Kanton Bern: Kantonspolizei ersetzt Rialto – Millionen für neue Software

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Die Kantonspolizei Bern ersetzt ihre Software Rialto durch myABI. Die Beschaffung kostet rund 8 Millionen Franken, dazu kommen 9,4 Millionen Projektkosten.

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Eine Fusspatrouille der Kantonspolizei Bern (Symbolbild) - Kantonspolizei Bern

Die Prüfung der Lösungsvarianten für die Zukunft der Vorgangsbearbeitung bei der Kantonspolizei Bern ab Anfang 2031 ist abgeschlossen. Für die Fachapplikation Rialto wird keine technische Migration durchgeführt. Für die Ablösung der Vorgangsbearbeitung wird in den kommenden Tagen die freihändige Vergabe für die Lösung myABI publiziert.

Wie in der Medienmitteilung der Sicherheitsdirektion vom 2. Juni 2026 angekündigt, hat die Kantonspolizei Bern die Lösungsvarianten für die Sicherstellung einer Vorgangsbearbeitung ab Anfang Jahr 2031 eruiert. Geprüft wurde einerseits eine Migration von Rialto auf die neue Technologiebasis S4/Hana durch die Swisscom sowie anderseits der Ersatz von Rialto durch eine andere Vorgangsbearbeitungslösung.

Bei der Prüfung anderer Vorgangsbearbeitungslösungen wurden notwendige Kriterien definiert und eine Marktanalyse vorgenommen. Diese zeigte, dass unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kapo Bern aktuell einzig die Vorgangsbearbeitungsplattform myABI der Firma LogObject AG auf dem Markt verfügbar ist, welche von über 20 Schweizer Polizeikorps genutzt wird. Die Einführung von Rialto R3 erfolgte gestützt auf das im Jahr 2016 durchgeführte Beschaffungsverfahren, bei dem damals die Firma LogObject AG kein Angebot einreichte.

Es zeigte sich, dass die Variante «Migration von Rialto auf S4/Hana» der Einführung von myABI deutlich unterliegt, da die Migration gegenüber der Einführung von myABI mit mehr Risiken und Unsicherheiten behaftet ist.

Die mit externer Unterstützung durchgeführte Analyse hat ergeben, dass der damalige Entscheid für Rialto R3 einen grossen Digitalisierungsschritt bei der Kapo Bern bewirkte. Die Kantonspolizei Bern hat das System über Jahre hinweg intensiv weiterentwickelt. Dadurch wurde trotz bestehender funktionaler und technischer Pendenzen ein hohes Digitalisierungsniveau erreicht.

Seit dem Entscheid für Rialto R3 hat sich myABI als spezifisches Vorgangsbearbeitungssystem für Polizeikorps in der Schweiz etabliert. Durch den jetzigen Entscheid für das Produkt myABI muss die Kapo Bern bezüglich Digitalisierung einen Rückschritt in Kauf nehmen. Der Hersteller LogObject hat bereits grosses Interesse angekündigt, dass die Kantonspolizei Bern ihr hohes Digitalisierungs- Knowhow bei der Weiterentwicklung von myABI einbringen und diese mitprägen kann.

Für die Beschaffung von myAbi ist mit Investitionskosten von rund 8 Millionen Franken zu rechnen. Hinzu kommen weitere einmalig anfallende Projektkosten im Umfang von geschätzten 9.4 Millionen Franken. Beim Variantenvergleich mit der Migration auf S/4 Hana hat sich gezeigt, dass die Durchführung eines Migrationsprojekts mit S/4 Hana unter Berücksichtigung der Gesamtaufwendungen, Kosten in ähnlicher Grössenordnung verursachen würde.

Die jährlich wiederkehrenden Betriebskosten werden gemäss aktuellen Schätzungen bei myABI allerdings deutlich tiefer ausfallen als aktuell mit Rialto.

Da myABI aktuell die einzige auf dem Markt verfügbare Lösung ist, welche die Anforderungen der Kapo Bern abdeckt und zeitgerecht eingeführt werden kann, wird in den kommenden Tagen die freihändige Vergabe für die Lösung myABI publiziert. Danach gilt es, die Beschwerdefrist abzuwarten sowie die Finanzierung sicherzustellen. Ziel ist es, spätestens Ende 2030 myABI bei der Kantonspolizei Bern eingeführt zu haben.

Der Betrieb der Vorgangsbearbeitung mit Rialto ist bis Ende 2030 garantiert.

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