Das niederländische Unternehmen Just Eat Takeaway ist auf Expansionskurs. Der Lieferdienst schreibt wegen den hohen Investitionen rote Zahlen.
Just Eat Takeaway
Just Eat Takeaway fällt wegen hohen Werbeausgaben in die roten Zahlen. (Archivbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Just Eat Takeaway hat im ersten Halbjahr 2021 einen grossen Verlust zu verbuchen.
  • Dies wird mit den hohen Investitionskosten für das Wachstum in Verbindung gebracht.
  • CEO Jitse Groen geht von weiteren Verlusten aus, der Höhepunkt sei jedoch erreicht.

Lieferando-Eigentümer Just Eat Takeaway ist durch den Expansionskurs im ersten Halbjahr tief in die Verlustzone gerutscht. Unter dem Strich stand bei dem Essenslieferdienst ein Minus von fast einer halben Milliarde Euro. Ein Jahr zuvor waren sie 59 Millionen Euro im Minus gewesen, wie das Unternehmen am Dienstag in Amsterdam mitteilte.

300 Millionen Euro für Werbung

So gaben die Niederländer in den ersten sechs Monaten des Jahres knapp 300 Millionen Euro für Werbung aus. Das ist mehr als dreimal so viel als im Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz von Just Eat Takeaway stieg um mehr als die Hälfte auf 2,6 Milliarden Euro. Der Bruttotransaktionswert legte um knapp die Hälfte auf 14,1 Milliarden Euro zu. Dennoch drehte das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) auf minus 190 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Plus von 205 Millionen Euro verbucht worden.

Just Eat Takeaway: Tochterunternehmen mit Wachstum

In Deutschland legten die Bestellungen der Marke Lieferando im ersten Halbjahr um 62 Prozent auf fast 80 Millionen zu. Der Umsatz kletterte in Deutschland von 161 Millionen auf 284 Millionen Euro. Das operative Ergebnis stieg um 63 Prozent auf 94 Millionen Euro.

Konzernchef Jitse Groen sprach von hohen Investitionen in das Geschäft des ehemaligen britischen Konkurrenten Just Eat. Diesen hatten die Niederländer im vergangenen Jahr übernommen. Der Manager spricht von Erfolgen dieser Strategie, die sich positiv auf das Wachstum auswirkten.

So sei der Online-Marktanteil gestiegen, auch in Grossbritannien und Australien. Groen geht davon aus, dass das Unternehmen künftig weniger Verlust schreiben wird. Der Höhepunkt sei im ersten Halbjahr erreicht worden.

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