Der Richtplan ESP Wankdorf im Kanton Bern zeigt Wirkung
Wie der Kanton Bern mitteilt, ist die Verkehrsbelastung im Raum Wankdorf trotzt stärkere Nutzung durch den Autoverkehr um fünf Prozent gesunken.

Der Raum Wankdorf ist geprägt durch eine Vielfalt von Nutzungen und Akteuren aus den Bereichen Arbeit, Freizeit, Sport, Verkehr, Naherholung und Wohnen.
Seit 2010 ist der Richtplan zum Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Wankdorf in Kraft.
Er koordiniert die verschiedenen Interessen und zeigt die Rahmenbedingungen für die nachhaltige Entwicklung der nächsten Jahre im Raum auf.
Die Ziele des Richtplans werden jeweils im Abstand von einigen Jahren mit der tatsächlich erfolgten Entwicklung verglichen. Nach 2008 und 2013 fand im Jahr 2022 das dritte Monitoring statt.
Starke Nutzungsentwicklung
Wegen der ausgezeichneten Qualität des Standorts wird der Raum Wankdorf seit 2013 immer intensiver genutzt.
Neben den vielen realisierten Geschossflächen nahmen die Wohnbevölkerung und die Anzahl Beschäftigte um je circa 50 Prozent zu.
Die Zunahme von circa 20’000 auf 30’000 Beschäftigte zwischen 2011 bis 2020 ist vor allem auf die neuen Büroarbeitsplätze in der Wankdorf City, dem Bundesverwaltungszentrum und dem Postfinance Tower zurückzuführen.
Weniger Autoverkehr und Umweltbelastungen
Insbesondere das Mobilitätsverhalten der Beschäftigten prägt das Gesamtbild der verkehrlichen Entwicklung im ESP Wankdorf stark.
Trotz der starken Nutzungsentwicklung ist das Volumen des motorisierten Individualverkehrs innerhalb des Verkehrssystems Wankdorf um circa fünf Prozent gesunken.
Sowohl die Luft- als auch die Lärmbelastungen sind damit deutlich rückläufig und die Grenzwerte werden mehrheitlich eingehalten.
Die Verkehrsabwicklung soll noch weiter optimiert werden
Insgesamt hat das Verkehrsaufkommen im ESP Wankdorf abgenommen.
Zu einer verträglichen Abwicklung des Verkehrs trägt auch das umfassende Verkehrsmanagement bei, das bereits seit 2012 im Raum Wankdorf besteht.
Es soll im Rahmen des Projekts Umgestaltung Anschluss Wankdorf (BUGAW) noch weiter optimiert werden und dafür sorgen, dass der motorisierte Individualverkehr (MIV) in diesem Raum zielgerichtet gesteuert und dosiert werden kann.
Ziel ist es, dass das MIV-Aufkommen im gesamten ESP Wankdorf trotz der geplanten weiteren Entwicklung nicht zunimmt, sodass der verbleibende Verkehr die Wohnquartiere nicht stärker belastet.
S-Bahn profitiert, Bus und Tram bleiben gefragt
Die zusätzliche Verkehrslast im Raum Wankdorf trägt in erster Linie die S-Bahn.
Die Anzahl ein- und aussteigender Fahrgäste beim S-Bahnhof Wankdorf hat seit 2013 um 50 Prozent zugenommen.
Mit einem Plus von vier Prozent stagnieren die Fahrgastzahlen bei Tram und Bus auf hohem Niveau. Die Linien neun und zehn von Bernmobil sind nach wie vor stark frequentiert.
Zunahme des Veloverkehrs bei der Wohnbevölkerung
Positiv ist auch das Mobilitätsverhalten der Wohnbevölkerung.
Hier hat der Fuss- und Veloverkehr deutlich an Bedeutung gewonnen, was unter anderem auf die Velooffensive der Stadt Bern und die entsprechenden Veloinfrastruktur-Massnahmen zurückzuführen sein dürfte.
Seit 2013 hat sich der Anteil des Velo- und Mofaverkehrs am Modalsplit um acht Prozentpunkte auf 27,7 Prozent gesteigert.
Richtplan zeigt Wirkung
Die erfreuliche Entwicklung konnte dank der differenzierten und breit abgestützten Massnahmen erreicht werden.
Mit der Förderung des optimal erschlossenen Standorts kann der motorisierte Individualverkehr auf das notwendige Mass beschränkt und die zusätzliche Umweltbelastung möglichst tief gehalten werden.
Einen wichtigen Anteil am Erfolg haben beispielsweise die Vorgabe für maximale MIV-Anteile bei neuen Nutzungen, die Verkehrssteuerung des MIV und der zielgerichtete Ausbau bei der S-Bahn, bei Bus und Tram sowie bei den Veloinfrastrukturen.
Nachhaltige Entwicklung sicherstellen
Die vielen qualitätssichernden Verfahren zeigen, dass das Bewusstsein für eine qualitativ hochwertige Entwicklung in der Planung gut verankert ist.
Trotz der erfreulichen Entwicklungen soll sich der ESP Wankdorf weiterhin nachhaltig und verträglich entwickeln.
Dafür braucht es weiterhin eine sorgfältige Planung und Überprüfung der Verkehrs- und Arealentwicklung.






