Der Fricktaler Jérôme Kym ist erstmals Schweizer Meister bei den Aktiven. Bei den Frauen sicherte sich die Liechtensteinerin Kathinka von Deichmann den Titel.
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Wie Swiss Tennis berichtet, wurde der erst 18-jährige Fricktaler Jérôme Kym zum ersten Mal Schweizer Meister bei den Aktiven. Die Lichtensteinerin Kathinka von Deichmann setzte sich gegen Simona Waltert durch. Sie konnte nach 2016 ihren zweiten Titel gewinnen.

Jüngester Schweizer Davis-Cup-Spieler Jérôme Kym siegt gegen Bertola

Ein Backhand-Longline-Passierball, dann war es geschafft. Jérôme Kym riss die Arme in die Höhe, und freute sich. Für ihn hätte die Zeit im Juniorenalter nicht besser enden können.

Vor drei Jahre war der Fricktaler an gleicher Stätte bereits bis ins Endspiel vorgestossen. Er forderte damals Serienmeister Henri Laaksonen heraus. Diesmal setzte er sich gegen Rémy Bertola durch.

Der Luganese hatte im Turnierverlauf ebenfalls überzeugt. Diesmal war er aber gegen das höhere Tempo und die verbesserte Sicherheit von Kym machtlos.

Kym war nach einem harten Trainingsblock nach Biel gekommen. Er hatte den Fokus in den letzten fünf Wochen voll auf die kommende Saison gelegt. Dementsprechend war er sich seines Formstandes nicht sicher gewesen.

Kym überzeugt mit kämpferischen Qualitäten

«Ich hatte lange keine Matches mehr gespielt, und die erste Runde war für mich die Schwierigste.» Nach dem dennoch klaren Startsieg gegen Mischa Lanz setzte er mit dem Zweisatzsieg gegen Sandro Ehrat ein erstes Ausrufezeichen. Im Halbfinal gegen Jonas Schär überzeugte er nach Satz- und Breakrückstand auch mit kämpferischen Qualitäten.

Gegen Bertola schliesslich stellte er auch seine Fortschritte bei langen Ballwechseln unter Beweis. Diese hat er seit Beginn der Zusammenarbeit mit dem Österreicher Markus Hipfl erzielt.

Der jüngste Schweizer Davis-Cup-Spieler der Geschichte erhält somit eine zusätzliche Moralspritze. Rechtzeitig vor seinem vollständigen Übertritt auf die Ochsentour der Erwachsenen. Kyms Zielsetzung für die kommenden Monate ist klar: «Ich will bei den Future-Turnieren so schnell wie möglich viele Punkte sammeln, damit ich dann die Challenger bestreiten kann.»

Dabei weiss er nach dem Jahr mit seinen bisher meisten Matchgewinnen definitiv um seine Qualitäten. «Ich habe viel mehr Selbstvertrauen als noch vor einem Jahr», sagte er kurz vor der Siegerehrung.

Kathinka von Deichmann setzt sich gegen angeschlagene Simona Waltert durch

Bei den Frauen konnte der Showdown zwischen den Nummern 1 und 2 der Setzliste die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Die topgesetzte Simona Waltert, hatte am Vortag gegen Alina Granwehr nach vergebenem Matchball eine Sonderschicht in Form einlegen müssen. Es folgte ein dritter Satz. Bereits im Halbfinal hatte sie sich über Schulterbeschwerden beklagt.

Bei 1:4 im ersten Satz liess sie sich behandeln, zwei Games später gab sie auf. Verständlich, angesichts der Müdigkeit nach einer langen Saison. Ebenso steht schon bald mit der Qualifikation für die Australian Open der erste Höhepunkt der neuen Spielzeit an.

Kathinka von Deichmann gelang mit ihrem zweiten Schweizer Meistertitel nach 2016 der versöhnliche Abschluss nach einer schwierigen Saison. Sieben Monate hatte sie wegen einer Ellbogenverletzung pausieren müssen, in der Weltrangliste ist sie abgerutscht.

«Jetzt fühle ich mich aber sehr gut, und bin voller Energie», sagte sie. Den neuen Schwung will die Athletin mit den schwierig zu konternden Slicebällen in den australischen Sommer mitnehmen.

Mit den Australian Open wartet auf Waltert bereits das nächste Highlight

Schon am 27. Dezember fliegt sie gen Ozeanien. Vor der Qualifikation zum Australian Open bestreitet sie noch ein 60’000-Dollar-Turnier in der Nähe von Melbourne.

Hochspannung bis zur letzten Sekunde der Meisterschaft herrschte im Kampf um den Honda Tennis Champion. Der Spieler*in mit den meisten Punkten aus Einzel und Doppel kann ein Jahr einen Honda im Leasing fahren. Gewertet wird nach einem speziellen Verteilschlüssel.

Fast hätte es Rémy Bertola an der Seite von Sandro Ehrat im Champions-Tiebreak geschafft. Hätte er einen von sechs Matchbällen versenkt, wäre das Fahrzeug ins Südtessin gegangen. Schliesslich nützten aber Jakub Paul und Mirko Martinez ihrerseits den zweiten Matchball. So kommt Paul in den Genuss des Wagens.

Rado Club Champion Trophy ebenfalls beendet

Parallel zur Schweizer Elite standen an den letzten Tagen auch die 40 besten Clubmeisterinnen und Clubmeister im Einsatz. Sie kämpften an der Rado Club Champion Trophy nebst Ehre auch um wertvolle Uhren und Sachpreise. Die Titel sicherten sich Jiri Lokaj (Aktive), Serge Lutgen (45+), Mélina Gonzalez (Aktive) und Nicole Spicher (40+).

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