Wegen E-Autos verlieren Autokonzerne 59 Prozent Gewinn
Der Gewinn grosser Autokonzerne ist laut einer EY-Studie um 59 Prozent gesunken – vor allem wegen der hohen Kosten für den Ausbau der Produktion für E-Autos.

Das Geschäftsjahr 2025 wird für Autokonzerne zur Belastungsprobe. Der Gesamtgewinn von 19 der grössten Hersteller brach um 59 Prozent ein, berichtet das «ZDFheute».
Schuld sind Milliarden-Abschreibungen auf Batteriefabriken, Entwicklungsprojekte und Modellreihen. Die Abschreibungen summieren sich auf fast 60 Milliarden Euro (etwa 55,4 Milliarden Franken).
Dies betrifft Hersteller in Europa und den USA besonders hart. Das bilanzielle Reinemachen ist so massiv, dass vier Unternehmen in die roten Zahlen rutschten.
Gewinne unter Druck
Die Durchschnittsmarge der 19 grössten Autokonzerne sank von 6,7 auf 2,8 Prozent, teilte die Wirtschaftsberatung EY mit. Damit wurde ein neuer Tiefstand erreicht, der sogar unter die Pandemie-Marge von 3,9 Prozent im Jahr 2020 fällt.
Nur Suzuki und Toyota konnten ihre hohen Margen von rund 9,7 beziehungsweise 8,5 Prozent halten, folgt der Bericht von EY. Die deutschen Autokonzerne trifft es besonders hart.
Der Umsatz sank bei BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz um 4,1 Prozent. Der Gesamtumsatz der 19 Konzerne wiederum stieg insgesamt nur um 0,6 Prozent.
Strategie-Änderung für E-Autos kostet Milliarden
Viele Autokonzerne basierten ihre Investitionen auf falschen Annahmen, sagt Constantin Gall von EY. Er erklärte laut «Yahoo Finanzen», dass die Nachfrage deutlich hinter Erwartungen zurückblieb.
Konzerne wie Ford, General Motors und Stellantis korrigierten daraufhin ihre Pläne für E-Autos mit massiven Abschreibungen. Stellantis beziffert notwendige Abschreibungen mit 22 Milliarden Euro (etwa 20,3 Milliarden Franken), berichtet EY.
Porsche belastet 2025 mit über 3 Milliarden Euro (etwa 2,7 Milliarden Franken) wegen der strategischen Neuausrichtung. Honda kündigte eine Abschreibung von etwa 14,5 Milliarden Euro (etwa 13,3 Milliarden Franken) an.
Zu hohe Erwartungen, zu niedrige Nachfrage
Der Strategieschwenk bedeutet laut EY «eine Korrektur völlig überzogener Annahmen». Es geht nicht um einen grundsätzlichen Richtungswechsel.

Die US-Zollpolitik verschärfte die Situation durch zusätzliche Milliardenbelastungen. Die Nachfrage nach E-Autos in den USA und Europa blieb deutlich unter Prognosen.
Laut «ZDFheute» sagte Gall: «Einen echten Boom wird es aber nicht geben.» Viele Verbraucher verschieben Autokäufe wegen düsterer Konjunkturaussichten.
China und Japan als Gewinner
Während die Deutschen unter Druck stehen, erweisen sich chinesische Autokonzerne als profitabel. Geely war nach Angaben von EY das einzige Unternehmen unter den 19 grössten, das seinen Gewinn steigern konnte.
BYD und Great Wall Motors bauten Umsatz und Absatz ebenfalls deutlich aus. Toyota, Suzuki und andere japanische Hersteller bewahren sich solide Margen.
Die Branche befindet sich in einer tiefen, teilweise existenzbedrohenden Krise, wie die analysierten Daten von EY unmissverständlich belegen.












