Biel: Aufwertung am Dählenweg startet

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Biel/Bienne,

In Biel wird der Dählenweg neu gestaltet: mehr Sicherheit, mehr Grünflächen und weniger Parkplätze. Die Stadt investiert in ein klimaangepasstes Quartier.

Blick in Richtung Sueden auf Biel.
Blick in Richtung Sueden auf Biel. - Nau.ch / Ueli Hiltpold

Wie die Stadt Biel mitteilt, ist der Dählenweg baulich in einem schlechten Zustand. Im Jahr 2023 wurde die Kanalisation erneuert. Nun folgt die Wiederherstellung der Oberfläche.

Die Stadt Biel nutzt diese Gelegenheit, um die Sicherheit zu erhöhen, den öffentlichen Raum aufzuwerten und klimaangepasste Elemente zu integrieren.

Die heutige Situation ist unübersichtlich und gefährlich: Parkfelder liegen teilweise auf dem Trottoir, private Hauszugänge führen direkt auf die Strasse. Die Parkfelder stellen sowohl für Fussgänger auf dem Trottoir, wie auch für Velofahrende und den motorisierten Verkehr auf der Strasse ein Hindernis dar.

Eine Petition für Verkehrssicherheit am Dählenweg aus dem Jahr 2020 hatte genau diese Missstände kritisiert. Die Stadt hatte damals zugesichert, Verbesserungen zu prüfen – dieses Versprechen wird nun eingelöst.

Sichere Querungen, neue Aufenthaltsqualität

Die Kreuzung Dählenweg/Blumenrain soll vollständig neugestaltet werden. Die bestehende Insel aus Markierung und Betonblöcken auf dem Blumenrain wird entfernt und die nicht normkonformen Fussgängerstreifen werden aufgehoben.

Die Einmündung Blumenrain in den Dählenweg wird schmaler gestaltet. Die Querungsdistanzen für den Fussverkehr werden kürzer, der Verkehr verlangsamt sich. Der entstandene Raum wird für eine Trottoirverbreiterung, vier Bäume, eine Sitzbank, Veloabstellplätze und neue Grünflächen genutzt.

Sichere Zugänge und bessere Entwässerung

Auf der Südseite des Dählenwegs wird entlang der privaten Grundstücke eine schmale Vorzone angelegt. Diese schafft sichere Zugänge zu den Liegenschaften und trennt den Fuss- vom Fahrverkehr.

An geeigneten Standorten – beispielsweise auf Wegen, Plätzen oder Parkplätzen mit wasserdurchlässigem Unterbau – ermöglichen sickerfähige Beläge, dass Regenwasser direkt in den Boden versickert.

Dadurch wird die Kanalisation bei Niederschlägen entlastet und gleichzeitig das Mikroklima verbessert, da ein Teil des Wassers über die Bodenoberfläche verdunstet und so zur Kühlung der Umgebung beiträgt.

Bessere Raumaufteilung und Barrierefreiheit, acht Parkfelder entfallen

Zwischen dem Blumenrain und dem Meisenweg gilt weiterhin Einbahnverkehr. Ab dem Meisenweg ist Gegenverkehr zugelassen. Auf diesem Abschnitt entfallen 14 Parkfelder auf dem Trottoir der Nordseite.

Sechs dieser Parkfelder werden auf die Südseite verlegt und mit Rasengittersteinen ausgestattet, um zusätzlich Regenwasser versickern zu lassen.

Dank der Umgestaltung steht das Trottoir erstmals vollständig dem Fussverkehr zur Verfügung – wovon insbesondere Familien mit Kinderwagen, Personen im Rollstuhl oder mit Rollator profitieren. Gleichzeitig vereinfacht sich das Kreuzen von Autos und Velos auf der Fahrbahn.

Die Aufhebung von insgesamt acht Parkfeldern entspricht einer Reduktion des öffentlichen Parkraumangebots in der direkten Umgebung (maximal 300 Meter zu Fuss) von circa sechs Prozent. Alternativ stehen Parkmöglichkeiten auf dem Meisenweg, dem Waldeggweg, dem Lindenweg und auf dem Dählenweg Richtung Scheibenweg zur Verfügung.

Begegnungszone auf dem Waldeggweg, Rückbau alter Infrastruktur

Der Waldeggweg ist eine kleine Quartierstrasse mit wenig Verkehr. Die Stadt führt dort eine Begegnungszone ein.

Bei den beiden Einmündungen des Waldeggwegs in den Dählenweg werden zwei ungenutzte Asphaltflächen entsiegelt, mit Mergel befestigt und als Veloabstellplätze genutzt.

Der nicht mehr genutzte Busperron bei der früheren Haltestelle «Finkenweg» wird verkleinert. Dieser wird seit der Anpassung der Buslinien im Rahmen der Umsetzung des Buskonzepts 2020 nicht mehr benötigt. Die Fläche dient weiterhin als Querungshilfe, behindert aber nicht mehr den Verkehr.

Mehr Sicherheit und Lebensqualität

Durch gezielte bauliche Massnahmen und neue Grünflächen wird der Verkehrsfluss beruhigt und der Abstand zu privaten Liegenschaften vergrössert, was nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Lebensqualität im Quartier verbessert – so investiert die Stadt nicht nur in die Infrastruktur, sondern auch in ein sicheres, lebenswertes und klimaangepasstes Stadtquartier.

Die Stadt Biel arbeitet bei der Planung von Infrastrukturprojekten mit den Vorständen der Quartierleiste zusammen. Der Vorstand des Quartierleists vertritt als bevorzugter Ansprechpartner die Interessen der Mitglieder und darüber hinaus auch der Quartierbevölkerung.

Die Stadt hat das Projekt dem Vorstand des Quartierleists Linde und der Genossenschaft Biwog vor der Entscheidung des Gemeinderats vorgestellt. Der Vorstand des Quartierleists unterstützt das Projekt grundsätzlich. Einzig zur Reduktion des Parkraumangebots wurden Vorbehalte geäussert.

Finanzierung aus Spezialfonds

Der Gemeinderat beantragt dem Stadtrat einen Kredit von insgesamt 440'000 Franken. Davon sollen 218'000 Franken aus der Spezialfinanzierung Klimaschutz und Klimaanpassung für ökologisch wertvolle Grünräume und sickerfähige Oberflächen sowie 31'000 Franken aus der Spezialfinanzierung Sicherer Langsamverkehr für Flächen des Fuss- und Veloverkehrs eingesetzt werden.

Die Spezialfinanzierung Klimaschutz und Klimaanpassung wurde im Rahmen der Stadtklima-Initiative geschaffen. Lediglich der verbleibende Betrag von 191'000 Franken muss über die ordentliche, steuerfinanzierte Rechnung investiert werden. Der Stadtrat befindet am 13. Mai 2026 über das Geschäft.

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