Wie die Gemeinde Biel berichtet, wird engere Zusammenarbeit zwischen dem Kanton Bern und den Akteuren in den Regionen Biel-Seeland und Berner Jura gefordert.
Der Zentralplatz in Biel.
Der Zentralplatz in Biel. - Nau.ch / Ueli Hiltpold

Der Gemeinderat von Biel, der Gemeinderat von Leubringen und der Rat für französischsprachige Angelegenheiten des Verwaltungskreises Biel/Bienne (RFB) haben die Leitlinien des Projekts «Avenir Berne romande» zur Kenntnis genommen und unterstützen sie.

Sie begrüssen insbesondere die Absicht, die Fachmaturitätsschule (FMS) nach Biel zu verlegen und verstehen die Notwendigkeit, das CEFF-Artisanat in Biel anzusiedeln. Sie fordern jedoch eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Kanton Bern und den Akteuren in den Regionen Biel-Seeland und Berner Jura.

Der Gemeinderat von Biel, der Gemeinderat von Leubringen und der RFB, die zusammen die Bieler Juradelegation (DBAJ) bilden, haben den Kanton Bern über ihre Haltung zu den im Rah-men des Projekts «Avenir Berne romande» entwickelten Leitlinien informiert.

Schwerpunkt Bildung

Die Bieler Juradelegation begrüsst den Entscheid, die von der FMS angebotenen Ausbildungen in Biel anzusiedeln. Diese Ausbildungen, die bereits dem Französischen Gymnasium angegliedert sind, werden in vollem Umfang vom Know-how dieses Gymnasiums profitieren können.

Die geografische Annäherung und die perfekte Anbindung an den ÖV gewährleisten qualitativ hoch-wertige Ausbildungen für alle Jugendlichen, die daran teilnehmen.

Die Bieler Juradelegation hat auch Verständnis für die Argumente, die den Kanton dazu veran-lassen, das CEFF-Artisanat nach Biel zu verlegen.

Sie sieht in diesem Vorschlag eine grosse Chance, die Ausbildungen für die Französischsprachigen in der Region zu stärken und gleichzeitig den Jugendlichen aus anderen Regionen einen qualitativ hochwertigen Zugang zu garantieren und die ausgewogene Verteilung der Bildungsstätten zwischen dem Kanton Jura und dem Kan-ton Bern zu wahren. Für die Region Biel stellt dieser Schritt eine Chance dar, ihren Bildungsraum zu stärken.

Ein formelles Engagement des Kantons Bern

Die Bieler Juradelegation erwartet daher auch ein formelles Engagement des Kantons Bern, insbesondere der Bildungs- und Kulturdirektion (BKD), um dem Bieler Bildungsraum mehr Dynamik zu verleihen, insbesondere durch die Unterstützung der Unternehmen bei der Schaffung von mehr Lehrstellen, vor allem für junge Französischsprachige.

Damit können die französisch-sprachigen Klassen des CEFF sowie die Klassen der anderen bereits in Biel vorhandenen Schulen, die qualitativ hochwertige französisch- und deutschsprachige Studiengänge anbieten, ge-stärkt werden.

Diese Entwicklung dürfte es zudem ermöglichen, den Jugendlichen parallel zu den französisch- und deutschsprachigen Ausbildungsangeboten auch bestimmte zweisprachige Ausbildungsgänge anzubieten.

Schwerpunkt Verwaltung

Die Bieler Juradelegation hat in der Jurafrage stets eine Position der «aktiven Neutralität» eingenommen. Das Ende der Jurafrage führt zu einer neuen Position der DBAJ.

Obwohl sie keinen Anspruch auf eine in Moutier angesiedelte Verwaltungseinheit erhebt und Verlegungen in andere Gemeinden des Berner Juras für legitim hält, erwartet sie dennoch eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Regionen, um eine moderne, für die deutsch- und französischsprachige Bevölkerung sinnvolle Verwaltung zu schaffen.

Chance, eine moderne Verwaltung aufzubauen

Das Projekt «Avenir Berne romande» ist nach Ansicht der Bieler Juradelegation eine Chance, eine moderne Verwaltung aufzubauen, die den heutigen und künftigen Bedürfnissen der Bevölkerung der Regionen Biel-Seeland und Berner Jura entspricht.

Konkret fordert die Bieler Juradelegation, in alle Diskussionsgruppen einbezogen zu werden, die eine vollständige oder teilweise Verlegung von Verwaltungseinheiten von Biel in den Berner Jura vorsehen.

Und schliesslich ist sie bereit, am Aufbau eines flexiblen und modernen Raums für die Angestellten der kantonalen Verwaltung mitzuwirken, die sich in Biel niederlassen oder aufhalten werden.