Vontobel – Milliardenabflüsse belasten US-Aktienfonds
Vontobel verwaltet rekordhohe 255,1 Milliarden Franken. Abflüsse aus US-Aktienfonds bremsen jedoch das Neugeldwachstum der Zürcher Privatbank.

Die Zürcher Privatbank Vontobel hat in den ersten neun Monaten 2026 weniger Neugeld gewonnen als von Analysten erwartet. Während das Privatkundengeschäft weiter wächst, verzeichnet der institutionelle Bereich erhebliche Mittelabflüsse.
Per Ende September beliefen sich die verwalteten Vermögen auf 255,1 Milliarden Franken. Gegenüber Ende 2025 entspricht dies einem Anstieg von 14,4 Milliarden Franken oder rund sechs Prozent, wie die «Finews» berichtet.
Besonders betroffen sind die von New York aus verwalteten Quality-Growth-Strategien. Diese Anlageansätze konzentrieren sich auf Unternehmen mit stabilen Gewinnen und soliden Bilanzen.
Vontobel verfehlt Neugeld-Erwartungen trotz Rekordvermögen
Laut der «Finanz und Wirtschaft» zogen Anleger aus diesen Strategien seit Jahresbeginn 5,1 Milliarden Franken ab. Im dritten Quartal waren es 2,6 Milliarden Franken, nach 2,5 Milliarden im ersten Halbjahr.
Die «Investrends» verweist als Hintergrund auf die starke Nachfrage nach US-Technologiewerten und grossen, von künstlicher Intelligenz geprägten Konzernen. Klassische Qualitätsstrategien profitierten von dieser Börsenentwicklung weniger stark.
Zusätzliche Mittelabflüsse hängen mit der geplanten Rückübertragung der Verwaltung der Futura-Fonds an Raiffeisen zusammen. Die Genossenschaftsbank will ihre aktiven Futura-Fonds ab 2027 selbst verwalten und die Zusammenarbeit in diesem Bereich nicht verlängern.
Vontobel verfehlt Neugeld-Erwartungen trotz Rekordvermögen
Wie die «Investrends» schreibt, entfielen auf diesen Zusammenhang weitere Abflüsse von 1,6 Milliarden Franken. Ohne die Belastungen durch die Quality-Growth-Strategien und die Futura-Fonds hätte das institutionelle Geschäft 4,6 Milliarden Franken Nettoneugeld angezogen.
Insgesamt verzeichnete Vontobel von Januar bis September Nettoneugeldzuflüsse von 1,9 Milliarden Franken. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 3,2 Milliarden Franken gewesen, so die «Finanz und Wirtschaft» weiter.
Der Wert liegt deutlich unter dem AWP-Konsens von 3,5 Milliarden Franken. Märkte und Währungseffekte steuerten zusätzlich 8,7 beziehungsweise 5,5 Milliarden Franken zum Vermögenswachstum bei.
Privatkundengeschäft bleibt auf Wachstumskurs
Im Geschäftsbereich Private Clients flossen in den ersten neun Monaten netto 3,8 Milliarden Franken zu. Die anhaltenden Zuflüsse gehörten aus dem Privatkundengeschäft und die Nachfrage nach festverzinslichen Produkten zu den positiven Faktoren im Berichtszeitraum.
Die verwalteten Vermögen der Privatsparte stiegen seit Jahresbeginn von 124,6 auf 136,6 Milliarden Franken. Im institutionellen Geschäft resultierten dagegen ausgewiesene Nettoneugeldabflüsse von zwei Milliarden Franken.

Die «Finanz und Wirtschaft» berichtete am 29. Oktober von einer negativen Reaktion im vorbörslichen Handel. Die Vontobel-Aktie notierte vor Handelsbeginn 2,9 Prozent tiefer bei 88,73 Franken; die Redaktion hielt an ihrer Halteempfehlung fest.











