Stadt Bern lädt zu Denkmaltagen in die Volksschule Steckgut
Wie die Stadt Bern berichtet, finden am 9. September 2023 anlässlich der «Europäischen Tage des Denkmals» geführte Rundgänge im Schulhaus Steckgut statt.

Die erste Bebauung des heutigen Lorrainequartiers bildete das Landgut «im kleinen Wyler».
Die Besitzverhältnisse der Häusergruppe lassen sich bis 1631 zurückverfolgen. Urkundlich wird das Lorrainegut 1705 zum ersten Mal erwähnt.
Der Landsitz bestand ursprünglich aus drei Gebäuden, das Gut umfasste ein Herrenhaus, ein Nebenhaus für den Pächter – das Lehenshaus, heutiges Schulhaus Steckgut – sowie ein Ökonomiegebäude.
Während die beiden erstgenannten Gebäude erhalten blieben, musste die Scheune 1923 einem Wohnblock weichen.
Der Bau des Eisenbahndamms
Der Bau des Eisenbahndamms 1856 stellte im Quartier eine Zäsur dar und isolierte die Lorraine von den übrigen Nordquartieren.
Diese Trennung der Gebiete war für die Quartierentwicklung in den darauffolgenden Jahren prägend und hatte auch Einfluss auf das Herrengut der Lorraine.
Es wurde aufgeteilt und ging auf verschiedene Besitzer über.
Mit dem Überbauen des dazugehörigen Umlandes verlor der Herrschaftssitz seine Lagequalität und damit einen essenziellen Bestandteil seines Charakters.
Das Vereinshaus der Evangelischen Gemeinschaft
Ab 1882 diente das Steckgut der evangelischen Gemeinschaft als Vereinshaus und ging 1893 in deren Besitz über.
Das Gebäude wurde den neuen Bedürfnissen angepasst.
Bei einem Umbau entstanden in seiner östlichen Hälfte im Erd- sowie im Obergeschoss je eine Vierzimmerwohnung.
Im westlichen Teil wurde der zweigeschossige Versammlungssaal eingerichtet. Diese Eingriffe veränderten den Grundriss sowie das Fassadenbild nachhaltig.
Die Umnutzung erfolgte 1952
Im Jahre 1949 erwarb die Einwohnergemeinde Bern das Steckgut.
In den Jahren 1951/52 erfolgte der Umbau zum Schulhaus durch den späteren Stadtbaumeister Albert Gnägi.
Neben Anpassungen des Grundrisses im Erd- und Obergeschoss sowie der Treppenanlage wurde das Dachgeschoss zum Singsaal ausgebaut.
Die Sanierung 2023
Aus baulicher und pädagogischer Sicht wurde für die Volksschule Steckgut eine Gesamtsanierung notwendig.
Das Schulhaus Steckgut soll zukünftig vier Basisstufenklassen Platz bieten.
Das beauftragte Architekturbüro Schär Buri erarbeitete gemeinsam mit der Denkmalpflege der Stadt Bern Lösungen, die eine Umnutzung des Gebäudes sowie den Erhalt der historischen Bausubstanz ermöglichten.
Raumangebot wurde an heutige Bedürfnisse angepasst
Die aktuelle Gesamtsanierung umfasst zum einen eine energetische, brandschutztechnische sowie statische Ertüchtigungen, zum andern wurde das Raumangebot an die heutigen Bedürfnisse des Schulbetriebes angepasst.
Der Eingriff von 1952 wurde subtil umgesetzt und weist hohe architektonische Qualitäten auf.
Der Erhalt sowie die Wiederherstellung dieser Zeitschicht war der städtischen Denkmalpflege daher ein grosses Anliegen.
Geführte Rundgänge sind vorgesehen
Im Rahmen der Europäischen Denkmaltage lädt die Denkmalpflege der Stadt Bern am Samstag, 9. September 2023, Besucher zu geführten Rundgängen ein und nimmt sie mit auf eine Zeitreise in die rund 300-jährige Baugeschichte des Steckgutes.
Mitarbeitende der städtischen Denkmalpflege, von Hochbau Stadt Bern sowie von Schär Buri Architekten informieren über die interdisziplinäre Zusammenarbeit, welche das Bauen mit historischer Substanz erfordert und wie ein Gebäude neue Funktionen beherbergen und aktuellen Anforderungen gerecht werden kann.






