aus dem gesamten Kanton zugänglich und trägt so zu einem besseren Verständnis von Naturgefahren und ihrer Entwicklung bei.
Mehr Bürgernähe durch das Staatsarchiv
Die künftige Zweigstelle der Dienststelle für Kultur im Oberwallis beruht auf einer klaren Aufteilung der Aufgaben zwischen den beteiligten Partnern. Der Kanton Wallis übernimmt über das Staatsarchiv die gesetzlichen Aufgaben im Bereich der Dokumenten- und Archivverwaltung.
Die Stadtgemeinde Brig-Glis und die Schweizerische Stiftung für das Stockalperschloss spielen weiterhin eine zentrale Rolle in der Verwaltung der Infrastrukturen und der Sammlungen sowie in der Betreuung des externen Personals während der Übergangsphase.
Die neue Zweigstelle ist eine wichtige erste Etappe für das Staatsarchiv, das damit mehr Nähe zur Bevölkerung und zu den Behörden im Oberwallis gewinnt. Ausserdem ermöglicht es die Zweigstelle, die bereits etablierte Zusammenarbeit mit den Munizipal- und Burgergemeinden, mit natürlichen und juristischen Privatpersonen sowie mit den dezentralen Dienststellen der Kantonsverwaltung zu konsolidieren und weiterzuentwickeln.
Starke öffentliche Ausrichtung
Das Projekt markiert ausserdem eine bedeutende institutionelle Annäherung zwischen der Dienststelle für Kultur und der Schweizerischen Stiftung für das Stockalperschloss sowie eine enge Zusammenarbeit im Hinblick auf die Übernahme und die Aufwertung der Sammlungen des FGA, die als Kulturgut von kantonalem Interesse anerkannt sind.
Die Umsetzung des Projekts umfasst eine Übergangsphase bis Ende 2030. Während dieser Zeit nehmen das Staatsarchiv und die Direktion des FGA gemeinsam die strategische und operative Führung wahr. Dabei besteht das Ziel, dass der Kanton Wallis die Tätigkeiten des FGA vollständig übernimmt, einschliesslich des betroffenen Personals.
Über ihre Aufgaben in den Bereichen Wissenschaft und Kulturerbe hinaus wird die Zweigstelle eine starke öffentliche Ausrichtung entwickeln. Das Angebot umfasst Aktivitäten in der Kulturvermittlung, Zusammenarbeit mit Schulen, insbesondere mit dem Kollegium Spiritus Sanctus, sowie Ausstellungen und Veranstaltungen für ein breites Publikum.
Breite Trägerschaft sichert Projekt
Die Finanzierung erfolgt durch Beiträge der Stiftung, der Stadtgemeinde Brig-Glis und des Kantons Wallis. Mit der neuen Zweigstelle bekräftigen die Partner ihr Engagement für die Bewahrung, Erforschung und Weitergabe des Walliser Kulturerbes und sichern zugleich eine starke und nachhaltige Verankerung im Oberwallis.










