Wie der US-Preisdruck bei Medikamenten die Schweiz trifft
Die USA vergleichen ihre Medikamentenpreise mit Referenzländern. Laut einer Studie könnte das die Schweiz jährlich Hunderte Millionen Franken kosten.

Washington orientiert sich bei der Preisfestsetzung neu an Referenzländern, zu denen auch die Schweiz zählt. Je höher die Preise dort liegen, desto höher fallen sie für die Pharmafirmen in den USA aus.
Laut dem «SRF» beziffert eine Studie der ETH und der Universität Zürich die Folgen. Geben Länder dem Druck nach, kostet das Prämienzahlende in der Schweiz gemäss der Studie jährlich Hunderte Millionen Franken zusätzlich.
Studien-Co-Autorin Kerstin Vokinger sagt dem «SRF»: «Die Schweiz muss sich überlegen, wie sie mit diesem Druck aus den USA umgeht.» Die Juristin und Medizinerin empfiehlt, gemeinsam mit anderen Ländern nach Lösungen zu suchen.
Zugang zu neuen Medikamenten umstritten
Laut «swissinfo.ch» beantragten Interpharma-Mitglieder zwischen Januar 2025 und Juni 2026 sieben von 22 neuen Medikamenten nicht für die Spezialitätenliste. Medikamente auf dieser Liste vergütet die obligatorische Krankenversicherung, als Grund nannten sie Bedenken wegen des US-Meistbegünstigungsprinzips.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verzeichnet bislang ähnlich viele Gesuche wie im Vorjahr, schreibt das «SRF». Generelle Preiserhöhungen wären laut dem Amt falsch, solange unklar sei, ob die US-Modelle langfristig Bestand hätten.
Marcel Plattner, Präsident der Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz, sieht laut «swissinfo.ch» auch bei unvollständiger Umsetzung Auswirkungen auf die Schweiz. Die Unternehmen könnten ihre Position auf dem US-Markt nicht gefährden, um in der Schweiz präsent zu sein, erklärt er.
Was für die Schweiz noch offen ist
Präsidenten von sechs europäischen Pharmakonzernen, darunter Novartis und Roche, haben laut «Bote der Urschweiz» einen offenen Brief unterzeichnet. Darin verlangen sie von den europäischen Regierungen bessere Bedingungen für Investitionen in Medikamente der nächsten Generation.

Das verbindliche US-Programm GLOBE betrifft laut «swissinfo.ch» nur vier nicht genannte Unternehmen, wie im September angekündigt wurde. Die erwarteten Einsparungen bis 2032 schrumpfen damit auf 440 Millionen Dollar (etwa 360 Millionen Franken). Zuvor waren 11,9 Milliarden Dollar (etwa 9,7 Milliarden Franken) prognostiziert.
Das «SRF» hält fest, dass noch unsicher ist, ob die USA die Preismodelle überhaupt umsetzen werden. Gegen eines dieser Modelle geht die Pharmalobby derzeit vor Gericht, während deutlich weniger Arzneimittel betroffen sind als angenommen.








