Die New Yorker Börsen schliessen im Minus. Doch gute Job-Zahlen und Berichte, dass Biden mit einer tieferen Unternehmenssteuer zufrieden sei, geben Hoffnung.
Börse in New York
Börse in New York - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Inflations- und Zinssorgen der Anleger

Die wichtigsten US-Börsen sind am Donnerstag mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Aktuelle Konjunkturdaten signalisierten zwar Gutes für die US-Wirtschaft, verstärkten damit aber auch die Inflations- und Zinssorgen der Anleger.

Berichte, denen zufolge sich US-Präsident Joe Biden mit einer Unternehmenssteuer unterhalb von 28 Prozent zufrieden gibt, sorgten nur vorübergehend für eine etwas bessere Stimmung. Der Dow Jones Industrial verlor 0,07 Prozent auf 34'577,04 Punkte. Der marktbreite S&P 500 fiel um 0,36 Prozent auf 4192,85 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 gab sogar um 1,07 Prozent auf 13'529,68 Zähler nach.

Laut Analystin Sophie Griffiths vom Broker Oanda blicken die Anleger mit Sorge auf einen Schwung von US-Wirtschaftsdaten. Bereits veröffentlicht wurde der private Jobbericht des Dienstleisters ADP, der starke Signale für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag sendete. Der vielbeachtete ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor fiel ebenfalls stark aus.

Laut dem ADP-Bericht hat der US-Privatsektor im Mai fast eine Million und damit deutlich mehr Stellen geschaffen als von Experten erwartet. Am Markt hiess es, dies erhöhe den Druck auf die US-Notenbank Fed, ihre bislang extrem lockere Geldpolitik einzuschränken. Ausserdem spielte die internationale Handelspolitik wieder eine Rolle. Verwiesen wurde darauf, dass US-Präsident Joe Biden ein US-Verbot für Investitionen in Unternehmen erwägt, die mit dem chinesischen Militär in Verbindung stehen.

Aktien traditioneller Autohersteller legten kräftig zu. So gewannen General Motors (GM) gut sechs Prozent und Ford gut sieben Prozent. GM hatte sich optimistisch mit Blick auf das Gesamtjahr gezeigt und steigende Auslieferungen an Kunden in den USA und Kanada angekündigt. Ford hatte im Mai den Absatz in den Vereinigten Staaten um gut vier Prozent gesteigert. Titel des E-Autobauers Tesla hingegen rutschten um mehr als fünf Prozent ab.

Ciena sprangen nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen um gut sieben Prozent nach oben. Der Netzwerkspezialist hatte mehr Gewinn gemacht als Experten erwartet hatten. Zudem fiel der Umsatzrückgang nicht so deutlich aus wie am Markt befürchtet.

Die bei über Netzwerke im Internet verbundenen Investoren beliebten Titel AMC , Gamestop , Bed Bath & Beyond und Blackberry setzten die heftigen Kursschwankungen der Vortage fort. So verloren AMC am Ende knapp 18 Prozent auf 51,34 Dollar. Das Tagestief hatte bei 37,66, das Tageshoch bei 68,80 Dollar gelegen. Am Mittwoch war die Handelsspanne noch grösser gewesen.

Der Euro hielt sich über 1,21 US-Dollar und lag zuletzt bei 1,2130 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2187 (Mittwoch: 1,2186) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8205 (0,8206) Euro.

US-Anleihen gaben nach. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) sank um 0,27 Prozent auf 131,60 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihen lag bei 1,628 Prozent.

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