Isenthal UR: Handwerksmarkt lockt mit Jodel und Ziegentrecking
Am 27. September 2026 verwandelt sich das Schulareal in Isenthal UR von 10 bis 17 Uhr in einen Marktplatz. Rund 30 Stände zeigen altes und neues Handwerk.

Handwerksmarkt und Alpprodukte, Jodelchörli und Ennetbürgner Trachteleyt, Ziegentrecking und Wanderungen locken am 27. September ins ursprüngliche Bergtal.
«Wer am 27. September ins Isenthal kommt, muss Zeit mitbringen», erklärt Patrick Zurfluh schmunzelnd. «Am Handwerkssonntag gibt’s im Bergdorf viel zu entdecken.» Den OK-Chef freut besonders die Abwechslung: Der beliebte Anlass verbindet Handwerk mit Trachtentanz, Alphorn- und Jodelklängen, Kulinarik und Begegnungen.
Von 10 bis 17 Uhr wird das Schulareal zum Marktplatz. Rund um die Stände gibt es altes und neues Handwerk zu entdecken, regionale Produkte können degustiert und gekauft werden. «Wer genau hinschaut, sieht, was Menschen mit ihren Händen zustande bringen und wie Produkte und Kunsthandwerk entstehen», sagt Sepp Stadler.
Der Gemeinderat arbeitet im OK mit und präsentiert am Markt selber seine Holzintarsien.
Jodelchörli Isenthal und Trachtengruppe Ennetbürgen
Der Isenthaler Handwerksmarkt hat sich seit 2010 zu einem beliebten Treffpunkt für Gäste und Ehemalige entwickelt. 2012 wurden im Dorfkern bereits 18 Marktstände aufgebaut, 2015 waren es 23 Anbieter; heute pendelt die Zahl bei rund 30. Waren früher Vieh- und Schafabfahrt die Höhepunkte, sorgen heute Handwerk, regionale Spezialitäten und ein vielfältiges Rahmenprogramm für den besonderen Charakter des Anlasses.
Peter Gasser eröffnet um 11.30 Uhr mit dem Alphorn den musikalischen Reigen. Erstmals tritt das Jodelchörli Isenthal mit Monika Aschwanden auf. «Unser Chörli besteht seit rund 25 Jahren», freut sich die Chorleiterin.
«Entstanden ist es aus einer spontanen Gesangsrunde des Theatervereins, die nach einer Aufführung Jodellieder anstimmten und kurz darauf das Chörli gründeten.»
Ein besonderer Gast kommt aus dem Nachbarkanton: die Trachtengruppe Ennetbürgen, im Volksmund «Birger-Trachteleyt». «Unser Verein besteht seit 1966 und wir feiern am 17. Oktober 2026 unser 60-jähriges Bestehen» freut sich Präsident Manuel Odermatt. Um 12 Uhr sorgt das Handorgelduo Erwin Gasser für volkstümliche Unterhaltung.
Um 13.30 Uhr werden Alphorn, Jodel und Trachtentanz nochmals gemeinsam aufgeführt.


Mit Ziegen unterwegs, dann den Markt erleben
Besonders reizvoll ist die Verbindung von Wandern und Marktbesuch. Wer mit dem Schiff an der Isleten ankommt, steigt auf dem historischen «Urner Landweg» zum Chäppeli. Auf dem Sagen- und Urchig-Handwärchweg erreicht man in einer Stunde das Dorf.
An vier Handwerksstationen lassen sich das «Studägarbnä», das Schnätzesselschnitzen, das Heugarnknüpfen und alte Lederverarbeitungstechniken entdecken. Wer eine längere Wanderung bevorzugt, steigt von der Klewenalp über das Hinter Jochli nach Gitschenen und gelangt mit Seilbahn und Bus ins Isenthal. Berggasthaus und das wiedereröffnete Alpstubli laden unterwegs zur Einkehr ein.
Bei gutem Wetter lässt sich das Bergerlebnis ideal mit dem Markt verbinden. Ein besonderes Angebot wartet auf Familien: Wanderleiterin Sanna Lauren lädt zum beliebten Ziegentrecking ein. Gemeinsam mit Tieren unterwegs zu sein, wird für Kinder zum Abenteuer.
Im Dorf richtet der Forstdienst in Andis Wiese einen Erlebnispark mit Kletterbaum ein. Gesichert im Klettergurt können sich auch die Jüngsten in luftige Höhen wagen.
Mit der Auto AG ins Bergdorf
Nach so viel Bewegung darf das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. An den Marktständen gibt’s Alpkäse, Formaggini, Fleischprodukte, Kräutertee und weitere regionale Spezialitäten. Eine Festwirtschaft sorgt für Verpflegung, das Hotel Urirotstock bietet währschafte Menüs an und die Isenthaler Jugendgruppe serviert Getränke und Grilladen, bei schönem Wetter im Freien.
Der Dorfrundgang bietet auch Einblicke ins Gewerbe, unter anderem in den Forstbetrieb, ins Bildhaueratelier Bissig und in die neu übernommene Sägerei Tochtermann.
Wer mit dem Auto kommt, muss wissen: Im Dorf stehen keine Parkplätze zur Verfügung. Die Veranstalter empfehlen die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr, mit stündlichen Extrafahrten ab Bahnhof Altdorf.
Wer die kurvenreiche Fahrt ins Isenthal wagt, lässt ein wenig Alltag zurück. Und vielleicht stellt man am Abend fest: Ein einziger Sonntag genügt kaum, um Isenthal wirklich kennenzulernen.
Isenthaler Handwerksmarkt 2026: Sonntag, 27. September 2026, 10–17 Uhr im Dorfareal Isenthal Bei schlechtem Wetter: Turnhalle und Schulhaus.









