Burger aus Soja, Geschnetzeltes aus Erbsen: Fleischersatzprodukte boomen. Davon profitiert die Umwelt.
Beyond Meat
Beyond Meat gehört zu den bekanntesten Anbietern von Fleischersatzprodukten. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Ersatzprodukte haben die bessere Umweltbilanz als Fleisch.
  • Selbst importierte Produkte stehen besser da als inländisches Fleisch.
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Spätestens seit der Klimadebatte ist Fleisch in Verruf geraten. Immer öfter greifen Konsumenten darum zu Ersatzprodukten, welche die Umwelt weniger stark belasten sollen.

Entsprechend wird das Angebot laufend ausgebaut. Letzte Woche hat die Migros mit V-Love eine neue Vegi-Produktlinie lanciert. Zum Start gibt es einen veganen Burger und zwei pflanzliche Würste.

Migros
So sieht der neue Vegi-Burger der Migros aus. - zvg

Doch halten Fleischersatzprodukte wirklich, was sie versprechen? Dieser Frage ist die Umwelt-Beratungsfirma ESU-Services nachgegangen.

Umfassende Bewertung

Für die Analyse wurde die Poulet-Alternative Planted Chicken, der Vegi-Burger Beyond Meat, Délicorn Cervalats und Viveara Vissticks, ein Fischstäbchen-Ersatz, untersucht.

Berücksichtigt hat das Beratungsunternehmen Produktion, Verpackung, Kühlung und Transport der Ersatzprodukte. Ausgewiesen wurden Umweltbelastungspunkte – eine Bewertungsmethode, welche auch das Bundesamt für Umwelt anwendet. Hier fliesst nicht nur die Auswirkung auf den Klimawandel ein, sondern etwa auch die Landnutzung oder Gewässer- und Bodenbelastung.

Fleischersatzprodukte
Fleischersatzprodukte haben eine viel bessere Umweltbilanz. - ESU-Services

Das Resultat ist ziemlich eindeutig. Bis auf die Délicorn Cervelas haben alle untersuchten Fleischalternativen eine geringere Umweltbelastung als das Original. Teilweise sehr deutlich (siehe Grafik oben).

Fünfmal geringere Umweltbelastung

Die grösste Differenz gibt es beim Poulet. Planted Chicken belastet die Umwelt rund fünfmal weniger als Pouletfleisch.

Obwohl der Beyond Meat Burger aus den USA importiert wird, schneidet er deutlich besser ab als eine Rinds-Frikadelle. Christoph Meili, Projektleiter bei ESU-Services, sagt: «Der Unterschied wäre noch grösser, würde für die Produktion hochwertiges Rindfleisch verwendet werden.»

Vegan Poulet von Planted
Planted Chicken ist in vielen Coop-Supermärkten erhältlich. - Instagram Planted

Diesen Effekt zeigt sich bei der Cervelat. Sie schneidet nur besser als das Vegi-Produkt ab, weil sie aus Fleischresten besteht. «Würde man Schweinefilet verwursten, wäre die Öko-Bilanz deutlich schlechter.»

Im Fall des Délicorn-Produktes kommt dazu, dass Ei und Milch drinstecken. Das führt zu einer höheren Umweltbelastung.

«Grundsätzlich gilt: Je mehr tierische Anteile, desto schlechter ist die Umweltbilanz», sagt Meili. Er rät darum zu einer pflanzenbasierten Ernährung. «Falls eine Umstellung damit erleichtert wird, auch gerne mit aufwändig hergestellte Fleisch- oder Käse-Nachahmungsprodukten.»

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