In Basel-Stadt werden die Parkanlagen in der Trockenperiode intensiv, aber auch auf «erzieherische» Art bewässert. Eine Knappheit ist nicht zu befürchten.
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Regenbogen in den Wasserfontänen auf dem Basler Horburgpark. - sda - KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
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Das Wichtigste in Kürze

  • Basel-Stadt bewässert seine Grünflächen in der Trockenperiode grosszügig.
  • Mit einer Wasserknappheit rechnet die Stadt wegen der Versickerung des Rheins nicht.
  • Die Pflanzen werden zudem erzogen, ihre Wurzeln tiefer zu schlagen.

Beschienen vom morgendlichen Sonnenlicht, ziehen sich hübsche Regenbogen durch die Wasservorhänge. Der Park ist noch menschenleer, einzig ein Kind springt fröhlich jauchzend durch den künstlichen Regen.

Basel «erzieht» seine Pflanzen

Bei einem Hydranten am Rand der Rasenfläche steht Gabi Schmid. Sie ist Vorarbeiterin bei der Basler Stadtgärtnerei und hat zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alle Hände mit Bewässern zu tun. «Natürlich wäre Regen das Beste für die Pflanzen», sagt sie. «Bereits ein relativ kurzer Regenschauer ist ein spürbarer Segen für die Rasenflächen, die Sträucher und Bäume.»

Mit Regen ist aber nichts derzeit. Also muss künstlich bewässert werden. Auf eine Dauerberieselung wird dabei bewusst verzichtet. Das würde dem Rasen und den Bäumen nicht guttun, sagt Schmid.

Einmal pro Woche werden die Rasenflächen gespritzt - und das dann aber ausgiebig. 20 Liter pro Quadratmeter sind es. «Wir erziehen die Pflanzen damit, dass sie ihre Wurzeln tiefer in den Boden hineinwachsen und sie nicht nur oberflächlich ausbreiten lassen.»

Mit Wasserknappheit hat man in der Stadt nicht zu kämpfen

Gegossen wird mit normalem Trinkwasser. Anders als im ländlichen Umland muss der Stadtkanton dabei keine Wasserknappheit befürchten. «Das liegt an der besonderen Art der Trinkwasseraufbereitung», sagt Erik Rummer, Mediensprecher der dafür zuständigen Industriellen Werke Basel (IWB). Basel lasse aktiv reichlich vorhandenes Rheinwasser versickern, was einen konstanten Grundwasserspiegel garantiere.

Dass trotzdem nicht alle Rasenflächen saftig grün sind, liegt also nicht am Wassermangel, sondern an den beschränkten personellen Kapazitäten. Bei 250 Hektaren Naturfläche muss die Stadtgärtnerei Prioritäten setzen. «Uns bleibt nichts anderes übrig, als Randflächen in den Parkanlagen der oberflächlichen Verdorrung zu überlassen», sagt Schmid.

Das gilt auch für einen Grossteil der rund 26'000 Stadtbäume. Wo es keine beschränkten Baurabatten gibt, wird durchaus reichlich gegossen, wie zum Beispiel auf dem Mergelplatz bei der Horburgstrasse. Auch Jungbäume erhalten noch Bewässerungshilfe. «Eigentlich nur, bis sie drei Jahre alt sind», sagt Schmid, «bei den extremen Trockenperioden geben wir ihnen aber bis ins siebte Lebensjahr Wasser

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