Aarau: Jugendliche produzieren Podcasts, Videos und Radio
In Aarau ist nach den Sommerferien der Jugend.Media.Space gestartet. Jeden Mittwochnachmittag können 12- bis 18-Jährige dort kostenlos Medien produzieren.

TikTok, Instagram, YouTube, Podcasts, künstliche Intelligenz und andere digitale Angebote bieten unzählige Möglichkeiten – gleichzeitig wird es immer anspruchsvoller, Inhalte einzuordnen, verlässliche Informationen zu erkennen und die Mechanismen hinter digitalen Plattformen zu verstehen.
Genau hier setzt der neue Jugend.Media.Space der Aargauer Jugendmedien an. Statt Jugendlichen lediglich zu erklären, was sie im Internet tun oder besser nicht tun sollten, können sie Medien selbst gestalten und dabei unmittelbar erleben, wie Inhalte entstehen und wirken.
«Jugendliche verbringen heute viel Zeit mit digitalen Medien. Wir möchten daraus nicht einfach ein Problem machen, sondern ihnen zeigen, wie sie diese Welt selbstbestimmt, kreativ und kritisch nutzen können», sagt Gian-Luca Biechler, Leiter des Jugend.Media.Space. «Wer selbst einmal ein Video geschnitten, einen journalistischen Beitrag recherchiert oder einen Podcast produziert hat, betrachtet auch die Inhalte anderer mit anderen Augen.»
Von Social Media bis zum eigenen Podcast
Im Jugend.Media.Space bestimmen die Interessen der Jugendlichen mit, was entsteht. Möglich sind beispielsweise eigene Videos und Social-Media-Formate, Podcasts, Radiobeiträge, journalistische Inhalte oder kreative digitale Projekte. Die dafür notwendige technische Infrastruktur steht vor Ort zur Verfügung.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, jeden Mittwochnachmittag einen vorgegebenen Kurs zu absolvieren. Gleichzeitig werden sie fachlich und medienpädagogisch begleitet.
«Uns ist wichtig, dass es kein klassischer Unterricht am Mittwochnachmittag wird», erklärt Biechler. «Die Jugendlichen sollen mit ihren eigenen Ideen kommen dürfen. Unsere Aufgabe ist es, sie dabei zu begleiten, die nötigen Werkzeuge zur Verfügung zu stellen und dort Unterstützung zu bieten, wo sie gebraucht wird.»
Neben der kreativen Medienproduktion spielt die Medienkompetenz eine zentrale Rolle. Jugendliche beschäftigen sich beispielsweise damit, wie Social-Media-Algorithmen funktionieren, weshalb bestimmte Inhalte besonders viel Aufmerksamkeit erhalten, wie Quellen überprüft werden können oder wie mit Falschinformationen und manipulativen Inhalten umgegangen werden kann.
Auch Fragen rund um Datenschutz, künstliche Intelligenz, Bildbearbeitung und die Wirkung von Social Media können aufgegriffen werden. Entscheidend ist dabei der Bezug zum Alltag der Jugendlichen.
«Medienkompetenz entsteht nicht nur dadurch, dass Erwachsene vor Gefahren warnen», sagt Biechler. «Wir möchten Jugendlichen ermöglichen, Zusammenhänge selbst zu verstehen. Sie sollen lernen, Fragen zu stellen, Quellen zu prüfen und bewusst zu entscheiden, was sie veröffentlichen, teilen oder glauben.»
Gleichzeitig fördert die praktische Medienarbeit weitere Fähigkeiten.
Wer gemeinsam eine Sendung, ein Video oder einen Podcast umsetzt, muss Ideen präsentieren, Aufgaben verteilen, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Damit sollen auch Selbstvertrauen, Kreativität, Ausdrucksfähigkeit und Teamarbeit gestärkt werden.
Ein neuer Treffpunkt für Jugendliche in Aarau
Der Jugend.Media.Space ergänzt die bisherigen Angebote der Aargauer Jugendmedien. Der gemeinnützige Verein ermöglicht Jugendlichen bereits heute unter anderem bei Radio Summernight, in Podcasts und im journalistischen Umfeld praktische Erfahrungen mit Medien zu sammeln. Mit dem neuen Angebot entsteht nun zusätzlich ein regelmässiger und bewusst offen gestalteter Treffpunkt für Medienarbeit.
Das Angebot ist kostenlos und richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Seit dem Start nach den Sommerferien ist der Jugend.Media.Space jeden Mittwochnachmittag an der Igelweid 1 in Aarau geöffnet.
«Wir möchten einen Ort schaffen, an dem Jugendliche gerne ihre Freizeit verbringen und gleichzeitig etwas mitnehmen, das ihnen weit über den Mittwochnachmittag hinaus nützt», sagt Biechler. «Und vielleicht entsteht aus einer spontanen Idee irgendwann ein eigener Podcast, ein journalistischer Beitrag, ein Filmprojekt oder sogar der Einstieg in ein neues Hobby.»










